
Das erste von drei Büchern, thematisch angelehnt an die aktuelle Landesausstellung 2012, ist jetzt im Buchhandel, in der Buchhandlung Lauf Braunau http://www.buch-lauf.at/, bei Amazon oder direkt unter www.bod.de erhältlich. Eine kleine, auf 50 Stück limitierte Hardcover-Sonderauflage dieses ersten Bandes war schnell vergriffen. Daher haben wir uns entschlossen, eine kostengünstigere Neuauflage als Paperback-Variante herauszugeben. Im ersten Teil finden sich Geschichten zur K. u. K. Marineakademie in Braunau am Inn, zum Braunauer Bierkrieg, zur letzten Bärenjagd in Braunau, über die Erlebnisse des jungen Schopenhauer in Braunau, zur letzten Hinrichtung in Braunau, über den Einsturz der Innbrücke, über den Papstbesuch in Braunau und über eine fürchterliche Mordtat in der Palmstrasse.

Klappentext
Nach jahrelanger akribischer Suche in oberösterreichischen und bayerischen Archiven, Bibliotheken und privaten Sammlungen, aber auch durch intensive Recherchen im Internet entstand eine umfangreiche Sammlung heimatlicher Geschichte(n) aus dem Innviertel, welche von uns ausgewertet, chronologisch sortiert und archiviert wurden.
Mit vorliegendem Buch möchten wir einige dieser archivierten Geschichte(n) an interessierte Leserinnen und Leser weitergeben. Die Geschichten erzählen von alten Marineerinnerungen, berühmten Persönlichkeiten, die in unserer Stadt verweilten, winterlichen Naturkatastrophen, von räuberischen Mordgesellen, einer rachsüchtigen Brandstifterin und von sonderbaren und humorvollen Begebenheiten.
ISBN 978-3-8448-1378-4, Paperback, 120 Seiten

Als einziges Andenken an das alte historische Inntor ist nur das aus Granit gehauene Wappen bis heute erhalten geblieben. Da kein Platz für die Anbringung geeignet erschien, wurde es an der Gartenfront des Heimathauses angebracht, wo sich das Wappen auch heute noch befindet.
Ein Spaziergang die Theatergasse entlang führt hinab über den ehemaligen Hundsgraben zum heutigen Wassertor. Sollte nun die Innschifffahrt tatsächlich wieder belebt werden, wird sich die Anlegestelle wohl in unmittelbarer Nähe dieses Wassertores befinden. Mit der Anbringung des alten Wappens über dem Tor hätte man direkt an der Anlegestelle ein touristisches Highlight.
Da auf dem Wappen der Pfälzer Löwe und auch der Doppeladler zu sehen sind, würde sich die Anbringung auch hervorragend für die 2012 stattfindende, grenzübergreifende Landesausstellung, welche die vielschichtigen Beziehungen zwischen Oberösterreich und Bayern, mit besonderem Bezug auf die Herrscherhäuser Habsburg und Wittelsbach, beleuchten wird, eignen
Am 18. Jänner 1881 tagte in der Bezirkshauptmannschaft Braunau eine Brückenkommission bestehend aus bayerischen und österreichischen Regierungsvertretern, die sich erstmalig mit der Herstellung einer neuen stabilen Brücke zwischen Braunau und Simbach beschäftigte. Nach umfangreicher mehrjähriger Planungsphase erfolgte in den Jahren 1885 und 1886 die Ausarbeitung des Detailprojektes samt Kostenvoranschlag und Baubetriebsplan. Ende des Jahres 1892 wurde mit dem Bau der um etwa zwei Meter höher angelegten eisernen Bogenbrücke begonnen. Durch diese deutliche Hebung der neuen Brücke musste das alte historische Inntor, auch Wasser- oder Mauttor genannt, abgetragen werden.
Das im Jahre 1678 vom bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria errichtete Tor hatte auf der Wasserseite ein steinernes Wappen und folgende Inschrift: Über dem Wappen deutet „AO MDCL XXIIX“ auf das Jahr der Erbauung, also auf das Jahr 1678 hin, darunter deutet „FER. MAR. V. B. c. P. S. D. C. P R.S R I. AD c E. L L“ auf den Erbauer, also auf den bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria hin.
Im April des Jahres 1892 wurde der k. u. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler in Wien mitgeteilt, dass die Demolierung des Inntores in Braunau bevorstehe, da der Abriss für die Realisierung des Baues einer stabilen Innbrücke unbedingt erforderlich sei. Von dem Torgebäude wurde nur die Verkleidung des wasserseitigen Portals, das Wappen und die Inschrift darüber der Erhaltung für würdig empfunden. Die k. u. k. Bezirkshauptmannschaft Braunau durfte weder das Wappen noch die Inschrift in Privathände übergehen lassen, sondern sollte dieses an einer anderen Stelle der Stadt aufstellen und so für die Zukunft erhalten.
Am 2. September 1892 erhielt die k. u. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler die Mitteilung, dass die bei der Demolierung herab genommene Portalverkleidung in mehrere Teile zerfallen war. Auch bei der Inschrift, deren Abnahme mit größter Sorgfalt durchgeführt worden war, hatten sich infolge Abstemmens der Tafel vom Mauerwerk die Buchstaben zum größten Teil abgelöst und die Tafel selbst zerfiel in mehrere Stücke. Nur das aus Granit gehauene Wappen bis heute erhalten geblieben.


Am 4. Oktober 1904 wurde am unteren Stadtplatz bei der Innbrücke ein Denkmal Kaiser Franz Josef I feierlich enthüllt. In einer kleinen Parkanlage stand die Marmorbüste seiner Majestät, welche auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Max Fink errichtet worden war.
Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges wurde die Parkanlage verwüstet und das völlig unbeschädigte Kaiser-Denkmal vorübergehend im Heimatmuseumsgarten aufgestellt. Am 31. Mai 1935 beschloss die Stadtgemeinde Braunau die Büste Kaiser Franz Josef I wieder am Brückenkopf aufzustellen.
Doch bereits einige Jahre später, im wohl dunkelsten Kapitel der Geschichte, der Schreckenszeit des Zweiten Weltkrieges, wurde das Kaiser-Denkmal erneut im Heimatmuseumsgarten untergebracht und dort befindet sie sich auch noch heute.
2012 findet die grenzübergreifende Landesausstellung, welche die vielschichtigen Beziehungen zwischen Oberösterreich und Bayern, mit besonderem Bezug auf die Herrscherhäuser Habsburg und Wittelsbach, beleuchten wird, unter dem offiziellen Titel: „Verbündet, verfeindet, verschwägert – Bayern und Österreich“ statt.
Da wäre es doch naheliegend das Kaiser-Denkmal für die Zeit der Landesausstellung erneut aus dem Heimatmuseumsgarten wieder in der Nähe der Innbrücke aufzustellen. Das Denkmal würde ganz hervorragend, fast schon wie angegossen, in die runde Ausnehmung bei der Innbrücke Braunau kurz vor dem Stiegenabgang passen.
Das Denkmal ist vom akademischen Wiener Bildhauer Georg Burgstaller angefertigt worden und stellt in einer großen Büste aus Laaser-Marmor den Kaiser dar. Diese ist samt dem Sockel aus Sterzinger-Marmor 2,90 Meter groß. Auf einer Inschrift ist folgendes zu lesen: „Zur Erinnerung an die Anwesenheit seiner kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät des Kaisers Franz Josef I anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Stadt Braunau am 30. Juni 1903.“
Am Vorabend der Enthüllung
Am Vorabend, also den 3. Oktober 1904, hatte sich am Stadtplatz eine große Menschenmenge versammelt, um die Serenaden, welchen den anwesenden Gästen dargebracht wurden, mit anzuhören. Der Krieger- und Veteranenverein, die Feuerwehr und der Katholische Arbeiter- und Gesellenverein zogen unter Leitung der Stadtkapelle auf den reich beflaggten Stadtplatz und nahmen in der Nähe des Brückenkopfes zu einer Serenade für den Stadthalter Graf Bylandt-Rheit Aufstellung. Anschließend zogen sie zum Pfarrhof weiter, um Bischof Franz Maria Doppelbauer dieselbe Ehre darzubringen. Zum Abschluss trugen sie vor dem Rathaus zu Ehren des Bürgermeisters Max Fink ein Ständchen vor.
Der Festtag
Der Festtag selbst begann am 4. Oktober 1904 mit einem musikalischen Morgengruß, vormittags, von 8 bis 10 Uhr, musizierte die Stadtkapelle vor dem Rathaus, während die eingetroffenen Vereine mit wehenden Fahnen vorbeimarschierten. Um halb elf Uhr bewegte sich dann der lange Zug der Honoratioren, der Vereine, darunter 34 österreichische und bayerische Veteranenvereine, mehrere Schützen-, Turner- und Arbeitervereine, 17 Feuerwehren, im Ganzen ungefähr 3000 Personen, vom Rathaus weg zur Stadtpfarrkirche.
Feierliche Ansprache
Nach dem Festgottesdienst erfolgte ein farbeprächtiger Aufmarsch sämtlicher Anwesenden zum unteren Stadtplatz, wo eine Tribüne für die Honoratioren errichtet war. Nachdem die Ehrenjungfrauen, die Schuljugend und sämtliche Vereine Aufstellung genommen hatten, betrat der Bürgermeister Max Fink die Rednerbühne und hielt folgende Ansprache.
„Hochansehnliche Festversammlung! Zur Erinnerung an die Anwesenheit seiner Apostolischen Majestät, unseres allergnädigsten Kaisers, bei dem 700-jährigen Stadtjubiläum habe ich mich entschlossen, ein sichtbares Zeichen in Form eines Denkmales zu errichten. Dank der Großzügigkeit vieler Gönner der Stadt Braunau aus nah und fern war es mir möglich, meine Idee auszuführen, und ich bin heute in der Lage das Denkmal der Stadtgemeinde übergeben zu können. Von der künstlerischen Hand des akademischen Bildhauers Herrn Georg Burgstaller verfertigt präsentiert sich das Bild unseres Kaisers in seinen lebenswarmen Zügen. Heute, am allerhöchsten Namensfeste seiner Majestät, ist es mir gegönnt, die Enthüllung des Denkmales vorzunehmen und mit dem innigen Wunsche rufe ich: Gott erhalte noch recht lange seine Majestät zum Wohle seiner Völker!“
Die Enthüllung der Büste
Nachdem die Hülle gefallen war, brach das anwesende Publikum in Hochrufe aus, die Stadtkapelle stimmte die Volkshymne an und die Hornisten der Ehrenkompanie bliesen den Generalmarsch. Nachdem die Lieder verklungen waren, fand im Gasthof Fink ein Festessen für die geladenen Gäste mit einem Konzert der Stadtkapelle statt. Die Vereine beschlossen den Freudentag im Gasthaus des Herrn Schneider mit der Gilgenberger Feuerwehrmusik und im Gasthaus des Herrn Wimmer mit der Kapelle Kainzinger aus Simbach.

Radfahrer sind die einzigen sympathischen Leisetreter. Ernst Schröder

Leitthema für das kulturtouristische Rahmenprogramm zur Landesausstellung 2012 in Ranshofen ist das Rad. In Braunau am Inn und Umgebung warten zahlreiche kulturelle Ausflugsziele auf die Besucherinnen und Besucher, die sich leicht mit dem Fahrrad erreichen lassen. Auch ein abwechslungsreiches kulinarisches Programm in Form von Gaststätten, Cafes, Spezialitätenrestaurants und erholsamen Gastgärten erwartet alle Besucherinnen und Besucher.
Da ist es doch naheliegend eine Kulturelle und Kulinarische Radwanderung rund um Braunau anzubieten.
In nachfolgender Konzeptüberlegung wird nur eine einfache kulturell-kulinarische Radwanderung vorgestellt, die natürlich jederzeit um weitere zahlreich vorhandene, attraktive Ausflugsziele erweitert werden kann.
Ausgangspunkt unserer kulturell-kulinarischen Radwanderung ist Ranshofen bei Braunau am Inn, der Austragungsort der Landesausstellung 2012. Da das Schloss Ranshofen selbst Bestandteil dieser Landesausstellung ist, haben wir diese historische Anlage nicht mehr in unsere Konzeptüberlegungen mit einbezogen.
Einzig stilrein erhaltener Karner (Osarium) im Bezirk Braunau
Schon der bayerische Geschichtsschreiber Aventin beschreibt den Blick von der Ranshofener Friedhofsmauer auf das landschaftlich schöne Inntal in begeisternden Worten. Im inneren des Friedhofs Ranshofen steht unmittelbar neben dem Eingang ein achteckiger, gotischer Tuffbau, Heilige-Geist-Kapelle genannt. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Beinhaus oder Ossarium, in welchem sich die Gebeine der vor langer Zeit Verstorbenen befinden, die dort aufbewahrt wurden, um wieder Platz für weitere Bestattungen zu schaffen. Häufig findet sich das Beinhaus in Kombination mit einer Friedhofskapelle. In dieser Form wird das Ossarium, vor allem in Bayern und Österreich, auch als Karner bezeichnet. Das obere Geschoß war in der Regel dem Erzengel und Seelenbegleiter Michael geweiht, während der kellerartige untere Teil die Gebeine der Verstorbenen aufnahm. Die meist sichtbar aufgestappelten Gebeine waren eine eindrucksvolle Mahnung an die Vergänglichkeit. Das Beinhaus in Ranshofen wurde anno 1337 vom wohlhabenden Braunauer Bürger und Handelsherr Ulrich Schön errichtet und ist der einzig stilrein erhaltene Karner im ganzen Bezirk Braunau. Über die Heilige-Geist-Kapelle berichtete schon der Burghauser Anzeiger am 29. August 1899. Damals war der untere Teil noch verschüttet: Schon die vom Oberbaue ganz verschiedene Bauart des Fundaments bezeugt, dass das frühgotische Octogon auf schon vorhandenen Bau-Fundamenten zur Herstellung gelangte. Im Inneren dieses Octogons zeigt eine Tafel die Namen von zwölf hier beigesetzten Chorherren und zwei Prälaten, was wiederum auf die Existenz eines gewölbten Raumes unterhalb des Fußbodens mit Recht schließen lässt.
Totenleuchte aus dem 15. Jahrhundert
Sehenswert auf dem Friedhof in Ranshofen ist auch die ca. zwei Meter hohe Steinsäule, die sich in unmittelbarer Nähe der Heiligen-Geist-Kapelle befindet. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt dieses aus Tuffstein gehauene Bauwerk aus der selben Zeit, in welcher auch die Heilige-Geist-Kapelle erbaut wurde. Diese sogenannte freistehende Totenleuchte bestand üblicherweise aus einer Säule aus Stein, an deren oberen Ende sich ein zur Aufnahme des Arme-Seelenlichtes bestimmtes Gehäuse befand. Der Begriff Totenleuchte wird hauptsächlich in heimatkundlichen Werken verwendet und dient als Sammelbegriff für freistehende Säulen mit Lichtgehäuse als auch für die an Kirchen angebrachten Lichthäuschen und Lichtnischen. In früheren Zeiten kannte man neben den Lichtern an den einzelnen Gräbern auch die gemeinschaftlichen Totenleuchten. Als kollektive Arme-Seelenlichter sollten diese für alle auf dem Friedhof Ruhenden leuchten. Der Brauch, die letzte Ruhestätte unserer Toten mit Lichtern zu schmücken, ist auch heute noch, vor allem zu Allerheiligen und Allerseelen, sehr lebendig. Empfängt uns doch gerade an diesen Tagen beim Betreten des Friedhofes ein wahres Lichtermeer. Durch verheerende Seuchen, vor allem durch die Pest, die in früheren Zeiten in ganz Europa wütete, war damals die Anzahl der Verstorbenen so hoch, dass auf dem Friedhof selbst schon bald kein Platz mehr vorhanden war, und die Opfer deshalb außerhalb der Friedhöfe in sogenannten Pestgruben gemeinsam vergraben wurden. An diesen Orten wurden dann kleinere Totenleuchten für die Verstorbenen errichtet, von denen auch heute noch viele erhalten sind. Ihre ursprüngliche Bestimmung geriet teilweise in Vergessenheit, und durch Anbringung eines Bildes wurden sie einfach zu Bildstöcken umgeformt.

Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.
Schlosstaverne Ranshofen
Die Schlosstaverne in Ranshofen verfügt über einen eigenen Gästeparkplatz und bietet ihren Besucherinnen und Besuchern im Sommer einen wunderschönen Gastgarten vor dem Schloss Ranshofen. Eine behindertengerechte Einrichtung, zahlreiche Angebote für Kinder, sowie ein Stüberl runden das Ambiente ab.
Hoftaverne Wolfgruber Ranshofen
Die Hoftaverne Wolfgruber in Ranshofen verfügt über einen von der Straße gesicherten Spielplatz für Kinder und bietet ihren Besucherinnen und Besuchern im Sommer einen gemütlichen Gastgarten mit Terrasse. Ein Tagungsraum, ein Extrazimmer und ein Stüberl runden das Angebot ab. Als Besonderheit gibt es zur Jausenplatte als Geschenk einen Hoftaverne-Taschenfeitel gratis dazu!
Das heutige Hotel Post als Ort historischer Begebenheiten und Treffpunkt wichtiger Persönlichkeiten
Das Gasthaus Weinfink (Hotel Post) als Schauplatz, in dem Johann Philipp Palm verurteilt wurde
Der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm wurde auf Befehl Napoleons zum Tode verurteilt und am 26. August 1806 in Braunau am Inn durch Erschießung hingerichtet, da er angeblich im Verlag seiner Buchhandlung das gegen Napoleon gerichtete Pamphlet "Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung", veröffentlicht hatte.
Im Verhör am 23. August 1806 durch Adjutant - Kommandant Binot gab Palm zwar zu, dass er Bücherballen an die Stagesche Buchhandlung abgesendet hätte, erklärte aber, dass er vom Inhalt der auch ihm Speditionsweise zugekommenen Bücherballen keine Kenntnis hatte. Als Begründung gab er an, dass Buchhändler für das Öffnen der so erhaltenen Bücherballen kein Recht hätten. Am 24. August 1806 wurde Braunau durch den Kommandanten der bayerischen Garnison Major Gieß in den Belagerungszustand versetzt. Am nächsten Tag, Montag dem 25. August, wurden die Stadttore erst um 8 Uhr morgens geöffnet und allen Einwohnern durch dienstlichen Auftrag empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Flussübergänge Obernberg, Schärding und Burghausen wurden ebenfalls gesperrt. Im Saale des Gasthauses Zum Weinfink - heute Hotel Post - fand sich die Gerichtskommission um halb 10 Uhr vormittags desselben Tages ein, und um 10 Uhr wurden die Sitzungen des Kriegsgerichts eröffnet.

Auch der berühmte Philosoph Arthur Schopenhauer verweilte im Jahre 1804 über eine Woche lang als "Gast" im heutigen Hotel Post.
Allerdings dürfte er keine besonders gute Erinnerung an diesen ungewollten Aufenthalt gehabt haben, wie in nachfolgender Geschichte deutlich wird. Arthur Schopenhauer reiste mit seinen Eltern von Mai 1803 bis Anfang 1805 durch Holland, England, Belgien, Frankreich, die Schweiz, Österreich und Deutschland. Es folgt eine sinngemäße Wiedergabe der Ereignisse nach den Reisetagebüchern von Johanna und Arthur Schopenhauer. Wir ließen das Land der Bayern hinter uns und fuhren durch den hässlichen schwarzgelben Schlagbaum, nicht ahnend, welches Unheil uns noch bevorstand. Mehrere Zollbeamte kontrollierten mit wichtiger Miene unsere Pässe und erklärten, da diese von keinem österreichischen Gesandten unterschrieben waren, für ungültig. Unsere vom Senat in Hamburg ausgefertigten Pässe, die in allen von uns besuchten Ländern anerkannt worden waren, sollten hier in Österreich, im Lande des Kaisers, unter dessen Schutz die freie Reichsstadt Hamburg damals noch stand, für ungültig erklärt werden? Wir gingen also sofort zum Polizeikommissar und diskutierten über eine Stunde lang mit ihm. Aber es half alles nichts! Uns wurde nur die Alternative gelassen, entweder sofort umzukehren oder aber eine Stafette (Eilzustellung durch einen Postreiter) mit unseren Pässen nach Wien zu schicken, um uns die benötigte Unterschrift zu verschaffen. Wir fügten uns in das Unabänderliche und nahmen Quartier im ersten Stock des besten Gasthauses, das in Braunau zu bekommen war. Die Stafette nach Wien wurde augenblicklich losgeschickt, und wir waren guter Dinge, unsere Reise in spätestens drei bis vier Tagen fortsetzen zu können. Als ob dieser ärgerliche Zwischenfall nicht schon genug gewesen wäre, kamen noch weitere Unannehmlichkeiten auf uns zu. Die Zollbeamten überprüften pflichtbewusst unseren Wagen und durchsuchten all unsere Koffer auf das Gründlichste, nicht der kleinste Winkel blieb unberührt. Diese unangenehme Inquisition unter den Augen der neugierigen Bevölkerung dauerte mehrere Stunden lang und endete mit der Sicherstellung unseres Reisewagens, damit uns nicht etwa einfallen würde, bei Nacht und Nebel davonzufahren. Der nächste Tag verging mit allerlei kleinen Arbeiten ganz annehmbar und unsere Lage erschien uns gleich in einem weit erträglicheren Licht. Gegen Abend wollten wir einen kleinen Spaziergang in der näheren Umgebung machen, wurden aber am Stadttor angehalten und nach unseren Pässen gefragt. Da wir diese natürlich nicht vorweisen konnten, wurden wir sogleich als verdächtige Personen zu dem uns schon bekannten Polizeikommissar gebracht. Nun ging die ganze tragikkomische Szenerie von vorne los. „Wer seid’s denn? Wo kommt’s denn her? Wo wollt’s denn hin?“, lauteten die Fragen. Der Polizeikommissar, der uns am Vortag eine Stunde lang befragt hatte, tat plötzlich so, als habe er uns noch nie gesehen. Trotz unserer misslichen Lage konnten wir es nicht unterlassen dem guten Manne mit lachendem Gesicht zu versichern, dass er doch über alles ganz genau Bescheid wissen müsste. Daraufhin bekamen wir eine Torkarte, die uns erlaubte, nach Belieben durch die Tore der Stadt hinaus zu gehen. Die Tage vergingen, der zweite, der dritte, der vierte und auch am fünften Tage waren unsere Pässe noch immer nicht aus Wien zurückgekommen. Erst am siebten Tag erschien die couriermäßig bezahlte Stafette zu Fuß in Gestalt eines alten Weibes in Braunau. Vermutlich hatte der Postmeister, der zugleich auch unser Gastwirt war, die Stafette in einen Fußboten umgewandelt, um uns als zahlende Gäste so lange als möglich in Braunau behalten zu können. Glücklich über unsere wieder gewonnene Freiheit absolvierten wir die notwendigen Besuche bei Polizei und Zoll, stiegen in unseren freigegebenen Reisewagen und rollten in Windeseile aus der Stadt am Inn hinaus.

Von einem Fenster der niederwegerischen Weingastgebbehausung (Hotel Post) erteilte Papst Pius VI der herbeigeströmten Menschenmenge seinen Segen.
Mit dem Tode der Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1780 erlangte ihr Sohn Joseph II die alleinige Regierungsgewalt. Nun konnte er sein von der Aufklärung stark geprägtes Reformprogramm endlich in die Tat umsetzen. Einige dieser radikalen Reformmaßnahmen griffen tief in den Bereich der Kirche ein und führten damit auch zu einer erheblichen Einschränkung des päpstlichen Einflusses in bisherige, rein kirchliche Angelegenheiten. Papst Pius VI sah sich dadurch veranlasst persönlich nach Wien zu kommen, um mit Kaiser Joseph II über ein besseres Verhältnis von Kirche und Staat zu verhandeln. In langwierigen Verhandlungen versuchte Papst Pius VI mehrfach die Religionspolitik des Kaisers zu beeinflussen. Die Verhandlungen führten jedoch zu keiner Lösung des Konfliktes, da Joseph II auf die Weiterführung seiner Reformmaßnahmen bestand. Während seines Aufenthalts in Wien hatte der Papst eine Einladung des bayerischen Kurfürsten erhalten, nach München zu kommen. Aus diesem Grund reiste er am 22. April 1872 von Wien aus über Oberösterreich und Bayern wieder nach Rom zurück. Damit kam es zu dem freudigen Ereignis, dass ein Papst in den Mauern unserer Stadt am Inn verweilte. Am Abend des 22. April 1782 übernachtete Pius VI im Benediktiner Stift Melk in Niederösterreich, am nächsten Tag im Chorherrenstift St. Florian im Traunviertel und am dritten Tag in Ried im Schloss des Herrn von Stieber. Am 25. April frühmorgens verließ der Papst Ried im Innkreis und kam um 1 Uhr Nachmittags im Grenzstädtchen Braunau am Inn an. Von einem Fenster der niederwegerischen Weingastgebbehausung (heute Hotel Post) erteilte Pius VI der aus dem Innviertel und dem benachbarten Bayern herbeigeströmten Menschenmenge seinen Segen.

Das heutige Hotel Post als Quartier wichtiger Persönlichkeiten während der französischen Einfälle
Während des zweiten französichen Einfalles 1805-1807 kam Kaiser Franz Joseph I um 6 Uhr abends in Braunau an und blieb über Nacht beim Weinfink (Hotel Post).
Während des dritten französichen einfalles 1809-1810 traf Erzherzog Karl am 9. April 1809 in Braunau ein und stieg beim Weinfink (Hotel Post) ab. Am 12. April 1809 kam auch Kaiser Franz Joseph I wieder nach Braunau und nahm beim Weinfink (Hotel Post) sein Absteigquartier.

Auch Otto von Habsburg übernachtete im Hotel Post
Doktor Otto Habsburg übernachtete in der Nacht auf Montag, den 19. Juni 1967, im Hotel Post in Braunau am Inn. Er war abends mit seinem Mercedes angekommen und mit einem Begleiter durch die Stadt gebummelt, von den meisten der Passanten, die am Abend den Stadtplatz bevölkerten, nicht erkannt.
Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.
Hotel Post
Das romantische Stadthotel mit günstigen Preisen befindet sich mitten am Braunauer Stadtplatz und seit circa 100 Jahren im Besitz der Familie Lettner. Der familiäre Service am Gast zeichnet das radfahrerfreundliche Hotel im Herzen von Braunau aus. Im Haus befindet sich auch das Stadtcafe - Restaurant.
Kopfurnen in der Kirche zu Haselbach Kopfurnen, ein Brauchtum gegen Kopfleiden
Der akademische Maler, Heimatforscher und Archäologe Hugo von Preen schrieb im Jahre 1901 in den Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien eine Abhandlung über den Brauch der Opferung aus Tonkopfurnen in der Wallfahrtskirche zum Heiligen Valentin in Haselbach, die er mit einer kleinen Beschreibung der Kirche einleitete. "Von Weiden umschlossen, die den Stadtbach zieren, inmitten von Obstgärten und malerischen Bauernhäusern erhebt sich die alte, mit spitzem Turm versehene Wallfahrtskirche. Man könnte fast sagen, dass der Bau auf einem grünen Eiland sich erhebt, von so viel Gewässern ist er umgeben. Während die Außenseite der Kirche einen altersgrauen, verwetterten Eindruck macht, ist das Innere das reine Gegenteil. Heiterer Barockstil tritt uns hier an Altären und Deckengemälden, welche das Leben des Schutzpatrons St. Valentin verherrlichen, entgegen." Dass der Heilige Valentin wiederholt nach Passau kam, ist gewiss, nicht minder, dass er seine Wanderung durch die ringsum dicht bewaldete Gegend auf der römischen Heerstraße machen musste, welche an Haselbach vorüberführte; dort bestand nämlich eine römische Niederlassung, wie der einst daselbst der nun zu Ranshofen aufbewahrte Votivstein bewies. Der Brauch der Opferung aus Tonkopfurnen in der Wallfahrtskirche zum Heiligen Valentin in Haselbach Man musste Getreide von neun verschiedenen Bauern in die sogenannten Kopfurnen füllen (Opferung), um von Kopfleiden, Augenleiden und der Fallenden Sucht (Epilepsie) befreit zu werden. Die Kopfurnen waren nach einem menschlichen Kopf nachgebildete Tongefäße. Die Pilger füllten eine Urne mit Getreide, setzten sich diese auf den Kopf, umschritten dreimal den Hochaltar und schütteten das Getreide in eine Holzkiste, die hinter dem Altar stand. Anmerkung: Der Votivstein, Kopfurnen und die Holzkiste können im Bezirksmuseum Braunau betrachtet werden.

Das Augenbründl in der Nähe der Valentinskapelle, ein Quellenheiligtum
Vorbei an der Haselbacher Mühle und dem großen Stechl-Weiher kommen wir nach kurzer Zeit zur Valentins Kapelle. Die kleine Kapelle wurde im Jahre 1902 auf Bestreben des damaligen Pfarrers Dominik Fiedler erbaut. Eine kleine Steintreppe führt zum sogenannten Augenbründl, eines der ältesten Quellenheiligtümer unseres Landes. Der Überlieferung nach soll der Leichnam des Heiligen Valentin bei der Überführung vom Dom zu Trient in den Passauer Dom auch in der Gegend um Haselbach zur Verehrung ausgesetzt worden sein. Dabei soll an der Stelle, wo man den Leichnam am Boden absetzte, eine kleine Quelle entsprungen sein. Einer weiteren Überlieferung zufolge hat der Heilige Valentin als Wanderbischof bei einer Durchreise an der Quelle gerastet. Diese Legenden sind vermutlich der Ausgangspunkt der Bründl Legende. Im Volksglauben wird der Quelle heilende Kraft bei Augenleiden und Kopfschmerzen zugeschrieben. Bei einer anderen Krankheit, dem Zahnweh, war folgendes zu tun: Der mit dem Leiden Behaftete ging zur Quelle, tauchte seine Hand ins Wasser und bestrich die Wange, wo der schmerzende Zahn war, vom Ohr angefangen abwärts, auf keinen Fall umgekehrt, mehrere Male mit der nassen Hand. Dann wurde er gesund, aber nur, wenn er den festen Glauben hatte, dass der Heilige Valentin ihm helfen würde. Die Heilige Quelle diente aber besonders zum sogenannten Augenwaschen. In diesem Fall versprach man sich der Heiligen Maria und opferte zudem noch zwei Augennachbildungen aus Wachs.

Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.
Brauhaus Bogner in Haselbach
Das Brauhaus Bogner in Haselbach bietet unvergessliche Stunden im außergewöhnlichen Ambiente der kleinsten Weißbierbrauerei der Welt. Im Sommer findet sich unter den mächtigen Kastanienbäumen des Brauhausgartens ein schattiges Plätzchen. Täglich, auch an Sonn- und Feiertage, besteht nach Anmeldung auch die Möglichkeit einer Brauereibesichtigung.
Übergabe der Erherzogin Marie-Luise als Kaiserin der Franzosen in St. Peter am Hart
Am 11. März 1810 wurde die Tochter des österreichischen Kaisers Franz, Erzherzogin Marie-Luise, dem Kaiser Napoleon vermählt. Napoleon hatte sich von Josephine getrennt, um "standesgemäß" zu heiraten und einen standesgemäßen Erben zu bekommen. Kaiser Franz entschloss sich nur schwer, seine Einwilligun zur Vermählung seiner Tochter mit Kaiser Napoleon zu geben. Er gab seiner Tochter Marie-Luise bis Enns das Geleite. Bei Braunau am Inn sollte die feierliche Übernahme durch die französischen Gesandten stattfinden. Zu diesem Zwecke war in St. Peter vor Braunau ein Holzbau mit drei Sälen errichtet worden. Hier trafen unter anderem die Schwester Napoleons, die Königin Karoline von Neapel sowie Erzherzog Anton ein. Die Zeremonie der Übergabe hat Marie-Luise in einem Brief vom 16. März 1810 festgehalten:
"Heute kam ich um 2 Uhr in dem französischen Lager in der Baracke zu Braunau an. Nachdem ich mich einige Zeit in der österreichischen Baracke aufgehalten, verfügte ich mich auf einen Thron im neutralen mittleren Raum. Nachdem die Akten abgelesen wurden, küssten mir noch alle meine Leute die Hand und in diesem Augenblick wusste ich wirklich nicht was ich machte. Ein kalter Schauer überfiel mich und ich kam so ausser Fassung, das der Fürst von Neuschatel zu weinen anfing. Der Fürst Trautimansdorff übergab mich ihm und es wurde mir mein ganzer Hofstaat angeführt. Oh Gott, welcher Unterschied zwischen den französischen und wienerischen Damen. Die Königin von Neapel kam mir im anderen Zimmer entgegen, ich umarmte sie und sie zeigte sich erstaunlich freundlich, doch traue ich ihr nicht ganz. Ich glaube, dass nicht Diensteifer allein die Ursache ihrer Reise war. Sie fuhr mit mir nach Braunau und hier musste ich eine zwei Stunden lange Toilette halten. Ich versichere sie, dass ich schon ebenso parfümiert als wie alle anderen Französinnen bin."

Zur Erinnerung an die Übergabe der Erzherzogin Marie-Luise als Braut Napoleons befindet sich an einer Hauswand der Volksschule St. Peter am Hart ein Bildnis von dieser Begebenheit (angefertigt von einem Braunauer Künstler, dem akademischen Maler und Professor, Martin Stachl).
Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.
Gasthof Berger
Der Gasthof Berger in St. Peter am Hart verfügt über ein Gastzimmer mit einem eigenen Raucherbereich und bietet ihren Besucherinnen und Besuchern natürlich auch ein gemütliches Nichtraucher-Gastzimmer mit Kinderspielecke. Im Sommer lädt ein rückwärtig gelegener Gastgarten zum Verweilen ein. Ein teilbarer Festsaal, der sich bestens für Feierlichkeiten eignet, rundet das Angebot ab.
HÖREN heißt VERGESSEN. HÖREN und SEHEN heißt ERINNERN. HÖREN, SEHEN und ERLEBEN heißt VERSTEHEN.
In Anlehnung an ein altes, chinesisches Sprichwort

In Braunau am Inn wurde im städtischen Augut vor mehreren Jahren ein so genannter Naturlehrpfad angelegt. Ein herrlich ruhiger Ort zum Entspannen, Joggen, Wandern und zum Kneippen (eine Kneipp-Anlage wurde im durch den Naturlehrpfad fließenden Bach installiert), der auch von Schulen für Wanderausflüge und Workshops (z.B. Wasserworkshop) immer wieder besucht wird. Der Naturlehrpfad selbst besteht zurzeit aus dem angelegten Weg mit zahlreichen, beschilderten (Informationstafeln) Bäumen und Pflanzen. BesucherInnen erreichen den Baumlehrpfad in Braunau am Inn durch den Abgang bei der Dr. Kriechbaumstiege zum Naherholungsraum Innauen und Inn- und Tauernradweg. Von dort gehen die BesucherInnen einige hundert Meter den Damm entlang und biegen links in den ca. 300m langen Baumlehrpfad ein. Besonders interessant und faszinierend ist es, den Wechsel der Jahreszeiten zu verfolgen.
Diese verschiedenen Locations ließen sich ideal mit an den jeweiligen Lehrpfad angepassten, interaktiven Erlebnishaltestellen und durch Quick Response Codes (kurz QR Codes) mit Online-Media-Komponenten (Wikipedia) erweitern.
Gleich zu Beginn unserer Überlegungen haben wir zunächst Zielgruppen (Familien mit Kindern, TouristInnen, Wanderer und Schulklassen) festgelegt und uns dann noch einige weitere Fragen gestellt, die bei der Ausarbeitung des Konzepts beantwortet werden sollen.
1. Welche Schautafeln und interaktive Animationsstationen wären vorstellbar? Wie müssen sie aussehen? Welche Informationen
beinhalten sie?
2. Bei welchen Schautafeln und interaktiven Animationsstationen wäre es sinnvoll QR Codes einzubauen?
3. Wie könnten die Ideen umgesetzt werden? Das heißt: Wie können QR Codes auf Tafeln integriert werden? Wohin, auf welche
Internetseiten, sollte die Weiterleitung bei den QR Codes erfolgen? usw.
4. Welche Informationen sollten vermittelt werden? (Zielgruppenorientiert)
5. Welche verschiedenen Szenarien sind vorstellbar? (Zielgruppenorientiert)
6. Wie könnte die Erweiterung kostengünstig umgesetzt werden bzw. welche Finanzie-rungsmöglichkeiten gibt es?
Wichtig war uns, dass wir für die Animationsstationen und die Gestaltung der Schautafeln eigene Ideen entwickeln bzw. nur eine Anlehnung an bereits bestehende Beispiele in Naturlehrpfaden verwenden. Beim Hörspiel der Natur und Was kriecht denn da? existieren zwar bereits ähnliche Beispiele in anderen Naturlehrpfaden (mit Vogelstimmen, Klappen etc), aber sowie unsere Stationen aufgebaut sind, gibt es sie noch nicht. Beim Fernrohr der 4 Jahreszeiten war unsere Überlegung ein Aussichtsfernrohr mit einer alten Erfindung aus den 60ern/70ern verbinden. In Andenkenläden gab es kleine Spielzeughäuschen oder Fernseher, die hinten wie bei einer Kamera ein Guckloch mit einem Vergrößerungsglas hatten. Im Inneren befanden sich kleine Dias des Urlaubsortes. Wenn man nun auf einen Knopf drückte, schob sich das nächste Bild vor die Lupe und beim Durchsehen sah man die Sehenswürdigkeiten vergrößert. Das Wasserlabyrinth und das Naturschiebe-Puzzle sind interaktive Animationsstationen, die in dieser Form noch nicht existieren.
Schautafeln werden zur Orientierung und zur Erklärung der QR Code-Nutzung am Beginn des Naturerlebnispfades eingesetzt. Weiters werden sie zur Beschilderung (Fotos, Bilder, Bezeichnung, Kurzinformation, QR Code) der einzelnen Pflanzen verwendet und natürlich auch für die Anleitungen zu den interaktiven Animationsstationen eingesetzt.
Bei den Animationsstationen werden die BesucherInnen zum aktiven Mitmachen eingeladen. Durch diese Art des Erlebens und Entdeckens wird die Wissensvermittlung begreifbar.
Hier haben BesucherInnen die Möglichkeit ihre mobilen Endgeräte mit Hilfe von Solarenergie wieder aufzuladen. Für die Erlebnispfad-iPhones wären auch flexible Foliensolarmodule möglich (ebenfalls beim Ansprechpartner z.B. Tourismusverband erhältlich), die sich mittels Klettverschluss auf der Kleidung (Jacken, Pullover, etc.) anbringen lassen. Somit wäre eine Energieversorgung der Erlebnispfad-iPhones ausreichend gesichert.
Drei große Schautafeln am Eingangsbereich
Im Eingangsbereich des Naturerlebnispfades werden drei, nebeneinander angebrachte Schautafeln installiert. Diese sollen durch ihre
großzügige Gestaltung einen optimalen ersten Eindruck der Einrichtung vermitteln.

Auf der ersten der drei Schautafeln findet sich eine große, grafisch gestaltete Übersichtskarte und eine kleinere Luftbildaufnahme, auf welcher der Verlauf des Naturerlebnispfades dargestellt wird. Auf dieser Tafel werden Informationen zum Thema des Naturerlebnispfades, zur Wegstrecke, zur Anzahl der Haltestellen, zur Gehzeit sowie einige wichtige Hinweise zum richtigen Verhalten im Naturgebiet gegeben. Auf der Übersichtskarte werden außerdem der momentane Standort und die Wegstrecke farblich gekennzeichnet.
Auf der zweiten Schautafel folgen Veranschaulichungen der einzelnen Haltestellen mit Fotos, Skizzen und kurzen, prägnanten Texten (kurzer Überblick, was die BesucherInnen bei den einzelnen interaktiven Animationshaltestellen erwartet). Des Weiteren ist der Naturerlebnispfad so konzipiert, dass dieser auch von Schulklassen, Wandergruppen etc. für einen Ausflug oder eine Exkursion genutzt werden kann.
Die dritte Schautafel enthält Hinweise zu den AnsprechpartnerInnen (z.B. Tourismusver-band, Informationszentrum) für das Ausleihen der Erlebnispfad-iPhones (mit vorinstalliertem QR Code Reader) und weiters eine genaue Beschreibung zur Nutzung der QR Codes im gesamten Naturerlebnispfad (Anleitung zum Auslesen der QR Codes - Mobile Tagging). Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass natürlich auch eigene Handys verwendet werden können, sofern diese bereits über die dafür benötigte Software verfügen. Bei vielen aktuellen Handys ist ein QR Code Reader bereits Standard. An dieser Schautafel können auch Orientierungsfolder aus der integrierten Halterung entnommen werden (offline), oder es besteht natürlich auch die Möglichkeit per QR Code, den Folder auf dem Erlebnispfad-iPhone zu betrachten (online).
Schautafel zur Beschilderung
Bei den einzelnen Pflanzen des Naturerlebnispfades wird jeweils eine zweigeteilte Schautafel aufgestellt.

Auf der größeren Tafel befinden sich eine Abbildung von der Pflanze (Baum, Strauch, etc.) und je nach Art der Pflanze Abbildungen von Blättern, Früchten, Blüten usw., weiters die deutsche und lateinische Bezeichnung und einige kurze Informationen (Beschreibung, Vorkommen). Zusätzlich werden Besonderheiten der Pflanze vorgestellt (Volksmedizin, Verwendung in alter Zeit, etc.). Zu guter Letzt werden noch einige Anregungen zum Nachdenken über die Pflanze gegeben, um die BesucherInnen zum Weiterrecherchieren (QR Codes) zu motivieren.

Im oberen Bereich der kleineren Tafel befindet sich der QR Code bzw. die QR Codes, über welche zusätzliche Informationen in Form von Wikipedia-Artikeln und weitere Abbildungen über Flickr abgerufen werden können. Vielleicht hat man auch nur Lust zu Twittern? - auch dafür befindet sich ein QR Code auf der Tafel, der direkt zur Twitter-Homepage weiterleitet. Im unteren Bereich der Tafel gibt es eine grafische Schnellanleitung zur Nutzung der QR Codes.
Interaktive Animationsstation - Fernrohr der 4 Jahreszeiten
Vor einer Naturszenerie wird eine höhenverstellbare Aussichtsfernrohr-Attrappe montiert. Eine Attrappe deshalb, weil die
BesucherInnen beim Blick durch das Aussichtsfernrohr keine Vergrößerung, sondern ein naturgetreues Abbild der Szenerie sehen.
Durch Betätigen eines Drehknopfes an der Aussichtsfernrohr-Attrappe wird den BesucherInnen dieselbe Szenerie nur in einer anderen
Jahreszeit präsentiert. Eine Station, die schon durch das montierte Aus-sichtsfernrohr das Interesse und die Neugierde der
BesucherInnen weckt!
Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung und dem Twitter QR Code.


Interaktive Animationsstation - Kneippen und Wasserlabyrinth
An dieser Animationsstation können die BesucherInnen einerseits im Bach, der durch den Naturerlebnispfad fließt, durch das kalte
Wasser treten (Kneippen) oder auf der Wiese neben dem Bach eine erholsame Rast einlegen. Dafür sind mehrere Holzbänke und
Holzsitze halbkreisförmig um große Baumscheiben angeordnet.
Andererseits lädt das Wasserlabyrinth zum Experimentieren ein. Dabei handelt es sich um einen durchsichtigen, rechteckigen Plexiglasschaukasten, in welchem sich ein System von Röhren in Form eines Labyrinths befindet. Von außen können durch Drehschalter die Stellungen der beweglichen Klappen (ähnlich wie beim Weichenstellen der Eisenbahnschienen) im Labyrinth verändert werden. Je nach Stellung der Klappen ändert sich auch die Position des Ausgangs aus dem Labyrinth. Neben dem Wasserlabyrinth befindet sich eine Wippschaukel, an der zwei Hydraulikpumpen angebracht sind. Mit jeder Schaukelbewegung wird Wasser über ein Röhrensystem vom Bach zum Labyrintheingang gepumpt. Aufgabe der BesucherInnen ist es nun, bevor sie mit dem Schaukeln beginnen, zu überlegen, aus welchem Labyrinthausgang das Wasser abfließt. Da sich die Position des Labyrinthausgangs je nach Stellung der Klappen ändert, müssen die BesucherInnen nun aufs Neue überlegen, aus welchem Labyrinthausgang das Wasser abfließen wird

Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung der Kneipp-Anlage (Text und QR Code zu einem YouTube Video) und des Wasserlabyrinths, QR Codes mit Informationen zum Kneippen (Wikipedia) und dem Twitter QR Code.
Interaktive Animationsstation - Was kriecht denn da?
Auf einer großen Tafel befindet sich eine Abbildung, die einen Ausschnitt der Bodenoberflä-che (Blätter, Moos, Gras, Bäume) und der
unteren Bodenschichten (Querschnitt durch den oberen Waldboden) zeigt. Zusätzlich sind auf der Tafel verborgene Klappen (gleiches
Motiv wie auf der Abbildung, nur durch die eingefrästen Fragezeichen sichtbar) angebracht, die die BesucherInnen öffnen können.
Dahinter werden die Tiere gezeigt, die auf (z.B. Waldmaus, Hirschkäfer, Borkenkäfer) oder unter der Erde (z. B. Regenwurm,
Waldameise) leben. Auf der Unterseite der Klappen sind ein kurzer Steckbrief des Tieres und QR Codes mit weiteren Informationen
(Wikipedia, YouTube Videos) aufgedruckt. Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung und dem Twitter QR Code.

(Interaktive Animationsstation) - Solarenergie-Tankstelle
Im mittleren Bereich des Naturerlebnispfades befindet sich eine wetterfeste Station, auf deren Dach Solarzellen zur
Energiegewinnung angebracht sind. Im Inneren der Station besteht für die BesucherInnen die Möglichkeit, iPhones, Handys, Netbooks
und weitere mobile Endgeräte verschiedener HerstellerInnen mittels Adapter aufzuladen. Neben der Solarenergie-Tankstelle befindet
sich eine zweigeteilte Schautafel. Auf der größeren Tafel wird passend zur Station die Stromerzeugung mit Hilfe der Sonnenergie
erklärt. Auf der kleineren Tafel befinden sich eine Anleitung zur Nutzung, weitere QR Codes mit Informationen zur
Sonnenenergienutzung und der Twitter QR Code.
Interaktive Animationsstation - Hörspiele der Natur
Auf einer Tafel sind drei verschiedene Vögel - Buntspecht, Kuckuck und Nachtigall - ohne Angabe der Namen abgebildet. Unterhalb
der Abbildungen befinden sich jeweils ein Knopf und ein kurzer Hinweis (bei der Abbildung des Buntspechts ein klopfender Vogel,
beim Kuckuck ein rufender Vogel, bei der Nachtigall ein musikalischer Vogel). Unter den Abbildungen der Vögel fallen sofort die
Klappen mit den eingefrästen Fragezeichen auf, hinter denen der Name des jeweiligen Vogels verborgen ist. Beim Drücken der Knöpfe
unterhalb der Abbildungen hören (wasserresistenter Lautsprecher) die BesucherInnen beim Buntspecht das Klopfen und beim Kuckuck
und der Nachtigall den jeweiligen charakteristischen Gesang. Nun sollen die BesucherInnen überlegen, um welchen Vogel es sich
handelt. Durch Anheben der Klappen finden die BesucherInnen die Auflösungen und zusätzlich auch einen QR Code, der sie zu weiteren
Informationen (Wikipedia) weiterleitet. Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung
und dem Twitter QR Code.

Interaktive Animationsstation - Vogelnest-TV
In drei Nistkästen mit unterschiedlichen Einfluglochgrößen für verschiedene Vogelarten ist jeweils eine Infrarot-Solar-Funk-Kamera
mit Mikrofon in einem Zwischenraum des aufklappbaren Daches montiert. Seitlich sind spezielle, mattierte Lichtöffnungen eingebaut,
die gerade so viel natürliches Licht hereinlassen, dass die Vögel beim Brüten nicht gestört werden, aber der kleinen Kamera für die
farbige Bildübertragung ausreicht. Bei Dunkelheit arbeitet sie - von den Vögeln ebenfalls unbemerkt - automatisch als
Infrarot-Kamera weiter und liefert s/w-Bilder bester Qualität. Die Nistkästen sind auf unterschiedlichen Bäumen im
Naturerlebnispfad angebracht. Unmittelbar vor den jeweiligen Bäumen befindet sich eine Schautafel, auf der ein kurzer Steckbrief
mit Foto der brütenden Vogelart abgebildet ist. Mittels einem auf der Schautafel angebrachten QR Code werden die BesucherInnen
automatisch zur Vogelnest-TV-Webseite weitergeleitet und können so auf dem Erlebnispfad-iPhone in Echtzeit mitverfolgen, was sich
im Nistkasten abspielt. Durch ein SocialBookmarking Tool, mittels MMS oder EverNote besteht die Möglichkeit den Link auch von zu
Hause oder von der Schule aus (Biologieunterricht) aufzurufen und so das Geschehen im Nistkasten weiter zu verfolgen. Neben der
Animationsstation befindet sich eine weitere Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung, weitere QR Codes mit Informationen zu
den nistenden Vögeln (Wikipedia) und dem Twitter QR Code.

Interaktive Animationsstation - Natur-Schiebepuzzle
Vor einer in die Natur integrierten Steinwand befindet sich ein alter, zersplitterter Baumstumpf mit deutlich sichtbaren
Wurzelausläufern, aus dem ein Gesicht herausgearbeitet wurde. Vor dieser Szenerie ist ein großer, leerer Bilderrahmen auf einem
Gestell montiert. Dieses reale Kunstwerk dient als Vorlage für ein überdimensionales Schiebepuzzle, welches neben dem
Bilderrahmen montiert ist. Das Schiebepuzzle, 15-Puzzle oder Ohne-Fleiß-kein-Preis-Spiel genannt, besteht aus 15 quadratischen
Bildausschnitten, die in einem Vier-mal-vier-Quadrat angeordnet sind. Das Bild ist nur dann komplett zu sehen, wenn alle Quadrate
durch Verschieben wieder in die richtige Reihenfolge gebracht worden sind. Neben der Animationsstation befindet sich eine
Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung, weiteren QR Codes mit Informationen zum 15-Puzzle oder Ohne-Fleiß-kein-Preis-Spiel und
dem Twitter QR Code.

Über die QR Codes an den verschiedenen Tafeln können sich die BesucherInnen automatisch zu den passenden Wikipedia-Artikeln weiterleiten lassen (zusätzliche Informationen zu Bäumen, Sträuchern, Tierwelt, Kneippen usw.).
Über QR Codes können an einigen Haltestellen Zusatzinformationen in Form von kurzen Videoclips abgerufen werden (z.B. Anleitung zum Wassertreten). Weiters besteht für die NutzerInnen der Erlebnispfad-iPhones die Möglichkeit, eigene Videoclips per Fingertipp auf YouTube zu veröffentlichen.
Schnappschüsse können mit der auf den Erlebnispfad-iPhones installierten Flickr-Applikation FlickIt per Fingertipp schnell und unkompliziert auf Flickr veröffentlicht werden (vgl. FlickIt, 2010).
Über QR Codes an den verschiedenen Tafeln können sich die die BesucherInnen automatisch zu Twitter weiterleiten lassen.
Mit dem auf den Erlebnispfad-iPhones vorinstallierten Online-Notizbuch EverNote können die BesucherInnen Daten unterschiedlichster Formate sammeln. Die BesucherInnen können beliebige Textschnipsel, Bilder, Screenshots oder Tabellen in EverNote eingeben. Bei Bedarf lassen sich direkt aus Evernote heraus Fotos oder Sprachnotizen aufnehmen. Die digitalen Notizen werden automatisch mit dem bei EverNote angelegten, persönlichen Account im Web synchronisiert und können später jederzeit vom PC aus abgerufen und weiterverarbeitet werden (Privat-PC, Schulcomputer, usw.). EverNote lässt sich hervorragend als Schulordner einsetzen, in dem man alles Material aus dem Unterricht ablegen kann. Die Zuordnung zu den Fächern stellt man über entsprechende Tags her (vgl. EverNote, 2010).
Der QR Code (Englisch für Quick Response, bedeutet schnelle Antwort) ist ein zweidimensionaler Code, der eine Weiterentwicklung des handelsüblichen Barcodes, wie er auf jedem Produkt zu finden ist, darstellt. Seit dem Jahr 2000 ist der QR Code ISO-zertifiziert (ISO/IEC18004) und patentbehaftet, darf aber frei verwendet werden (vgl. Wikipedia, 2010).
Die durch entsprechende Generatoren erstellten Codes können als Bild abgespeichert und beliebig weiterverarbeitet werden. Auf diese Weise kann man einfach eigene QR Codes für beliebige Zwecke erstellen. Außerdem gibt es eine Firefox-Extension, die per Klick die aktuelle URL im Browser in einen QR Code umwandelt (vgl. Wikipedia, 2009a).
Bei unseren Recherchen im Internet sind wir auf den kostenlosen Online-Generator goQR.me gestoßen. Dabei ist es möglich eine bis zu 300 Zeichen große Textbotschaft, eine URL, eine Telefonnummer, SMS-Nachricht und eine Visitenkarte (vCard) in einen QR Code umzuwandeln (vgl. goQr.me, 2010).
Da wir hauptsächlich auf Wikipedia-Artikel, Flickr, YouTube und Twitter verlinken, stellen wir hier die QR Code Generierung anhand einer Wikipedia URL vor:
1. Schritt: Wikipedia Artikel wählen
Auf Wikipedia den betreffenden Artikel suchen und die dazugehörige URL in die Zwischenablage kopieren.

2. Schritt: Den QR Code generieren
Die kopierte Wikipedia-URL in das Formularfeld im Online-Generator goQR.me einfügen, eventuell noch Größeneinstellungen mit dem
Schieberegler vornehmen und auf die Schaltfläche Herunterladen klicken.

3. Schritt: Den QR Code anbringen
Den erzeugten QR Code entweder auf wasserfeste, aufklebbare Folie ausdrucken und auf den Schautafeln anbringen oder noch besser,
den Code direkt von der Druckerei auf die Schautafeln drucken lassen. Sobald dies erledigt ist, sind die Inhalte verlinkt und
Wissen, das vorher versteckt war, ist nun für andere zugänglich, und zwar genau dort, wo es als Anregung gebraucht wird.
Mittlerweile verfügen die meisten aktuellen mobilen Endgeräte (Handys, iPhones, PDAs u. ä.) über eine eingebaute Kamera und einen vorinstallierten QR Code Reader, welcher das Auslesen von QR Codes ermöglicht. Für viele weitere mobile Endgeräte steht eine entsprechende Reader-Software kostenlos im Internet zum Download bereit. Die Quick Response Codes übernehmen somit die Rolle der Hyperlinks aus dem Internet. Anstatt den Hyperlink mit der Maus anzuklicken, benutzen die interessierten BesucherInnen ihr Kamerahandy, um den QR Code zu fotografieren und gelangen mit nur einem Klick zu den gewünschten Informationen. Lästiges und fehleranfälliges Eintippen, sowie unnötiges und zeitaufwendiges Suchen im mobilen Internet gehören somit der Vergangenheit an.

Im Fall unseres gemeinsamen Projektes Der interaktive Naturerlebnispfad haben wir uns aus folgenden Gründen für die Verwendung von iPhones entschieden (vgl. Apple, 2010):
* Einfache Bedienung per Touchscreen
* Robustes und kratzfestes 3,5-Zoll-großes Display (vorteilhaft für Vogelnest-TV)
* Einfache Synchronisation zwischen iPhone und PC
* WiFi-Funktion für eine schnelle, drahtlose WLAN-Verbindung
* Auslesen von QR Codes mit der zuverlässigen Reader-Applikation Barcode (Freeware)
* Safari-Browser - sehr schneller und fortschrittlicher Webbrowser
* Aufnehmen und Bearbeiten von Sprachnotizen über das integrierte Mikrofon
* Aufnahme und Bearbeitung von hochwertigen Videos, die per Fingertipp auf YouTube veröffentlicht werden können
* Schnappschüsse sind per Fingertipp möglich
* Mit der Flickr-Applikation FlickIt (Freeware) lassen sich diese schnell und unkompliziert auf Flickr veröffentlichen
* Schutz vor Nässe, Schmutz und Beschädigungen durch das iPhone-Armband oder der Umhängetasche
Die Trägergestelle der Schau- und Animationstafeln im Naturgebiet, die mit dem Erdboden in Berührung kommen, sind aus dem landschaftsgerechtesten, extrem witterungsbeständigen und vor allem umweltfreundlichen Rohstoff Holz (z.B. Eiche) gefertigt. Konstruktionen, in denen sich Wasser ansammeln kann, werden vermieden, wofür alle Abschlusskanten abgeschrägt und gegebenenfalls Abflusslöcher gebohrt werden (Ebers, 1998). Dadurch sind sie kaum anfällig gegen Vandalismus, haben bei Überdachung eine lange Haltbarkeit und passen sich im Naturgebiet gut an.
Die Schautafeln mit den Informationen (Screens) sind so genannte HPL-Tafeln. Mit dem Kür-zel HPL (= High Pressure Laminate, Hochdrucklaminat nach EN 438) sowie den Bezeichnungen Resoplan® / Resopal® wird eine Spezialform des Laminats bezeichnet. Unter hohem Druck wird ein UV-beständiger Digitaldruck durch ein extrem hartes Kunstharz (Melamin) mit der Trägerplatte verbunden. Dies ermöglicht die Produktion von Schautafeln mit einzig-artigen Eigenschaften in Bezug auf Dauerhaftigkeit und Beständigkeit. Eine HPL-Schautafel ist daher optimal für den Ausseneinsatz (Naturlehrpfad, Zoo, Tierpark usw.) geeignet.
Die Umweltaspekte von HPL Platten
Bei den HPL Dekorplatten handelt es sich um Hochdruck-Schichtpressstoffplatten entsprechend EN 438-1 mit einer
Melaminharzdeckschicht. Die Platten bestehen aus Papier (mehr als 60 Gewichtsprozente) und unter Wärme, Druck und Rückkühlung
aushärtenden Reaktionsharzen. Die übrigen Teile bestehen aus ausgehärtetem Phenolharz für den Kern und Melaminharz für die
Deckschicht. Beide Harze gehören zu den Duroplasten. Kein anderes Produkt im dekorativen Oberflächenbereich ist in Haltbarkeit
und Sauberkeit so einfach einzusetzen. HPL ist z.B. sowohl für den Lebensmittelbereich, als auch für den Einsatz in
Krankenhäusern zugelassen. Da kein Trägermaterial wie z.B. Aluminium-Blechplatten, Forex, Dibond usw. verwendet wird, wird die
Umwelt weniger belastet. Sollten Schilder aus Folie oder Aluminium ausgedient haben, müssen diese als Sondermüll entsorgt werden.
Gemäß TA-Abfall, Kategorie I Nr. 571, werden HPL-Platten als sonstiger ausgehärteter Kunststoffabfall eingestuft. Kategorie I
bedeutet, dass ein Material hausmüllähnlich ist. HPL-Platten dürfen in behördlich genehmigten Industriefeuerungsanlagen verbrannt
werden, außerdem können HPL Abfälle auf kontrollierten Deponien abgelagert werden. Auch die eingesetzten UV-Farben sind
umweltverträglich. Sie enthalten keine Lösungsmittel, sind wasserlöslich und passen so in das Konzept der umweltfreundlichen
Fertigung. (vgl. Lehrpfad Service 2010).
Die interaktiven Elemente bei den Animationsstationen müssen durch geeignete Fachkräfte hergestellt und installiert werden. Auch hier wird darauf geachtet, dass die verwendeten Materialien umweltverträglich sind. Die meisten der Animationsstationen sind aus dem land-schaftsgerechtesten, extrem witterungsbeständigen und vor allem umweltfreundlichen Roh-stoff Holz und HPL Platten hergestellt (Was kriecht denn da? und Natur-Schiebepuzzle).
Beim Wasserlabyrinth kommt Plexiglas zum Einsatz, das laut Herstellerangaben EVONIK Industries umweltverträglich in zertifizierten Werken hergestellt wird (Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001, Umweltzertifikat DIN EN ISO 14001). Es ist frei von Bisphenol A, Schwermetallen (z. B. Cadmium, Quecksilber) und Asbest, Formaldehyd, FCKW, PCB, PCT etc., umweltverträglich und langlebig.
Bei der Animationsstation Hörspiele der Natur wird die Energieversorgung des integrierten Lautsprechers ebenfalls wie bei der Animationsstation Vogelnest-TV über Solarenergie sichergestellt.
Ebenso muss eine ausreichende Anzahl an Erlebnispfad-iPhones angeschafft werden, damit möglichst alle BesucherInnen in den vollen Genuss des interaktiven Naturerlebnispfades kommen. Hier muss natürlich eine regelmäßige Wartung durchgeführt werden, um eine rei-bungslose Nutzung der Leihgeräte zu gewährleisten. Es wird zwar an der Ausleihstelle (z.B. Tourismusverband, Informationszentrum) eine kurze Einschulung zur Nutzung der Erlebnispfad-iPhones stattfinden, zusätzlich erhalten die BesucherInnnen aber auch leicht verständliche Kurzanleitungsfolder (Schritt-für-Schritt mit Bild und Text).
Neben den anfallenden Kosten für die benötigten Materialien ist die Mithilfe einer Grafik-Fachkraft (z.B. für das Corporate Design) empfehlenswert. Hier entstehen je nach Zeitaufwand Kosten für Satz-, Layout- und Design-Arbeiten, sowie für Nutzungsrechte.
Eine Kontrolle des Naturerlebnispfades und der Austausch beschädigter oder unbrauchbar gewordener Einrichtungen sind regelmäßig durchzuführen.
Abschließend sollten auch Werbemaßnahmen (Folder, Inserate usw.) in die allgemeine Kostenrechnung miteinbezogen werden.
Da Naturlehrpfade und deren Instandhaltung meist von Gemeinden und Tourismusverbänden der jeweiligen Regionen finanziert werden, lässt sich hier die weitere Finanzierung für den Ausbau zum interaktiven Naturerlebnispfad sicherlich leicht realisieren. Je attraktiver das Angebot, desto mehr AusflugstouristInnen und BesucherInnnen und damit verbunden Geldeinnahmen sind zu erwarten.
Umwelt- und Naturschutzvereine, ortsansässige Unternehmen (Banken, Sparkassen usw.) könnten als Sponsoren gewonnen werden.
Für kostenintensive Aufträge wie z.B. den Entwurf eines Corporate Designs und andere grafische Elemente bietet sich die Möglichkeit einer Ausschreibung an Universitäten und Kunstakademien oder auch über Wettbewerbe in Zeitungen bzw. Internet an.
Zur Mitfinanzierung der Erlebnispfad-iPhones bietet sich das Sponsoring über verschiedene MobilfunkbetreiberInnen und Handy-Shops an (Werbemöglichkeit z.B. in den Kurzanleitungsfoldern).
Ein Ausflug in den interaktiven Naturerlebnispfad beginnt für gewöhnlich im Informationszentrum, das sich im Eingangsbereich des Erlebnispfades befindet.
Die BesucherInnnen erhalten hier relevante Informationen wie z.B. Thema des Naturerlebnispfades, Länge der Wegstrecke, Anzahl der Haltestellen sowie einige wichtige Hinweise zum richtigen Verhalten im Naturgebiet.
Auch häufig gestellte Fragen rund um den Erlebnispfad wie z.B. Wie lange bin ich unterwegs? Gibt es Broschüren, Übersichtskarten, Folder etc. zum Mitnehmen? Was erwartet mich bei den interaktiven Animationsstationen? Wie funktioniert das mit den Erlebnispfad-iPhones? usw. werden beantwortet.
Weiters erfolgt nach Bedarf eine kurze Einschulung zur Nutzung der Erlebnispfad-iPhones und zur Funktionsweise der QR Codes, über welche weitere Informationen aus dem Internet abgerufen werden können. Alle BesucherInnen erhalten zusätzlich auch leicht verständliche Kurzanleitungsfolder (Schritt-für-Schritt mit Bild und Text).
Anschließend haben die BesucherInnen die Möglichkeit den interaktiven Naturerlebnispfad entweder self-guided (selber entdecken und erleben - diese Form wird von vielen TouristInnen bevorzugt) oder mit Begleitbroschüre (Übersichtskarte, Informationen zu den interaktiven Animationsstationen) zu erforschen.
Vorbei an den drei großen Übersichtsschautafeln im Eingangsbereich betreten die BesucherInnen den interaktiven Naturerlebnispfad.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Naturerlebnispfads liegt im direkten Erleben und Wahrnehmen von Natur und Landschaft. Durch die interaktiven Animationsstationen und durch den Einsatz der QR Codes erhalten die großen und kleinen BesucherInnen außergewöhnliche Eindrücke und erleben so den Naturerlebnispfad als unterhaltsame und lehrreiche Wanderung. Zum Beispiel die interaktive Animationsstation Hörspiel der Natur macht schon alleine durch die eingefrästen Fragezeichen auf den Klappen neugierig. Nach dem Durchlesen der Anleitung und des Textes unter den Abbildungen der Vögel, hören sich die BesucherInnen die Vogelstimmen an (Knopf befindet sich unter der jeweiligen Abbildung) und raten nun, um welche Vogelart es sich wohl handeln könnte. Nachdem alle ihren Vorschlag abgegeben haben, finden die BesucherInnen durch Anheben der Klappen die Auflösungen und zusätzlich auch einen QR Code, der sie zu weiteren Informationen (Wikipedia) weiterleitet.
Die Schautafeln bei den einzelnen Pflanzen regen die BesucherInnen durch ihre textliche Gestaltung (Fragestellungen wie z.B. Warum wird der Katsurabaum auch Kuchenbaum genannt?) an, mehr über die jeweilige Pflanzenart herausfinden zu wollen. Die BesucherInnen können einerseits die Informationen auf den Schautafeln lesen und verwerten, und andererseits durch die QR Codes ihren Wissensstand erweitern. Zudem können die BesucherInnen (vor allem bei den Kindern sehr beliebt) über die Erlebnispfad-iPhones Wissenswertes über die jeweiligen Pflanzen in audiovisueller Form (YouTube-Videos) abrufen.
Der Bach, der durch den Naturerlebnispfad fließt, ist besonders bei den Familien mit Kindern ein beliebter Rast- und Ruhepunkt. Gerade im Sommer holen sich die Eltern und Kinder liebend gerne eine Erfrischung durch das Wassertreten in der großzügig im Bachbereich angelegten Kneipp-Anlage. Weiters können sie über die Schautafel allerlei Wissenswertes über Sebastian Kneipp und seine Wasserkuren erfahren. Die halbkreisförmig um große Baumscheiben angeordneten Holzbänke und Holzsitze im Uferbereich laden zum Verweilen, Relaxen und Picknicken ein. Auf der Liegewiese kann man einfach die Seele baumeln lassen und den Blick in die Baumkronen genießen. Andererseits lädt das Wasserlabyrinth, das sich in unmittelbarer Näher der Kneipp-Anlage befindet, zum Experimentieren ein. Während beispielsweise die Eltern auf der Wippschaukel für die Wasserversorgung verantwortlich sind, raten die Kleinen wo das Wasser aus dem Labyrinth fließt. Von außen können durch Drehschalter die Stellungen der beweglichen Klappen im Labyrinth verändert werden. Dadurch ändert sich auch die Position des Ausgangs aus dem Labyrinth und die BesucherInnen müssen nun aufs Neue überlegen, aus welchem Labyrinthausgang das Wasser abfließen wird. Logisches Denken und Konzentration werden hier auf spielerische Art ebenso gefördert wie auch soziale Kompetenzen (z.B. Teamfähigkeit, Kommunikation, denn das Spiel funktioniert nur zu dritt - zwei müssen schaukeln und mindestens einer muss raten).
Eine Besonderheit des Naturerlebnispfades stellt die Solarenergie-Tankstelle dar. Hier werden den BesucherInnen auf Schautafeln vor einer wetterfesten Station, auf deren Dach Solarzellen zur Energiegewinnung angebracht sind, anschaulich die Vorteile der Stromerzeugung mit Hilfe der Sonnenenergie näher gebracht. Auch hier befinden sich weitere QR Codes mit Informationen zur Solartechnologie. Im Inneren der Station können sich die BesucherInnen gleich live von den Vorteilen der Solarenergienutzung überzeugen. Mittels Adapter können sie hier ihre Erlebnispfad-iPhones, Handys, Netbooks und weitere mobile Endgeräte verschiedener HerstellerInnen aufladen.
Bei Gruppenausflügen haben die einzelnen BesucherInnen, auch wenn sie sich an verschiedenen Stationen des Naturerlebnispfades befinden, mit Hilfe der Erlebnispfad-iPhones untereinander Informationen auszutauschen. Dazu können sie die beispielsweise miteinander twittern (über die Twitter QR Codes auf den einzelnen Schautafeln), Fotos oder selbst gedrehte Videoclips auf Flickr und YouTube hoch zu laden und die zugehörigen Links zuzusenden (die Fotos und Videoclips sind damit auch nach Rückgabe der iPhones jederzeit wieder abrufbar).
Apple (2010). Das iPhone 4 [online] http://www.apple.com/de/iphone/features/ (abgefragt am 22. Dezember 2010)
Ebers, S. (1998). Vom Lehrpfad zum Erlebnispfad - Handbuch für Naturerlebnispfade. NZH Verlag, Wetzlar. 1998.
Evernote (2010. What is Evernote? [online] http://www.evernote.com/about/ what_is_en/ (abgefragt am 22. Dezember 2010)
FlickIt (2010). Flickit bringt Fotos vom iPhone direkt auf Flickr [online] http://www.macnotes.de/2009/02/10/flickit-bringt-fotos-vom-iphone-direkt-auf-flickr (abgefragt am 22. Dezember 2010)
goQr.me (2010). goQr.me [online] http://goqr.me/ (abgefragt am 22. Dezember 2010)
Lehrpfad Service (2010). Schautafeln für jede Anwendung [online] http://www.lehrpfad-service.de/schautafeln.html (abgefragt am 22. Dezember 2010)
Wikipedia (2010). QR Code [online] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=QR_Code (abgefragt am 22. Dezember 2010)
Wikipedia (2010a). Strichcode [online] http://de.wikipedia.org/wiki/Strichcode (abgefragt am 22. Dezember 2010)
Daheim, nicht in der Fremde, möchte ich eines guten Todes sterben oder, wenn es sein muss, eines bösen.
Aber sterben möchte ich daheim, nicht in der Fremde.
Egon Ranshofen-Wertheimer, Die Heimkehr (1946)

Egon Ranshofen-Wertheimer wurde am 4. September 1894 als Sohn des liberalen Großgrundbesitzers Julius Wertheimer und seiner Frau Karoline, geborene Bartosch, auf dem Landgut Ranshofen geboren. In dieser landwirtschaftlich geprägten Umgebung verbrachte er eine unbeschwerte und glückliche Kindheit.
Über 20 Jahre seines Lebens bemühte er sich, zunächst in den 30iger Jahren als Beamter des Völkerbundsekretariats und später in den 50iger Jahren als Missionschef der Vereinten Nationen, auf der weltpolitischen Bühne um die Erhaltung des Weltfriedens. Im amerikanischen Exil kämpfte Egon Ranshofen-Wertheimer beharrlich für die Befreiung Österreichs und setzte sich mehrfach bei verschiedenen US-Regierungsstellen und sogar bei Präsident Franklin D. Roosevelt für die österreichische Unabhängigkeit ein.
Keine Selbstverständlichkeit, nachdem Wertheimer im Jahre 1938 angesichts der immer bedrohlicher werdenden Situation durch die Nationalsozialisten in die USA emigrieren musste. Bereits im Jahr 1926 wurde durch einen königlich-preußischen Offizier bei der Bezirkshauptmannschaft Braunau der Vorwurf erhoben, dass sich in Ranshofen eine gefährliche, kommunistische Zentrale befände, und zwar in der Person des Gutsbesitzers Egon Werteimer. Ab 1930 war er als Beamter im Völkerbund laufend heftigen Angriffen seitens der nationalsozialistischen Presse ausgesetzt. Auf Berufung einer Verordnung vom 3. Juli 1938 wurde dem Völkerbundsekretariat am 17. August 1938 offiziell mitgeteilt, dass man Egon Wertheimer und seine Frau nicht länger als österreichische Staatsbürger betrachte. Mit seinem Heimatland Österreich und vor allem mit Ranshofen blieb Egon Wertheimer dennoch auf besondere Weise verbunden. Im amerikanischen Exil inmitten des Krieges schrieb er, dass dieses Dorf und diese Menschen für ihn das Maß aller Dinge sind und auch bleiben werden.
Trotz seines vorbildlichen Engagements für sein Heimatland und trotz seiner nicht unbedeutenden Rolle im weltpolitischen Geschehen ist Egon Ranshofen-Wertheimer in Österreich fast in Vergessenheit geraten.
Mit dem Projekt Erwünschtes Erbe - Dauerausstellung Egon Ranshofen Wertheimer könnte diese Persönlichkeit wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.
Unter der Schlagzeile Peacemakers Manual schrieb Leoplod Kohr, es sei eine interessante Fügung, dass zwei so verschiedene Menschen in der gleichen Gegend zur Welt kamen. Der eine, Adolf Hitler, zerstöre die Völker Europas in einem verheerenden Krieg, während der andere, Egon Ranshofen-Wertheimer, sich in den Vereinigten Staaten Gedanken mache, wie man den Menschen in Europa einen dauerhaften Frieden bringen könne.
Auch die 16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage, die vom 28. bis zum 30. September 2007 stattfanden, beschäftigten sich mit dem bewegten Leben des in Ranshofen bei Braunau geborenen Dr. Egon Ranshofen-Wertheimer. Im Zuge der Vorbereitungen auf ein Referat über Egon Ranshofen-Wertheimer wurden nach umfangreichen Recherchen zahlreiche Dokumente, Briefe, Zeitungsartikel, Bücher, Film- und Fotomaterial aus der ganzen Welt gesammelt und chronologisch geordnet.
Im Frühjahr 2008 schrieb ich, Tamara Rachbauer, als Studentin der Media Design Hochschule im Studienfach "Wissenschaftliches Arbeiten" eine Seminararbeit mit dem Titlel "Egon Ranshofen-Wertheimer - Chronologie eines bewegten Lebens".
Zu diesem Zeitpunkt entstand die Idee in Ranshofen oder in Braunau ein "Wertheimer-Zimmer" zu installieren, um die mittlerweile sehr umfangreiche Wertheimer-Sammlung der Öffentlichkeit zugänlgich zu machen. Leider waren damals weder räumliche noch finanzielle Gegebenheiten vorhanden, was sich ja nun im Zuge der Vorbereitungen zur Landesausstellung 2012 in Ranshofen geändert hat.
Was läge also näher als Erwünschtes Erbe sozusagen im Schloss Ranshofen eine Egon Ranshofen-Wertheimer Dauerausstellung zu installieren und auch für die Initiative Friedensbezirk Braunau würde sich die Person Egon Ranshofen-Wertheimer bestens eignen.
Egon Ranshofen-Wertheimer schreibt über seine Kindheit:
Die Tür zum ersten Stock, wo ich zur Welt gekommen war, wo meine Eltern den größten Teil ihres Lebens verbracht hatten, war versperrt. Aber die holzgeschnitzte Tür zum zweiten Stock stand halb offen, und wir traten auf den Korridor. Dieser Stock hatte mir gehört, war unzertrennbar mit meiner Existenz verbunden. Hier hatte ich mir seit meinen Knabenjahren meine eigene Welt aufgebaut. Hier hatte ich mein geliebtes, schwarzes Zimmer gehabt, in dem ich als Knabe die große Entdeckungsfahrt in die Weltliteratur und über Bücher ins Leben angetreten hatte. Schlaflos war ich hier, erregt und überhell, über Büchern gesessen. Hatte ich mir die Augen Wund gelesen, so trat ich ans Fenster und schaute über die Kronen der großen Lindenbäume in die Dämmerung des werdenden Tages oder auf die aufsteigenden Inn-Nebel, während das Haus in tiefer Stille lag. Nur von Zeit zu Zeit rieselte es geheimnisvoll hinter den Tapeten. Bis die Hähne zu krähen begannen, die Vögel schrille Rufe zusandten, das schwere Schlosstor, vom Nachtwächter geöffnet, in den Angeln knirschte, und die ersten Arbeiter aus dem Dorf mit schweren Schritten über den Kies durch den Schlosshof zum Wirtschaftsgebäude stampften.
Aufgrund dieser Beschreibung Wertheimers über seine Kindheit dürfte es auch kein Problem darstellen, ein geeignetes Zimmer (möglicherweise das oben von Wertheimer erwähnte geliebte schwarze Zimmer) für eine Dauerausstellung zu finden.
An den Wänden des Zimmers werden Informationstafeln mit der zusammengefassten Lebensgeschichte Wertheimers angebracht. Befindet man sich im Inneren des Zimmers beginnt der Lebenslauf Wertheimers mit der Geburt rechts vom Eingang/Ausgang, dargestellt auf einer Informationstafel. In chronologischer Reihenfolge (im Uhrzeigersinn) werden die weiteren Lebensabschnitte auf jeweils drei Informationstafeln pro Wand dargestellt. Die Lebensgeschichte Wertheimers endet mit seinem Begräbnis, das auf einer Informationstafel links vom Eingang/Ausgang dargestellt wird.
Informationstafel rechts neben dem Eingang/Ausgang: Egon Ranshofen-Wertheimers Geburt und Kindheit
Informationstafel links neben Eingang/Ausgang: letzte Heimkehr und Begräbnis

Im Rundgang auf den drei Zimmerwänden mit insgesamt neun Informationstafeln:
Gymnasium Salzburg, Studienzeit, Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, Kriegsgegner, Revolutionärer Hochschulrat, Künstlerkreis, Eheschließung, Studentischer Zirkel, Promotion und Journalistische Aktivitäten, Völkerbund und Flucht ins Exil, Universität Washington D.C. und die Vereinten Nationen, Elder Statesmen in Österreich

Auf dem Boden des Zimmers, diagonal von einer Zimmerecke in die andere verlaufend, sollten ca. 100 cm hohe hohle Großbuchstaben (Schriftzug EGON) aus transparentem Plexiglas installiert werden. In diesen Plexiglas-Buchstaben werden im Inneren verschiedene Dokumente, Unterlagen und Bücher von und über Egon Ranshofen-Wertheimer ausgestellt. So sind die Exponate durch das transparente Plexiglas geschützt und können von den BesucherInnen von allen Seiten betrachtet werden.

Als visueller Abschluss der Dauerausstellung sollte ein Infoterminal als so genannter Point of Interest zum Abrufen von Filmaufnahmen (z.B. Briefe, Dokumente, Fotos und Filmaufnahmen des Begräbnisses auf dem Friedhof Ranshofen) über den Touchscreen-Monitor eingesetzt werden.
Mit dem Rundgang müsste aber die Dauerausstellung nicht enden. Auf dem Touchscreen-Terminal könnten die bisherigen und natürlich auch die zukünftigen EmpfängerInnen des Egon Ranshofen-Wertheimer Preises und ihr Leben vorgestellt werden.
Der Egon Ranshofen-Wertheimer Preis wird seit 2007 von der Stadt Braunau und dem Verein für Zeitgeschichte an AuslandsösterreicherInnen, die sich in besonderer Weise für Österreich eingesetzt haben, verliehen.
Erstmals wurde dieser Preis im Rahmen der 16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage, am 29. September 2007, an die Trapp-Familie vergeben. Die Enkelin von Georg Ritter von Trapp, Elisabeth von Trapp Walker, nahm den Preis entgegen. Die Laudatio hielt der Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Bundesministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten, Botschafter Emil Prix.
Am 3. Mai 2008 wurde Dr. Ernst Florian Winter mit dem Egon Ranshofen-Wertheimer Preis in Braunau am Inn ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Diplomat und Mitarbeiter der Diplomatischen Akademie Wien Michel Cullin.
Die Informationstafeln mit den Informationen (Screens) sind so genannte HPL-Tafeln. Mit dem Kürzel HPL (= High Pressure Laminate, Hochdrucklaminat nach EN 438) sowie den Bezeichnungen Resoplan® / Resopal® wird eine Spezialform des Laminats bezeichnet. Unter hohem Druck wird ein UV-beständiger Digitaldruck durch ein extrem hartes Kunstharz (Melamin) mit der Trägerplatte verbunden. Dies ermöglicht die Produktion von Informationstafeln mit einzigartigen Eigenschaften in Bezug auf Dauerhaftigkeit und Beständigkeit.
Die Umweltaspekte von HPL Platten
Bei den HPL Dekorplatten handelt es sich um Hochdruck-Schichtpressstoffplatten entsprechend EN 438-1 mit einer Melaminharzdeckschicht. Die Platten bestehen aus Papier (mehr als 60 Gewichtsprozente) und unter Wärme, Druck und Rückkühlung aushärtenden Reaktionsharzen. Die übrigen Teile bestehen aus ausgehärtetem Phenolharz für den Kern und Melaminharz für die Deckschicht. Beide Harze gehören zu den Duroplasten. Kein anderes Pro-dukt im dekorativen Oberflächenbereich ist in Haltbarkeit und Sauberkeit so einfach einzu-setzen. HPL ist z.B. sowohl für den Lebensmittelbereich, als auch für den Einsatz in Krankenhäusern zugelassen. Auch die eingesetzten UV-Farben sind umweltverträglich. Sie enthalten keine Lösungsmittel, sind wasserlöslich und passen so in das Konzept der umweltfreundlichen Fertigung.
Bei den Buchstaben könnte transparentes Plexiglas zum Einsatz kommen, das laut Herstellerangaben EVONIK Industries umweltverträglich in zertifizierten Werken hergestellt wird (Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001, Umweltzertifikat DIN EN ISO 14001). Es ist frei von Bisphenol A, Schwermetallen (z.B. Cadmium, Quecksilber) und Asbest, Formaldehyd, FCKW, PCB, PCT etc., umweltverträglich und langlebig.
Hierbei sollte ein All In One Touchscreen mit integriertem Abspielgerät oder PC System verwendet werden. So entsteht kein unnötiger Kabelsalat. Das Gerätesystem ist kompakt und durch die voll integrierte Bauweise besonders robust und handhabungsfreundlich.
Neben den anfallenden Kosten für die benötigten Materialien sollten auch Werbemaßnahmen (Folder, Inserate usw.) in die allgemeine Kostenrechnung miteinbezogen werden.
Im Zuge der Landesausstellung 2012 wurde ein bestimmtes Investitionsvolumen für die Region Braunau-Ranshofen vom Land Oberösterreich zugesagt. Hier könnte durchaus auch im Hinblick auf die Nachnutzung des Schlosses Ranshofen ein geringfügiger Teil zur Finanzierung der Dauerausstellung verwendet werden.
Auch ortsansässige Unternehmen (AMAG - Ranshofen, Banken, Sparkassen usw.) könnten als Sponsoren gewonnen werden.
Für kostenintensive Aufträge wie z.B. die der Buchstaben aus Plexiglas bietet sich die Möglichkeit einer Ausschreibung für Projektarbeiten an Höheren Technischen Lehranstalten oder auch über Wettbewerbe in Zeitungen bzw. Internet an.
Die Studienarbeit Egon Ranshofen-Wertheimer - Chronologie eines bewegten Lebens für die Inhalte auf den Informationstafeln wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Dokumente, Briefe, Fotos, Bücher und andere Unterlagen werden ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch eine Filmaufnahme (DVD-Format) vom Begräbnis Egon Ranshofen-Wertheimers auf dem Friedhof Ranshofen kann mit Hinweis auf den Urheber kostenlos zur Verfügung gestellt werden