Das Schwemmhäusl am Stadtbach

In alter Zeit, als es noch keine Waschmaschinen gab, wurde die tägliche Wäsche in der sogenannten Waschhütte, durch die der Stadtbach offen hindurchfloss, gewaschen. Noch heute wird der Bereich, wo die Hütte einst stand, im Volksmund als „Schwemmhäusl“ bezeichnet und auch dazu gibt es ein „Geschichtchen“ zu erzählen.

Da werden Weiber zu Hyänen. Am 15. April 1899 vormittags entstanden bei der Waschhütte am Stadtbach zwischen zwei Waschweibern diplomatische Verwicklungen, die mit einem offenen Angriff durch Ohrfeigen, Herunterreißen der Haarzöpfe, nasse Überschläge und schließlich mit einem kalten Bade endeten. Krieg ist in Sicht! (Neue Warte am Inn vom 15. April 1899)

Die Waschhütte am Stadtbach

Abbildung: Das sogenannte Schwemmhäusl am Stadbach (Foto privat)


Im September anno 1900 ließ die Stadtgemeinde zwischen dem Hause des Herrn Lederer Bautenbacher und dem gegenüberliegenden Bräuhause eine von der Ringstraße abzweigende zur sogenannten „Schwemme“ (Richtung Mühlengasse) führende Straße anlegen, um so eine weitere Zufahrt in die Stadt Braunau zu schaffen. Der dazu nötige Platz wurde durch Abreißen eines alten zwecklosen Mauerbaues und der bewährten Waschhütte gewonnen.

Die Wichtigkeit und Unentbehrlichkeit dieser Waschhütte anerkennend errichtete die Stadtgemeinde zur Unterbringung dieses gemeinnützigen Instituts für weibliche Hand- und Zungenfertigkeit an der Ostseite der Brücke über den klaren Haselbach ein neues praktisches Gebäude.