Vom Schlossberg in die Julbacher Unterwelt

Es hat sich in hiesiger Gegend aus alten Zeiten eine Sage erhalten von unterirdischen Gängen, welche von dem ehemaligen Schlosse zu Julbach bis an den Inn nach Kirchdorf  sich sollen erstreckt haben. Manche Landsleute wissen noch zu erzählen, wie der Ausgang derselben gerade in der Mitte des Bergabhanges unter der südlichen Friedhofstüre der Kirchdorfer Pfarrkirche liegend, vor nicht zu langer Zeit noch zugänglich gewesen sei.


Der Umstand, dass die Aussagen der verschiedenen Personen in Bezug auf die Beschaffenheit der Gänge sehr voneinander abwichen - die einen ließen sie in prächtiger Steinwölbung sich forterstrecken, sodass man darin mit Wagen und Pferden fahren könne, andere bezeichneten sie wieder als ungemauert und teilweise verfallen - nahm der Hauptsache nichts an Interesse und bestimmte schon im vergangenen Jahre mehrere Männer der Umgegend, an ihrer Spitze Herrn Pfarrer Weber von Kirchdorf, eine Nachgrabung zu veranstalten, so wie überhaupt dem Grunde oder Ungrunde erwähnter Sage weiter nachzuforschen.

Soweit die Einleitung zum Bericht Die unterirdischen Gänge im Schlossberge bei Julbach, geschrieben anno 1858 von Herrn Jakob Groß, damaliger Grenzwache-Stationsführer zu Simbach.

Es sollten noch etliche Jahre ins Land gehen, bis die Burgfreunde zu Julbach e. V. ab dem Jahre 2004 den Schlossberg Stück für Stück aus seinem langjährigen Dornröschenschlaf erweckten. Heute präsentiert sich der Julbacher Schlossberg als beliebtes kulturtouristisches Ausflugsziel mit einer achteckigen Tafelrunde, Info-Tafeln zur ehemaligen Burg, einem historischen Burgbrunnen, einem begehbaren unterirdischen Gangsystem und nicht zu vergessen einem einmaligen Blick über Julbach hinweg bis in die Alpen. Genauere Informationen finden sie auf der Website der Burgfreunde zu Julbach e. V.  - https://www.burgfreundejulbach.de/

Übrigens, der ehemalige Pfleggerichtsschreiber zu Julbach, Hofkammersekretär Johann Gottlieb Kättenpeckh spielt in einer unserer Geschichte(n) zur Braunauer Unterwelt eine nicht unbedeutende Rolle, wie sie im Unterpunkt Das Rabenhaus in der Palmstraße Nr. 10 nachlesen können.