Die Wasserversorgung

Jahrhunderte lang war der Stadtbach sozusagen die Hauptschlagader der Braunauer Wasserversorgung. Er versorgte die Stadtbewohner nicht nur ausreichend mit Trinkwasser, sondern lieferte auch das Antriebswasser für die Wasserräder der zahlreichen Gewerbebetriebe.  Alte Volkssagen, geschichtliche Überlieferungen und zahlreiche unterhaltsame Details über den Braunauer Stadtbach haben wir ja bereits an anderer Stelle dieser Website für Sie aufbereitet. Unsere geschichtliche Exkursion zum Thema Wasserversorgung beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem damals hochmodernen, aus Holz erbauten Brunnwerk. Das Braunauer Wochenblatt "Die Warte am Inn" vom 27. Februar 1860 schreibt Folgendes über die Entstehung und spätere Beaufsichtigung des neuerrichteten Wasserwerkes aus Holz.

Wie so viele andere gute Anstalten Braunau hat, so hat es auch seit 60 Jahren ein neuerrichtetes Wasserwerk aus Holz, das sogenannte Brunnwerk. Seit seiner ersten Entstehung wurde die Mechanik dieses hydraulischen Werkes durch einen Brunnenmeister hergestellt, wie die Zeit damals viele solche Meister hatte und die auch zugleich die Konstruktion des Pumpbrunnens besorgten. Nach Vollendung des Wasserwerkes wurde zur Beaufsichtigung ein eigener Brunnengeselle aufgestellt und wer Gelegenheit hatte, den ersten Brunnengesellen, welcher als Brunnenkaspar bekannt war, zu kennen, der wird sich denselben noch sehr lebhaft vorstellen können, obwohl er jetzt schon viele Jahre tot ist, wie er durch seine derbe Persönlichkeit und seine ruhige Taktik als Werkverständiger seinem Ansehen einen eigenen Pathos zu verleihen wusste. Wie schon oben bemerkt, ist das Druckwerk größtenteils aus Holz hergestellt und derart starke Hölzer wanderten in das Brunnhaus, dass man jetzt schon glaubt, sie seien damals aus Urwäldern bezogen worden.


Plan der kaiserlich-königlichen Grenzfestung Braunau, 1800
Abbildung: Plan der kaiserlich-königlichen Grenzfestung Braunau anno 1800 mit Wasserleitung und Wasser Maschine (Stadtarchiv Braunau am Inn)