Der Hundsgraben in der Palmstraße

Die mittelalterliche Abwasserentsorgung ist ein kleiner aber durchaus spektakulärer Teil der Braunauer Unterwelt, wie in nachfolgender Geschichte zu sehen und zu lesen ist.

Ein Kanalsystem, wenn man dieses überhaupt als solches bezeichnen kann, gab es in Braunau schon seit dem Mittelalter. Der Hopferkanal in der  Kirchengasse, Kanäle links und rechts der Linzer Straße sowie der Hundsgraben in der Palmstraße zählen dabei zu den ältesten Kanälen. Einige davon sind bis heute begehbar und bilden zusammen ein unheimliches, unterirdisches Labyrinth.

Einer der interessanten Altstadtkanäle ist der sogenannte „Hundsgraben“.  Er zieht sich vom ehemaligen Wasserturm mit Brunnenhaus (Färbergasse 15) im Malerwinkel die Palmstraße entlang bis zum Inn.

Die alte Kanalisation

Abbildung: Der alte Wasserturm mit Brunnenhaus, Färbergasse 15 (Ansichtskarte)

Die alte Kanalisation

Abbildung: Eingang in den Hundsgraben im Wasserturm (Foto Peter Lorenzer)

Dieser Kanal ist gänzlich aus Tuffstein gemauert, meist so hoch, dass er in gebückter Haltung begehbar ist. An den engsten Stellen misst er nur etwa fünfzig Zentimeter.

Mittelalterlicher Kanal Braunau am Inn

Abbildung: Eine geheimnisvolle, fast schon unheimliche Stimmung herrscht im altertümlichen Kanalsystem unter den Häusern der Palmstraße (Foto Peter Lorenzer)

In der oberen Hälfte weitet sich der Hundsgraben zu einer größeren Halle. Ihre Länge beträgt fünf Meter, die Höhe und die Breite messen an die vier Meter. Einer alten Volksüberlieferung zufolge wurden in diese Halle früher tote Hunde geworfen, wodurch dieser Kanal auch seinen Namen erhalten hat.

Hundsgraben Braunau am Inn

Abbildung: Der gemauerte Hundsgraben verläuft mit unregelmäßigem Querschnitt der Palmstraße entlang zum Inn (Foto Peter Lorenzer)

Tafel im Hundsgraben Braunau am Inn

Abbildung: Eine rätselhafte Steintafel an einer Seitenwand im Hundsgraben (Foto Peter Lorenzer)