Belagerung der Festung Braunau im Jahre 1705

Dass der Stadtbach in Kriegszeiten und hier vor allem bei längeren Belagerungen der Festung Braunau eine wichtige Rolle spielte, zeigt eine historisch belegbare Geschichte aus der Zeit der bayerischen Volkserhebung. Damals war die Braunauer Bevölkerung nicht gerade begeistert von dem Gedanken, gewöhnliches Wasser aus dem Stadtbach trinken zu müssen.

Erhebung der Bauern diesseits und jenseits des Inns im Jahre 1705

Im Herbst des Jahres 1705 war die Festung Braunau von etwa 15.000 Mann eng eingeschlossen und bald auch des vom Stadtbach zufließenden Wassers so wie der Lebensmittel für eine längere Belagerung beraubt. Die Festung konnte sich, auch wenn es den Aufständischen an Geschützen mangelte, unmöglich auf längere Dauer behaupten.

Am 16 November 1705 kapitulierte die Stadt Burghausen nach fünf Tagen Belagerung und mehreren Sturmversuchen. Die Aufständischen befreiten die erste Stadt, und dabei keine geringere als die Hauptstadt des Rentamtes. Nun wurden auch in Braunau am Inn die Bürger unruhig. Sie versuchten, den Kommandanten der Kaiserlichen Garnison zu überzeugen, dass eine längere Verteidigung unmöglich war.

Stadtbach in schwerer Zeit

Abbildung: Johann Georg Meindl und Sebastian Plinganser erstürmen Braunau an der Spitze der Landesverteidiger (Ansichtskarte)

„Gleichwie wir, eine gesamte Bürgerschaft, neben dem Magistrat Ihrer Majestät einen Eid der Treue geschworen haben, als sind wir noch so willig als pflichtschuldig, solchen zu halten. Wir bitten aber dabei, uns vor dem jetzigen unverhofften Anfall zu beschützen. Es zeigt sich aber ganz klar, dass die längere Defension ganz unmöglich ist, indem erstlich die Hälfte der Bürgerschaft keine Lebensmittel mehr hat. Zweitens ist in der ganzen Stadt weder Weiß- noch Braunbier ums Geld zu haben und ob man sich schon mit Wasser behelfen wollte, ist drittens solches auch gänzlich benommen so dass manchmal kein reiner Trunk zu haben ist. Sofern die Festung mit Werfung des Feuers in Not gebracht werden sollte, könnte wegen des benommenen Wassers nicht das geringste gelöscht werden also dass man die Stadt in Flammen aufgehen und sich am Bettelstab sehen müsste.“

Am 27. November 1705 wurde der Kapitulationsvertrag unterzeichnet und am 28. November zogen die Aufständischen in die Festungsstadt Braunau ein.