Leistungsfeststellung

Eines der heikelsten schulp√§dagogischen Themen ist das des Leistungsbegriffes. Die schulische Leistungsbeurteilung ist von unserem Gesetzgeber im Schulunterrichtsgesetz (SchUG) und in den diversen Verordnungsbl√§ttern des Bundesministeriums (Leistungsbeurteilungsverordnung ‚Äď LBVO) geregelt.
Es steht außer Frage, dass der Gesetzgeber mit diesen Regelungen in die pädagogische Freiheit des Lehrers/der Lehrerin eingreift.
Andererseits muss der Gesetzgeber die Schw√§cheren sch√ľtzen und dies sind in unserem Falle die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler. Er kann dies aber nur, wenn es konkrete Vorgaben gibt. In unserer Schulentwicklungsarbeit haben wir versucht, unsere p√§dagogischen Zielvorstellungen im Bereich Leistungsbeurteilung zu verwirklichen, ohne dabei die Grundbausteine des Schulrechts umzuwerfen.
 
 
Wir nehmen Gesetze ernst und halten uns daran
Der Gesetgeber konzipiert die Notengebung als zweiphasigen Prozess.
Auf die Feststellung der Leistung (was kann und was wei√ü der Sch√ľler?) folgt die Beurteilung (wie ist die Leistung zu bewerten sozusagen als Form eines in Noten gebrachten Gutachtens). In der Praxis sind Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung nicht immer voneinander trennbar, weil es schwierig ist, eine Leistung zu messen, ohne sie gleichzeitig auch zu bewerten.
Dies gilt vor allem f√ľr die Mitarbeitsnote. Zur Leistungsfeststellung geh√∂ren: § 3 Abs. 1
  • Die Mitarbeit
  • M√ľndliche Pr√ľfungen (in der Volksschule verboten!) und m√ľndliche √úbungen (Referate)
  • Schriftliche Leistungsfeststellungen
    Schularbeiten
    Tests und Diktate
  • Praktische Leistungsfeststellungen (in Projekten und im Werkunterricht, am Computer)
  • Grafische Leistungsfeststellungen (in Projekten und im Werkunterricht, am Computer)

Leistungsfeststellung



     
Unser Umgang mit Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
Unsere Schule steht zur Leistung. Wir möchten diese aber so definieren, dass neben den leichter messbaren kognitiven Leistungen auch andere Maßstäbe der Beurteilung ihren Platz haben. Wir wollen uns auf die Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung der Kinder beziehen. Eine nicht leichte Aufgabe, fordert sie doch Zeit und Geduld. Unsere Kernaufgabe ist es, die Kräfte und Leistungsfähigkeit der Kinder zu entwickeln.
Dazu muss entschieden werden:
  • Was Kinder lernen sollen
  • Wie Kinder dies lernen k√∂nnen
  • Auf welche Weise die Leistungen der Kinder gew√ľrdigt werden
Wir wollen wegkommen vom wettbewerbsorientierten Leistungsbegriff. Statt Konkurrenz soll Ermutigung mit individuell angepassten Forderungen stehen. In der folgenden Aufstellung legen wir unseren pädagogischen Leistungsbegriff dar: Wir beachten den Entwicklungsprozess

  • Was hat ein Kind dazu gelernt?
  • Welche Schwierigkeiten hat es √ľberwunden?
  • Was musste alles ber√ľcksichtigt werden? (Hilfestellungen, F√∂rderprogramme, Differenzierungen,‚Ķ) Wir ermutigen die Kinder
  • Kann das Kind einen Zusammenhang zwischen Anstrengung und Erfolg herstellen?
  • Wie gebe ich den Mutlosen Mut zum Weitermachen?
  • Wie fordere ich den Leistungsst√§rkeren heraus?
  Leistungsfeststellung
     
Zur Mitarbeit in der Leistungsfeststellung
Laut SchUG § 43 geh√∂rt die Mitarbeit neben dem regelm√§√üigen Schulbesuch zu den wichtigsten Pflichten der Sch√ľlerInnen. In unserem Schulkonzept wird sie in den Schularbeitsf√§chern mindestens mit 50% bewertet. In den anderen Jahrg√§ngen kann sie die alleinige Grundlage f√ľr eine Beurteilung sein. Die Mitarbeitsfeststellung ist in allen F√§chern durchzuf√ľhren. Zur Mitarbeit allgemein geh√∂ren:
  • Alle in die Unterrichtsarbeit eingebundenen m√ľndlichen, schriftlichen, praktischen und grafischen Leistungen
  • Leistungen bei der Erarbeitung neuer Lehrstoffe
    Nimmt das Kind aktiv teil und riskiert es auch einmal eine falsche Antwort?
    Stellt es Fragen?
    Ist es passiv und l√§sst die Erarbeitung und Erkl√§rung √ľber sich ergehen?
  • Leistungen, die die Wiedergabe von Geh√∂rtem oder eines Textes betreffen
    Leistungen bei der Beantwortung von Stoffwiederholungen
  • Leistungen im Zusammenhang mit dem Erfassen und Verstehen im Lernprozess
    Leistungen im Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und anzuwenden
    Kann er/sie die Arbeiten selbständig erledigen?
    Braucht er/sie Hilfe?
  • Leistungen in der Partner- oder Gruppenarbeit
    Kann das Kind sein Wissen einbringen?
    Hört es nur zu und schweigt?
  • Die F√ľhrung der Hefte,der Arbeitsmappen
  • Die Bearbeitung der Haus√ľbung
  • Die Arbeitshaltung, das subjektive Bem√ľhen und die Anstrengung, die sich im pers√∂nlichen Lernzuwachs ersehen lassen
    Was hat das Kind dazugelernt?
    Welche Schwierigkeiten hat es √ľberwunden? 
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