Geheimnisvolle Mumien

In vielen Teilen der Welt wurden Mumifizierungen durchgeführt, aber die Alten Ägypter galten als die wahren Meister der Mumien. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden im Alten Ägypten eigene Mumifizierungswerkstätten, in denen zahlreiche Menschen arbeiteten.

Auch im Land am Nil glaubte man an ein Weiterleben nach dem Tod. Allerdings besaß nach ägyptischer Vorstellung der Mensch nicht nur eine sondern mehrere Seelen, die sich nach dem Tod vom Körper lösten.

  • Die Ka-Seele, auf Abbildungen dargestellt durch zwei über dem Kopf erhobene Arme, ist der körperlose Doppelgänger des Menschen. Sie hatte die Aufgabe den Menschen sowohl zu seinen Lebzeiten als auch nach dem Tod zu beschützen.
  • Die Ba-Seele, auf Abbildungen meist als Vogel mit dem Kopf des Verstorbenen dargestellt, verkörpert die Persönlichkeit des Menschen. Sie konnte nach dem Tod den Körper verlassen und sich frei bewegen. Damit hatte der Verstorbene eine Verbindung zu den Lebenden.
  • Die Ach-Seele, auf Abbildungen dargestellt durch einen Schopfibis, steht für die Verbundenheit des Menschen mit dem Jenseits. Sie hatte die Aufgabe über den guten Ruf des Toten zu wachen und kam als Rachegeist über jene, die es wagten die Totenruhe zu stören.

Damit ein Mensch unsterblich werden konnte, mussten alle drei Seelen immer wieder zum Körper des Verstorbenen zurückkehren. Denn ohne diesen würden sie sich im Nichts verlieren. Deshalb begannen die Ägypter, ihre Toten zu mumifizieren und so die Körper für die Rückkehr der Seelen zu erhalten. 

Ba-Seele

Wenn ein Mensch gestorben war, brachte man ihn zur Einbalsamierung in eine Mumifizierungswerkstätte. Diese, nach festen Regeln durchgeführte Einbalsamierung wurde von einem Priester, der die Schakalmaske des Totengottes Anubis trug, beaufsichtigt.

Dem Toten wurden alle Organe entnommen und sein Körper mit Natronlauge bedeckt. Nach etwa 70 Tagen hatte das Natron dem Körper die Flüssigkeit soweit entzogen, dass er mit Leinenbinden einbandagiert werden konnte. Häufig wurden auch Heil bringende Amulette und magische Gegenstände mit eingewickelt, die dem Verstorbenen eine sichere Reise ins Jenseits garantieren sollten. Bei hohen Würdenträgern wurde der Kopf der Mumie zusätzlich mit einer Totenmaske geschützt. Die Totenmaske des Pharaos Tutanchamun zum Beispiel war 11 Kilo schwer und aus purem Gold gefertigt. Die inneren Organe wurden auf die selbe Art und Weise wie der Körper behandelt, eingewickelt und in sogenannten Kanopen, das sind eigens angefertigte Tonkrüge, aufbewahrt. Abschließend legte man die Mumie in einen Sarkophag, eine Art Sarg, der mit einem Steindeckel verschlossen werden konnte.

Bei der letzten Ruhestätte angekommen, öffnete man den Sarkophag, hob die Mumie heraus und führte die Wiederbelebung durch das sogenannte Mundöffnungsritual durch. Dabei berührte ein Priester mit einem gekrümmten Ritualwerkzeug Augen, Ohren, Nase und Mund der Totenmaske, damit der Verstorbene im Jenseits wieder essen, trinken, sehen, hören und sprechen konnte. Anschließend wurde die Mumie wieder zurück in den Sarkophag gelegt und zusammen mit den Grabbeigaben in die Grabkammer gebracht. Die Grabkammer wurde verschlossen und versiegelt und die Angehörigen hielten ein Festmahl vor dem Grab ab.

Bestattungsritual bei den alten Ägyptern

Das Alte Ägypten - Die Aufgaben

Ihr habt nun den fünften Teil unseres Ägyptenprojektes durchgearbeitet! Jetzt könnt ihr zeigen, was echte Ägyptologinnen und Ägyptologen schon alles wissen! Den dazugehörigen Forschungsbericht - Teil 5 findet ihr unter Das Alte Ägypten - Aufgaben.