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Braunau hat's In(n) sich!

Konzepte, um den kulturellen Aufschwung durch die Landesausstellung 2012 nachhaltig zu nutzen

entwickelt in enger Zusammenarbeit von
Tamara Rachbauer MA, BSc, Manfred Rachbauer & Peter Lorenzer

Konzept registriert bei Creativdepot.at

Von 27. April bis 4. November 2012 fand die grenzüberschreitende Landesausstellung 2012 „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich“ an drei historisch bedeutenden Orten statt. Braunau am Inn wurde dabei als größte Stadt des Innviertels, direkt an der bayerischen Grenze, beworben, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist. Nun ist es an der Zeit, dafür zu sorgen, dass Braunau auch nach der Landesausstellung zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist.

Im Zuge der Landesausstellung waren durchwegs positive Resonanzen vonseiten der Politik, der Wirtschaft und der Bevölkerung zu vernehmen. Da war von rund 1000 Personen die Rede, die wöchentlich nach der Ausstellung in Ranshofen auch die Braunauer Innenstadt besuchten. Besonders die Sonderausstellung in der Herzogsburg und der Stadterlebnisweg waren beachtliche Frequenzbringer. Also eine durchaus positive Bilanz, auch für Gastronomie und Handel!

Nachfolgende Konzeption soll Anreize zur Diskussion schaffen, um Braunau durch kulturtouristische Highlights als Kulturhauptstadt des Innviertels zu etablieren. Historische und kulturelle aber auch kuriose und außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten sind in der Stadt am Inn genügend vorhanden. Sie müssten „nur mehr“ aus dem langjährigen Dornröschenschlaf erweckt werden.

Der sogenannte Kulturtourismus hat sich seit den 90er Jahren zu einem permanent wachsenden Megatrend entwickelt. Ein Großteil der heutigen Urlaubsreisen ist in zunehmendem Maße durch Kultur motiviert, da Kultur von vielen als attraktive Möglichkeit zur Freizeitgestaltung betrachtet wird. Vor allem das verstärkte Interesse an lokalem Kulturerbe und dem damit verbundenen Kaufkraftzufluss wirken sich äußerst vorteilhaft auf die wirtschaftliche Stadt- und Regionalentwicklung aus. Der Kulturtourismus bietet den Städten und Regionen die einmalige Möglichkeit, sich stärker voneinander abzugrenzen und ein individuelles touristisches Profil zu entwickeln. Ein weiterer Vorteil des Kulturtourismus besteht darin, dass Witterung und Jahreszeiten keine allzugroße Bedeutung spielen. Das bedeutet, dass sowohl in der Haupt- als auch in der Nebensaison mit zahlreichen Gästen gerechnet werden kann.

Bei der Entwicklung und Vermarktung nachfragegerechter kulturtouristischer Angebote gilt es, einige wichtige Punkte zu berücksichtigen, um die touristische Attraktivität des Kulturangebotes zu optimieren. Erfolgreiche kulturtouristische Angebote müssen unverkennbar, erlebnisorientiert und regional-typisch sein und auch gute Geschichte(n) bieten.

Im Fall unserer Stadt am Inn müssten „nur“ die bereits vorhandenen Potenziale für kulturtouristische Zwecke aufbereitet werden. Zu diesen Potenzialen zählen unter anderem zahlreiche vorhandene historische Baudenkmäler, das durch die Landesausstellung aus dem Dornröschenschlaf erweckte Bezirksmuseum, Relikte wie Hans Stainingers Riesenbart, eine Kaiserbüste und ein steinernes Wappen, ein Johann Philipp Palm Themenweg, ein Hans Staininger Themenweg, außergewöhnliche Begebenheiten wie der Braunauer Bierkrieg, die Marineakademie in Braunau am Inn oder das Braunauer Parlament als erste Demokratiebewegung und, und, und …

Natürlich darf in Braunau bei allen kulturtouristischen Angeboten ein qualitativ gutes kind- und elterngerechtes Angebot nicht fehlen. Dazu gehören z. B. eine familiengerechte Ausstattung in allen Gastronomie- und Hotelbetrieben, sichere und ansprechende Kinderspielflächen und selbstverständlich auch preiswerte, gesunde Getränke für Kinder sowie zahlreiche Freizeitangebote mit Familienrabatten. Sehen wir die Innenstadt nun als „Wohnzimmer“, würde sich das Naherholungsgebiet Innauen ganz vorzüglich als „Kinderzimmer“ eignen. Hier möchten wir auf unseren bereits eingereichten Konzeptvorschlag Naherholungsgebiet Innauen verweisen.

Es ist aber auch von größter Wichtigkeit, dass die einheimische Bevölkerung dieses regionale Kulturangebot akzeptiert und diesem gegenüber positiv eingestellt ist. Erst dann findet eine optimale Kommunikation zwischen Einheimischen und Touristinnen und Touristen statt, wodurch alle kulturtouristischen Angebote auch nach außen hin authentisch vermittelt werden können.

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Am Beginn unserer Überlegungen stand die Entwicklung eines geeigneten Markenzeichens in Form eines Stadtlogos samt passendem Slogan. Viele Städte setzen ihr Stadtlogo als eine Art Produktmarkenzeichen ein. Dieses Markenzeichen hat die Funktion, sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Besuchern ein positives und ansprechendes Image erzeugen.

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Das Stadtlogo beinhaltet sogenannte stadttypische Elemente, um damit eine Identifikation der lokalen Bevölkerung und der Gäste mit dem „Produkt Stadt Braunau“ zu fördern.

Im Fall der Stadt Braunau wurde als stadttypisches Element die bekannte Skyline von der Simbacher Seite aus verwendet. Das Wort In(n)wurde mit blauer Farbe geschrieben und symbolisiert auf diese Weise den Grenzfluss Inn. Die blauen geschwungenen Wellen (Logo-Entwurf rechts) symbolisiert nochmals zusätzlich den Grenzfluss Inn. In einer weiteren Variation symbolisiert der Blitz das Wasserkraftwerk Ranshofen.

Blau, die Farbe des gespiegelten Wassers und des weiten Himmels, sorgt für eine ruhige, entspannende und harmonisierende Atmosphäre. Ihr werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben: Sympathie, Freundlichkeit, Friedfertigkeit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Gelassenheit. Außerdem fördert sie die Kommunikation und ist die Farbe des Vertrauens und der Verlässlichkeit.

Im Slogan findet sich der verbindende Grenzfluss Inn als stadttypisches Element mit doppelter Bedeutung. Im Wort Inn wurde ein n in Klammern gesetzt und dient hier als positives Wortspiel mit hohem Wiedererkennungswert.

Bei der Auswahl von Schrift und Schriftgröße haben wir besonderen Wert auf eine gute Lesbarkeit gelegt. Dabei sollte die Schrift modern und zeitgemäß sein, aber auch ein harmonisches Gesamtbild erzeugen.

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Kulturtouristische Angebote und Aktivitäten

Bierkrieg

Historischer Hintergrund. Am 1. Juli 1908 gingen hunderte Menschen aller Stände und Klassen von Braunau nach Simbach, um im benachbarten Bayern ihr Bier zu trinken. Damit protestierten sie gegen eine vom Innviertler Brauherrenverein angeordnete Bierpreiserhöhung sowie die Abschaffung des „Dreiviertelliter“. Dieser so genannte „Dreiviertelliter“ bedeutete für gewöhnlich, dass zwar ein Dreiviertelliter bezahlt aber ein ganzer Liter eingeschenkt wurde.

Die Streikenden zogen singend, unter Anführung einer Musikkapelle, vom Braunauer Stadtplatz zur Innbrücke und von dort zum Kreinersaal in Simbach am Inn. Hier wurden einige leidenschaftlich geführte Reden gehalten, und alle Anwesenden dazu aufgefordert den Bierstreik fort zu führen.

Am Samstag, den 11. Juli 1908, kam es in Braunau zu einer weiteren Protestkundgebung, bei der schon mehr als 1000 Menschen beteiligt waren. Es wurde beschlossen, den Bierkonsum in Braunau so lange einzustellen, bis die Preiserhöhung wieder zurückgenommen würde.

Der weitaus größte Demonstrationszug nach Simbach am Inn erfolgte jedoch am Sonntag, den 12. Juli 1908. Weit über 2000 Menschen zogen wieder mit Musikbegleitung nach Simbach, nachdem man zuvor den einzelnen Braunauer Brauherren noch ein Ständchen gebracht hatte.

Eine weitere Protestversammlung am 18. Juli und ein Demonstrationszug am 19. Juli 1908 nach Simbach wurden abgesagt, nachdem die Bierpreiserhöhung am Freitag, den 17. Juli 1908, zurückgenommen worden war. Der Ausschank des so genannten „Dreiviertelliter“ war bereits einige Tage zuvor wieder eingeführt worden.

Kulturtouristisches Angebot. In Braunau am Inn fand anno 1908 ein Krieg statt, der 3 Wochen dauerte aber keine Opfer forderte. Die oben dargelegte historische Begebenheit wurde ja in verschiedenen Innviertler Zeitungen als „Braunauer Bierkrieg“ beschrieben. Dieses Ereignis würde sich doch kulturtouristisch aufbereitet ideal für eine Kooperation mit dem Verein Bierregion Innviertel eignen.

Im Jahr 2013 findet die erste grenzüberschreitende Landesausstellung „Alte Spuren, Neue Wege“ zwischen Oberösterreich und Südböhmen mit ihrem Bierschwerpunkt in Freistadt statt. Eine optimale Möglichkeit, durch „bierige Veranstaltungen“ zahlreiche Besucher dieser Landesausstellung ins nahe Innviertel zu locken.

Durch das gemeinsame Interreg-Projekt „BierWeltRegion“ soll bis 2014 die Dreiländerregion Niederbayern – Südböhmen – Mühlviertel als europäisches Zentrum der Bier- und Braukultur positioniert werden. Das ist doch wohl schon fast ein Sakrileg, wo doch nun wirklich jeder weiß, dass das Innviertel alleine durch seinen biergeschichtlichen Hintergrund eindeutig das europäische Zentrum der Bier- und Braukultur ist? Eine enge Kooperation mit diesem Interreg-Projekt ist hier also unerlässlich.

Das Motto der bayerischen Landesausstellung 2016 in Aldersbach lautet: „Bier in Bayern - 500 Jahre Reinheitsgebot“ und auch die 25. Braunauer Zeitgeschichte Tage vom 23.-25. September 2016 beschäftigen sich unter dem Titel „Ein Bier“ mit Biergeschichte.

Von 2013 bis 2016 ist hier also ein fast unerschöpfliches, kulturtouristisches Potenzial gegeben.

In Braunau selbst könnte in Kooperation mit den InnWirtlern, in ähnlicher Form wie anno 1908, bei einer festlichen Veranstaltung (Wirtshausroas) eine Musikkapelle von Gasthaus zu Gasthaus ziehen. Die Braunauer Bevölkerung und natürlich auch Touristen sind herzlich dazu eingeladen, diesen Umzug zu begleiten. Nachdem die Musikkapelle ihre Gstanz’ln gespielt hat, kann in allen beteiligten Gasthäusern (Kooperation zwischen Braunau – Simbach) so wie damals der sogenannte „Dreiviertelliter“ getrunken werden. Natürlich werden auch nichtalkoholische Getränke als sogenannte „Dreiviertelliter“ für Kinder und Jugendliche ausgeschenkt

Der Bierstreik

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Marineakademie und Marinekapelle

Historischer Hintergrund. Mit der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie am 28. Juni 1914 und dem sich daraus entwickelnden Ersten Weltkrieg berief sich Italien auf die Satzung des Dreibund-Vertrages, wonach es nur einem Defensiv-Bündnis angehört, und blieb vorerst neutral. Als Dreibund wird das am 20. Mai 1882 geschlossene Defensiv-Bündnis zwischen der österreichisch-ungarischen Monarchie, dem Deutschen Reich und dem Königreich Italien bezeichnet. Anfang Mai 1915 kündigte Italien den Dreibund-Vertrag und am 23. Mai folgte die Kriegserklärung des ehemaligen Verbündeten an die Donau-Monarchie. Mit der Kriegserklärung befand sich die damals in Fiume (Rijeka) untergebrachte k.u.k. Marine-Akademie nunmehr in einem von Italien bedrohten Gebiet.

Aus Sicherheitsgründen wurden die k.u.k. Marine-Akademie zunächst nach Wien, dann nach Schlosshof bei Marchegg verlegt. Mit Beginn des Studienjahres 1915/16 übersiedelte die Marine-Akademie ein letztes Mal – nach Braunau in die Salzburger Torkaserne (Torkasernen-Passage). Der eigentliche Kasernenbereich war auf mehrere Gebäude verteilt, die Kaserne Salzburger Vorstadt 13 mit dem Haupttor und die sogenannte Notkaserne beherbergten die Marine-Akademie. In der sogenannten Sparkassen-Kaserne befanden sich die See-Aspiranten-Schule, die Mannschaftsräume, die Gemeinschaftsbäder und die Wäscherei.

Zu Übungszwecken wurden mehrere Marine-Boote und auch ein Original-Kanonenboot nach Braunau transportiert. Leider erwies sich der Inn mit seinen gefährlichen Strömungen und Untiefen als völlig ungeeignet für jegliche Art maritimer Übungen. Aus diesem Grund wurden die Marine-Kadetten während der Sommermonate in der Marine-Übungsstätte Ferienhort St. Wolfgang am Wolfgangsee im Schwimmen, Segeln, Rudern, Bergsteigen und dem Sanitätsrettungsdienst ausgebildet.

Mit Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Montur-Magazin der Marine-Akademie in Braunau geplündert. Im Besonderen hatte man es auf die Lagerbestände an Marine-Tuch abgesehen. Ganze Ballen des doch sehr wertvollen Gewebes waren davongeschleppt worden. Auch die Androhung empfindlicher Strafen konnte die Braunauer Bevölkerung nicht zur Rückgabe der entwendeten Stoffballen bewegen. Alte Erzählungen sprechen davon, dass in den 20er-Jahren halb Braunau in Marineblau gekleidet war.

Blaues Segeltuch? Levi Strauss hatte 1853 aus ein paar Ballen Segeltuch strapazierfähige Hosen für Goldsucher hergestellt. Goldschürfen war ein harter Beruf und so wurden die unverwüstli-chen Beinkleider bald ein Verkaufsschlager. Die ersten Hosen waren noch nicht blau, sondern braun und mussten mit Hosenträgern gehalten werden. Der Vorrat an Segeltuch ging bald zur Neige und Strauss importierte neues Segeltuch aus Frankreich in Indigoblau – die Levi’s Jeans war erfunden. Im Jahr 1941 wurde die Levi’s zum kriegswichtigen Produkt erklärt und nur noch an die Armee verkauft. Laut geschichtlicher Aufzeichnungen kam die Jeans durch amerikanische Soldaten im Zweiten Weltkrieg auf den europäischen Kontinent. Wirklich? Keineswegs! Die ersten europäischen Bluejeans gab es eindeutig bereits in den 20er-Jahren in Braunau am Inn.

Kulturtouristisches Angebot. Gerade im Innviertel sind bei verschiedenen festlichen Veranstaltungen Bürgergarden, Stadtkapellen, Feuerwehrkapellen und viele weitere Musikkapellen vertreten. Braunau hätte die einzigartige Möglichkeit festliche Veranstaltungen (Stadtfest, Linzerstraßenfest, Herbstmesse, Braunauer Oktoberfest usw.) durch eine Marinekapelle mit einer frischen Brise Meeresluft zu bereichern. Da in Braunau von 1915 bis 1918 die Marineakademie stationiert war, eine durchaus legitime Angelegenheit.

Die Marinekameradschaft Simbach a. Inn im Deutschen Marinebund e.V. wurde 1960 in Simbach am Inn gegründet und hat als einzige Kameradschaft im Deutschen Marinebund ihr Marineheim in der Hagenauer Bucht bei Braunau am Inn.

Da wäre es doch naheliegend, bei verschiedenen Festlichkeiten in Simbach und in Braunau am Inn, eine „grenzübergreifende“ Marinekapelle aufzustellen und diese bei verschiedenen festlichen Aktivitäten marschieren zu lassen.

Eine Kooperation mit der Marinekameradschaft Simbach a. Inn im Deutschen Marinebund e.V., mit dem YCBS Yachtclub Braunau Simbach und mit dem Kanuclub Braunau für Projekte rund um die Marineakademie wäre wünschenswert.

Da es ja die ersten europäischen Bluejeans bereits in den 20er-Jahren in Braunau am Inn gab, ließe sich über eine Kooperation mit Shopping in Braunau eine eigene Jeans-Serie (Marina 1920 in Anlehnung an die Levi’s 501) mit dazugehöriger Modeschau gestalten.

Weiters sollte am Haus Salzburger Vorstadt 13 eine entsprechende Hinweistafel auf die ehemalige Marineakademie mit dem Schildzeichen der k.u.k. Marineakademie angebracht werden (siehe Fotomontage).

Die ehemalige Marineakademie

Schildzeichen der k.u.k. Marineakademie

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Parkanlage mit Kaiserdenkmal und Steinernem Doppeladlerwappen

Historischer Hintergrund. Am 4. Oktober 1904 wurde am unteren Stadtplatz bei der Innbrücke ein Denkmal Kaiser Franz Josef I feierlich enthüllt. In einer kleinen Parkanlage stand die Marmorbüste seiner Majestät, welche auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Max Fink errichtet worden war.

Der Festtag begann mit einem musikalischen Morgengruß, vormittags, von 8 bis 10 Uhr, musizierte die Stadtkapelle vor dem Rathaus, während die eingetroffenen Vereine mit wehenden Fahnen vorbeimarschierten. Um halb elf Uhr bewegte sich dann der lange Zug der Honoratioren, der Vereine, darunter 34 österreichische und bayerische Veteranenvereine, mehrere Schützen-, Turner- und Arbeitervereine, 17 Feuerwehren, im Ganzen ungefähr 3000 Personen, vom Rathaus weg zur Stadtpfarrkirche.

Nach dem Festgottesdienst erfolgte ein farbenprächtiger Aufmarsch sämtlicher Anwesenden zum unteren Stadtplatz, wo eine Tribüne für die Honoratioren errichtet war. Nachdem die Ehrenjungfrauen, die Schuljugend und sämtliche Vereine Aufstellung genommen hatten, betrat der Bürgermeister Max Fink die Rednerbühne und hielt eine Ansprache.

Nachdem die Hülle gefallen war, brach das anwesende Publikum in Hochrufe aus, die Stadtkapelle stimmte die Volkshymne an und die Hornisten der Ehrenkompanie bliesen den Generalmarsch. Nachdem die Lieder verklungen waren, fand im Gasthof Fink ein Festessen für die geladenen Gäste mit einem Konzert der Stadtkapelle statt.

Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges wurde die Parkanlage verwüstet und das Kaiser-Denkmal im Heimatmuseumsgarten aufgestellt. Am 31. Mai 1935 beschloss die Stadtgemeinde Braunau, die Büste Kaiser Franz Josef I wieder am Brückenkopf aufzustellen.

Doch bereits einige Jahre später, im wohl dunkelsten Kapitel der Geschichte, den schrecklichen Zeiten des Zweiten Weltkrieges, wurde das Kaiser-Denkmal erneut im Heimatmuseumsgarten untergebracht.

Am 18. Jänner 1881 tagte in der Bezirkshauptmannschaft Braunau eine Brückenkommission bestehend aus bayerischen und österreichischen Regierungsvertretern, die sich erstmalig mit der Herstellung einer neuen stabilen Brücke zwischen Braunau und Simbach beschäftigte. Nach umfangreicher mehrjähriger Planungsphase erfolgte in den Jahren 1885 und 1886 die Ausarbeitung des Detailprojektes samt Kostenvoranschlag und Baubetriebsplan. Ende des Jahres 1892 wurde mit dem Bau der um etwa zwei Meter höher angelegten eisernen Bogen-brücke begonnen. Durch diese deutliche Hebung der neuen Brücke musste das alte historische Inntor, auch Wasser- oder Mauttor genannt, abgetragen werden. Das im Jahre 1678 vom bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria errichtete Tor hatte auf der Wasserseite ein steinernes Wappen.

Im April des Jahres 1892 wurde der k. u. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler in Wien mitgeteilt, dass die Demolierung des Inntores in Braunau bevorstehe, da der Abriss für die Realisierung des Baues einer stabilen Innbrücke unbedingt erforderlich sei. Von dem Torgebäude wurden nur die Verkleidung des wasserseitigen Portals, das Wappen und die Inschrift darüber der Erhaltung für würdig empfunden. Die k. u. k. Bezirkshauptmannschaft Braunau durfte weder das Wappen noch die Inschrift in Privathände übergehen lassen, sondern sollte dieses an einer anderen Stelle der Stadt aufstellen und so für die Zukunft erhalten.

Am 2. September 1892 erhielt die k. u. k. Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler die Mitteilung, dass die bei der Demolierung herabgenommene Portalverkleidung in mehrere Teile zerfallen war. Auch bei der Inschrift, deren Abnahme mit größter Sorgfalt durchgeführt worden war, hatten sich infolge Abstemmens der Tafel vom Mauerwerk die Buchstaben zum größten Teil abgelöst und die Tafel selbst zerfiel in mehrere Stücke. Als einziges Andenken an das alte historische Inntor ist nur das aus Granit gehauene Wappen bis heute erhalten geblieben. Da kein Platz für die Anbringung geeignet erschien, wurde es an der Gartenfront des Heimathauses angebracht, wo sich das Wappen auch heute noch befindet.

Kulturtouristisches Angebot. Sowohl die Kaiserbüste als auch das Steinerne Doppeladlerwappen befinden sich derzeit also im Garten des Heimathauses. Beide Exponate könnten in der kleinen Parkanlage (Kaiserpark) am Unteren Stadtplatz beim Stiegenabgang zum Innparkplatz montiert werden. Die Kaiserbüste befand sich ja ab 1904 in unmittelbarer Nähe dieser kleinen Parkanlage und auch das steinerne Doppeladlerwappen war ursprünglich am Gebäude der Innbrücke befestigt. Es handelt sich hierbei also nicht um eine Neuinstallation, sondern lediglich um eine Wiederanbringung dieser Exponate in direkter Sichtweite ihrer ursprünglichen Standorte.

Beide Exponate wären ein zusätzliches kulturtouristisches Angebot zur später genauer beschriebenen Dauerausstellung in der Herzogsburg mit dem Titel „Kaiser, Marine und Riesenbart“.

Mit diesem Kaiserpark erhielte das „Wohnzimmer“ Stadtplatz auch einen Balkon mit Blick auf den Inn und ins benachbarte Simbach.

Fotomontage Steinernes Doppeladlerwappen Fotomontage Kaiserbüste

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Braunauer Parlament

Historischer Hintergrund. „Hier geschieht heute etwas Sensationelles“, schreibt Henric Wuermeling, deutscher Journalist und Buchautor, schwer beeindruckt. „Etwas, das weder in der Verfassungsgeschichte noch in der Politischen Wissenschaft und kaum in der Bayerischen Geschichte entsprechend bewertet wird.“ Was des Historikers Begeisterung weckt: Wuermeling kommt in seinem Buch über den bayerischen Volksaufstand von 1705/06 (1705. Der bayerische Volksaufstand und die Sendlinger Mordweihnacht) auch auf den Montag, 21. Dezember 1705, zu sprechen, den ersten Tag des sogenannten Braunauer Kongresses. „Die Aufständischen schaffen ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung“, bemerkt er. Und: „Was hier in den nächsten Tagen geschieht, geht seiner Zeit weit voraus.“

1705/06. Im Zeitalter der Feldherren, Fürsten und Kaiser werden unvermutet Bauern, Schmiede und Wirte zu den handelnden Personen der Geschichte. Im Zeitalter der unantastbaren Monarchien ist in Braunau, im Innviertel, in Bayern plötzlich von einer freien Republik die Rede. Im Zeitalter der absoluten Herrscher von Gottesgnaden will auf einmal ein Kongress von Abgeordneten über die Geschicke des Landes entscheiden. Im Zeitalter der Leibeigenschaft tritt in diesem Kongress kurzerhand das Landvolk als der vierte – und gleichbe-rechtigte - Stand auf.

Im Zeitalter der demütigen Schicksalsergebenheit erklären die Aufständischen die Besatzungsherrschaft für unerträglich und berufen sich auf ein Recht auf Widerstand. Henric Wuermeling kommt zu dem Urteil: „Die erste Revolution der Neueren Geschichte fand in Bayern statt.“ Und: Dem absolutistischen Modell werde zum ersten Mal ein demokratisches entgegengesetzt. „Das Beispiel Braunau hätte Schule machen können. Die Sprengkraft einer solchen Entwicklung wäre kaum auszudenken.“

Kulturtouristisches Angebot. Braunau, eine Wiege der Demokratie? Fand eine der ersten Demokratiebewegungen in Braunau am Inn statt? Die 14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Braunauer Parlament“ Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 – 2005 befassten sich ausführlich mit diesem Thema und stießen damit auf großes mediales Interesse. Laut historischer Dokumentation versammelten sich Vertreter der vier Stände Adel, Klerus, Bürger und Bauern im Stadtquartier des Freiherrn von Paumgarten im Gasthof Breuninger in Braunau am Inn. Die bislang unbekannte Lokalität konnte während der 14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage durch Herrn Mag. Florian Kotanko identifiziert werden. In der Braunauer Häuserchronik von Franz Martin ist in der Berggasse Nr. 24 anno 1705 ein Freiherr von Paumgarten eingetragen. An diesem Gebäude könnte eine entsprechende Hinweistafel angebracht werden, die an dieses Ereignis erinnert. In einer Kulturwanderung durch Braunau am Inn wäre es somit möglich, auch dieses Gebäude samt der geschichtlichen Ereignisse rund um den bayerischen Volksaufstand, kulturtouristisch aufbereitet, neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten zu präsentieren. Laut Henric L. Wuermeling war ein gewisser Andreas Thanner, Kupferschmied in Braunau am Inn, 1705/06 Sprecher der Bauern-Fraktion im sogenannten Braunauer Parlament. In der Braunauer Häuserchronik von Franz Martin ist in der Salzburger Vorstadt Nr. 19 anno 1695 ein Kupferschmied Thanner verzeichnet. Und auch dieses Gebäude ließe sich in der oben erwähnten Kulturwanderung durch Braunau am Inn einbinden.

Die Vorkommnisse rund um den bayerischen Volksaufstand von 1705/06 und die Sendlinger Mordweihnacht sind gerade im benachbarten Bayern bis heute lebendig geblieben. Hier findet alljährlich eine große Zahl von Gedenkveranstaltungen an vielen mit dem Aufstand zusammen-hängenden Orten (u. a. in München-Sendling, Aidenbach, Bad Tölz, Kochel und Waakirchen) statt. Hier könnte mit all diesen bayerischen Orten kooperativ zusammengearbeitet werden.

Und da ja gerade Braunau einer der Hauptorte des bayerischen Volksaufstandes war, könnten durch eine kleine Dauerausstellung in der Herzogsburg, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt, starke kulturtouristische Impulse gesetzt werden.

Das Braunauer Parlament

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Hans Staininger

Historischer Hintergrund. Als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Braunau gilt der Mann mit dem 3 ½ Ellen (das sind fast zwei Meter) langen Barte, Hans Staininger. Seinen Bart pflegte er beim Ausgehen, in einem samtenen Beutel zusammengerollt, dreimal um seinen Fuß zu schlingen. Der Zeitpunkt seiner Geburt ist uns nicht bekannt, aber wir wissen, dass er am 28. September 1567 starb. Auf seinem aus Marmor gefertigten Grabstein, der an der nördlichen Außenseite der Pfarrkirche zu Braunau angebracht wurde, kann man folgende Inschrift lesen: „Hie ligt begraben der fürsichtig, ersam und weis Hanns Staininger, gewester Bürger und des Inneren Raths allhie zu Braunau, der in Got entschlafen ist den 28. Septembris 1567 Jars und die ersam tugenthaffte Frau Catharina Sidlerin, seine eliche Hausfraw, die in Got entschlafen ist, den 4. February 1570 Jars. Got der Herr wolle inen und allen verleyhen eine freudenreiche Auferstehung.“

Hans Staininger, „siegelmäßiger Bürger“, Kaufherr, Mitglied des Inneren Rates und Stadthaupt-mann zu Braunau, stand unter dem besonderen Schutz des Kaisers, war also eine hoch angesehene Persönlichkeit. Das Amt des Stadthauptmannes war ehrenamtlich, also ohne jegliche Entlohnung. Der Stadthauptmann konnte nur durch einstimmigen Beschluss des Inneren und Äußeren Rates für jeweils zwei Jahre in sein Amt gewählt werden. Insgesamt sechsmal wurde an Hanns Staininger dieses hohe Amt vergeben. Bei der Erbhuldigung für den zum römisch-deutschen Kaiser gekrönten Ferdinand I in Prag im Jahre 1557 wurde Hans Staininger zum Festzug eingeladen. In einem alten Dokument zu diesem Festzug steht Folgendes geschrieben: „Der lange Bart hat diesen Herrn so ansehnlich gemacht, dass auch ihre römisch-kaiserliche Majestät, glorwürdigsten Andenkens, ihn darum nicht alleine zu sehen begehrt, sondern auch zur Zierde seines vorhabenden Einzugs, ihn zwischen zwei Pagen, deren jeder einen Locken oder einen Teil seines Bartes halten sollte, einzureiten gnädigst anbefohlen.“

Über Hans Stainingers Ableben gibt es manch sonderbare Erzählungen. In einer heißt es, er hätte sich im Rathaus gerade mit verschiedenen Urkunden beschäftigt, als ein Kurier nach Braunau kam und den Tod des Kaisers verkündete. Hierüber wäre er entsetzt aufgesprungen, hätte aber vergessen seinen Bart hochzuheben, worauf er über diesen stolperte und dabei tödlich verunglückte. In einer weiteren Überlieferung wird die Todesursache einer Feuersbrunst zugeschrieben. Hans Staininger wollte nach dem Ausbruch einer Feuersbrunst zum Rathaus eilen. In der Aufregung stolperte er über seinen herabhängenden Bart und stürzte eine steile Treppe hinab. „Das war der Tritt des Todes.“ So steht es in einem alten Gedicht geschrieben.

Kulturtouristisches Angebot. Der Mann mit dem langen Bart sollte als eine der Hauptattraktionen in Braunau am Inn herausgearbeitet werden. Dies ließe sich in Form eines eigenen Hans Staininger Themenweges samt der geschichtlichen Ereignisse rund um den Mann mit dem langen Bart, kulturtouristisch aufbereitet, umsetzen. Dazu müsste das schon etwas in die Jahre gekommene Epitaph an der Stadtpfarrkirche renoviert und dann mit einem Kupferdach vor Wettereinflüssen geschützt werden.

Vorschlag eines Hans Staininger Themenweges. Es gibt viele kleine Gässchen, Gebäude, Winkel und Ecken in der alten Stadt am I nn, an denen wir tagtäglich vorübergehen, ohne ihnen größere Beachtung zu schenken, die uns aber interessante Geschichte(n) zu erzählen haben. Beginnen wir unsere Wanderung durchs (un)bekannte Braunau am Inn auf den Spuren Hanns Stainingers. Dafür begeben wir uns am besten vor das am 30. Juni 1903 durch Kaiser Franz Joseph I eröffnete Rathaus. Im oberen Bereich der Hausfront begegnet unserem Blick eines der bekanntesten Wahrzeichen von Braunau, „Der Mann mit dem langen Bart“. Hans Staininger, „siegelmäßiger Bürger“, Kaufherr, Mitglied des inneren Rates und Stadthauptmann zu Braunau, stand unter dem besonderen Schutz des Kaisers, war also eine hoch angesehene Persönlichkeit. Seinen dreieinhalb Ellen langen Bart, das sind fast zwei Meter, pflegte er beim Ausgehen, in einem samtenen Beutel zusammengerollt, dreimal um seinen Fuß zu schlingen.

Originalfoto Hans Staininger am Rathaus

Vom Rathaus ausgehend überqueren wir die Straße und halten uns links. Wir gehen in Richtung Stadttorturm und dort durch den „Finkbogen“, so wird der Fußgängerdurchgang neben dem Stadttor genannt. Nach wenigen Metern ist das Haus Salzburger Vorstadt 12 erreicht. Wir betreten den Durchgang und gelangen zur mit Schwibbögen überspannten Hans Staininger Gasse. Hier ist die in einer Mauernische am Eckhaus vor uns angebrachte Hans Stainigner Figur nicht zu übersehen.

Originalfoto Hans Staininger in der Hans Staininger Gasse

Auf demselben Weg marschieren wir zurück, bis wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Rathaus erblicken. Hier wandern wir durch ein weiteres Schwibbogen-Gässchen in Richtung des nicht zu übersehenden Kirchturms. Jede Stadt hat seine besonderen Merkmale, die sich in das Gedächtnis seiner Bewohnerinnen und Bewohner einprägen. Das Stadtbild von Braunau wäre undenkbar ohne seinen weithin sichtbaren Kirchturm mit der Kuppel als Abschluss. An der nördlichen Außenmauer der Kirche ist der Grabstein des Stadthauptmannes zu Braunau eingelassen. Er besteht aus rotem Marmor und zeigt uns Hans Staininger lebensgroß in der damals üblichen spanischen Tracht, das Schwert umgürtet und den Kommandostab des Stadthauptmanns in der Hand.

Originalfoto Epitaph Hans Staininger an der Stadtpfarrkirche

Von der Pfarrkirche aus erreicht man nach kurzer Zeit das Haus Altstadt Nummer 10. Wir stehen vor dem Bezirksmuseum Braunau und können bei dieser Gelegenheit im zweiten Stock die beiden rund zwei Meter langen Bartsträhnen des Braunauer Stadthauptmannes Staininger besichtigen. Braunau wird ja seit jeher als gotische Stadt beworben und auch auf der offiziellen Landesausstellungsseite steht Folgendes über Braunau zu lesen: „Enge Gässchen, imposante Bauten sowie der malerische GOTISCHE STADTPLATZ verleihen dem Stadtkern ein unvergleichliches Aussehen und machen Lust, mehr über die bewegte Geschichte zu erfahren.“ Hans Stainingers Geburt und Leben (1508-1567) fallen ja noch in die Zeit der Gotik. Also ließen sich Werbeslogan „Braunau, die gotische Stadt“ und Hans Staininger, der Mann mit dem langen Bart, durchaus miteinander verknüpfen.

Der Braunauer Bartwettbewerb. Eine weitere touristische Attraktion wäre ein alljährlich stattfindender Hans Staininger Bartwettbewerb. Unter dem Motto „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den längsten Bart im Land?“ wird aus den zahlreichen Bartträgern der außergewöhnlichste Bart gekürt. Ein absoluter Anziehungspunkt für alle Bartträger mit besonderer Note und natürlich für Touristen und auch für die einheimische Bevölkerung, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollen.

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Wagenrad in der Stögerpassage

Historischer Hintergrund. Im ehemaligen Brau- und Gasthaus Stöger zu Braunau hing gegenüber dem Haustor rückwärts im Hausgang ein hölzernes Wagenrad an der Wand. Neben dem Rad befand sich folgende Inschrift: „Vor 400 Jahren ward ich im Wald gemacht, und bei der Sonne scheinen an diesen Ort gebracht. Der Wagnermeister, der dies bei Tag vollbracht, trank einen Eimer Bier aus, als Labtrunk in der Nacht. Gar wechselvolle Zeiten zogen hier ein und aus, seit an der Wand ich häng im alten Stögerhaus.“

Originalaufnahme Rad mit Inschrift im Stögergasthaus

Über Entstehungsgeschichte dieses Rades gibt es nachfolgende Überlieferung: Im Stögerschen Gasthause befand sich zur Zeit der Zünfte eine Wagnerherberge. Da geschah es einmal, dass ein zugereister Wagnergeselle mit einem seiner Zunftgenossen wettete, er gehe bei aufgehender Sonne mit seinem Handwerkzeug in den nahen Stadtwald, mache vom stehenden Holz ein Rad fertig und schaffe dieses bis zum Sonnenuntergang in die Herberge. Die Wette wurde geschlossen und wirklich brachte der Wagnergeselle das Rad am selben Tag zustande. Zur Erin-nerung an diese ungewöhnliche Wette wurde das Rad im Vorhaus der damaligen Wagnerherberge aufgehängt.

Kulturtouristisches Angebot. Lange Zeit war im Brau- und Gasthaus Stöger, im heutigen Durchgang Stögerpassage, dieses alte Wagenrad mit der Inschrift zur Entstehungsgeschichte angebracht. In früherer Zeit war im Gasthaus eine Wagnerherberge untergebracht und in dieser Herberge trug sich auch die erwähnte Geschichte zu, die an der Wand verewigt war. Ein altes Wagenrad samt Inschrift ließe sich aufgrund eines noch existierenden Fotos ohne größeren Aufwand wieder an der entsprechenden Stelle anbringen und als weiteres touristisches Highlight bei Kulturwanderungen durch Braunau am Inn nutzen. Da anzunehmen ist, dass in einer Wagnerherberge auch gutes Bier getrunken wurde, eignet sich diese ganze Geschichte auch hervorragend zur Bierregion Innviertel.

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Resümee

Mit dem Trend, große Einkaufszentren an den Stadtrand zu verlegen, verwaisen die Innenstädte immer mehr. Leer stehende Ladengeschäfte und eine Abnahme der Attraktivität des Stadtkerns für TouristInnen und BewohnerInnen ist die Folge. Kulturelle Angebote und Ereignisse als Erlebnisfaktor sind attraktive Frequenzbringer für die Innenstadt. Ein kulturtouristischer Defibrillator sozusagen, um den Stadtkern wieder zu beleben. Nun ist Braunau nicht Bad Ischl! Stimmt. Bad Ischl hat ja sein Potenzial längst erkannt, und dieses auch äußerst gewinnbringend genutzt. Und sogesehen ist der Staininger Hans halt unsere Sisi! Grundvoraussetzung für die Umsetzung all dieser Projektideen wäre natürlich auch von politischer Seite aus eine angemessene Wertschätzung für Kultur.

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Bezirksmuseum Braunau „Kaiser, Marine und Riesenbart“

von Tamara Rachbauer, MA, Manfred Rachbauer & Peter Lorenzer

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, war gerade die Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“ im Bezirksmuseum Braunau ein nicht zu unterschätzender Frequenzbringer. Dies lässt sich anhand der Besucherzahlen eindeutig belegen. Aufgrund der Sonderausstellung zur Landesausstellung 2012 ist das Bezirksmuseum sowohl bei der lokalen Bevölkerung als auch bei den zahlreich erschienenen Gästen verstärkt präsent.

Für Braunau bietet sich jetzt die einmalige Möglichkeit, diesen positiven Kurs fortzusetzen und zu verstärken. Zu diesem Zweck sollten nach der Sonderausstellung Teile des Ausstellungsmobiliars für eine neue, kulturtouristisch ansprechende Dauerausstellung mit dem Titel „Kaiser, Marine und Riesenbart“ adaptiert werden. Nachfolgend werden die dazu notwendigen Veränderungen bzw. Neuinstallationen in den verschiedenen Räumlichkeiten des Bezirksmuseums beschrieben.

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Eingang zum Bezirksmuseum – Außenbereich großes Schaufenster

Da das große Schaufenster vor dem Eingang des Bezirksmuseums sozusagen den ersten Ein-druck darstellt und, wie wir ja wissen, der erste Eindruck immer am meisten zählt, ist es wichtig, diesen Bereich visuell besonders ansprechend zu gestalten. Da sich ein Themenschwerpunkt der neuen Dauerausstellung mit dem Besuch des Kaisers Franz Josef I auseinandersetzen wird, würde es sich anbieten, den Innenbereich des Schaufensters mit dem Doppelkopfadler als Symbol der Habsburgermonarchie zu dekorieren.

Die Fotomontage zeigt den Brückenkopf-Doppeladler mit Krone, maßstabsgetreu im Schaufenster des Bezirksmuseums.

Die Fotomontage zeigt den Brückenkopf-Doppeladler mit Krone, maßstabsgetreu im Schaufenster des Bezirksmuseums.

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Eingangsbereich Bezirksmuseum – Beleuchtetes LED Motivbild

Im Eingangsbereich des Bezirksmuseums empfing die Besucher während der Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“ auf der rechtsseitigen Wand ein großes, beleuchtetes LED Motivbild mit dem Landesausstellungslogo und einer kurzen Beschreibung der Herzogsburg (siehe Bild).

Originalaufnahme beleuchtetes LED Motivbild zur Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“

Auch hier sollte eine hochwertige Backlightfolie mit ansprechendem Motiv bedruckt und im bestehenden Rahmen installiert werden. Wir haben uns hierbei für eine der ältesten Abbildungen von Braunau am Inn als Motiv entschieden. Diese Abbildung stammt aus dem Antiquarium der Münchner Residenz. Die seitlichen Stichkappen und die Fensterleibungen des Antiquariums sind vom Maler und Architekt Hans Thonauer mit 102 Ansichten von Städten, Märkten, Burgen und Schlössern des damaligen Herzogtums Bayern geschmückt.

Unter diesen Ansichten befindet sich auch eine beeindruckende Ansicht der Stadt Braunau am Inn, die von der Simbacher Seite aus dargestellt ist. Auf der linken Seite der Backlightfolie ist eine Beschreibung der Herzogsburg im Gemälde integriert ( siehe Fotomontage). Die Kosten für eine bedruckte Folie in der notwendigen Größe belaufen sich auf etwa 40-50 Euro.

Fotomontage beleuchtetes LED Motivbild Herzogsburg

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Eingangsbereich Bezirksmuseum – Mauernische

Im Eingangsbereich des Bezirksmuseums befindet sich auf der linksseitigen Wand eine größere, zurzeit ungenutzte Mauernische. Lediglich einige Museumsfolder und Werbeprospekte liegen hier auf. Diese Mauernische würde sich sehr gut eignen, um das museumspädagogische Angebot QR-Code-Workshop Ritterzeit (Teil des Ritterprojektes eXc@libur http://vslaab.eduhi.at/excalibur/ in der VS Laab) für Schulen vorzustellen. Es handelt sich hierbei um ein attraktives, neuartiges Konzept, um auch jüngere Zielgruppen, vor allem Grundschulen, anzusprechen und diese für Museumsbesuche zu begeistern. Da das Thema „Das Zeitalter der Ritter“ Bestandteil des Lehrplans der Grundschulen ist, können alle Schulen aus dem Innviertel und auch aus dem benachbarten bayerischen Raum zum Besuch des Bezirksmuseums animiert werden. Im konkreten Fall sollte eine Infotafel mit einer genauen Anleitung zur Nutzung des QR-Code-Workshops in besagter Mauernische installiert werden.

QR-Codes (Englisch für Quick Response bedeutet schnelle Antwort) sind Strichcodes, ähnlich den handelsüblichen Barcodes. Mittlerweile verfügen nahezu alle aktuellen mobilen Endgeräte (Handys, iPhones, PDAs u. Ä.) über eine eingebaute Kamera und einen vorinstallierten QR-Code Reader, welcher das Auslesen von QR-Codes auf einfache Art und Weise ermöglicht. Für viele weitere mobile Endgeräte steht eine entsprechende Reader-Software kostenlos im Internet zum Download bereit. Diese QR-Codes werden bereits im Bezirksmuseum Braunau (Herzogsburg) eingesetzt.

Beispiel QR-Code in der Herzogsburg

In unserem Fall können die Schülerinnen und Schüler mithilfe ihrer Handys Zusatzinformationen zu verschiedenen Ausstellungsstücken zum Thema Ritterzeit abrufen. Das ist auch schon alles, was die Schülerinnen und Schüler für einen Ausflug ins Bezirksmuseum Braunau benötigen. Im Museum werden die Museumswarte oder die Lehrerinnen und Lehrer als unterstützende Ritter-Expertinnen und Ritter-Experten den Schülerinnen und Schülern natürlich helfen, damit etwaige Unklarheiten erfolgreich ausgeräumt werden können.

Eine kleinere Anzahl von QR-Codes wurden auf verschiedenen Ausstellungsvitrinen im Bezirksmuseum Braunau bereits installiert und ein entsprechender Testlauf erfolgreich durchgeführt.

Originalfotos VolksschülerInnen beim Testen der QR-Codes

Originalfotos VolksschülerInnen beim Testen der QR-Codes

Wie schon erwähnt sind die meisten Handys bereits mit einer eingebauten Kamera und auch mit dem entsprechenden QR-Code Reader ausgestattet. Ist dieses Programm jedoch noch nicht auf den Handys der Schülerinnen und Schüler vorhanden, müssen die Lehrerinnen und Lehrer beim Herunterladen und Installieren der kostenlosen Reader-Software behilflich sein. Um zeitaufwendige Vorbereitungsarbeiten zu vermeiden, empfiehlt sich der Einsatz von schuleigenen Handys, die für diese Art der modernen Informationsvermittlung bereits ausgerüstet sind.

Die Durchführung dieses Museumsbesuches der etwas anderen Art ist dann aber denkbar einfach. Um die Zusatzinformationen abrufen zu können, brauchen die Schülerinnen und Schüler nur den QR-Code Reader starten und ihr Handy auf den QR-Code richten. Dieser wird automatisch eingescannt und schon werden sie auf die entsprechende Webseite weitergeleitet. Dieser Vorgang wird im nachfolgenden Bild noch einmal verdeutlicht.

Grafik zum Ablauf bei der Nutzung der QR-Codes

Da die QR-Codes ähnlich wie eine Geheimschrift funktionieren, geheime Botschaften werden entschlüsselt, regt deren Einsatz die Fantasie an, vermittelt zusätzlich aber auch Informationen und motiviert die Schülerinnen und Schüler neues Wissen in Form von QR-Codes abzurufen.

Weiterhin folgen die QR-Codes dem Prinzip der Einfachheit, indem sie den Nutzerinnen und Nutzern lokal nicht verfügbares Wissen durch ein paar einfache Klicks zur Verfügung stellen. Es müssen also keine technischen Hürden überwunden werden, um in das Projekt einzusteigen, sodass der Aufforderungscharakter sehr hoch ist. Schülerinnen und Schüler sind an das Benützen von Handys gewöhnt und werden sich deshalb leicht mit dem für sie neuen Programm vertraut machen.

Linda Leung (2008, pp. 15-22) postuliert einen impliziten Lernprozess in jeder digitalen Erfahrung. Es darf also davon ausgegangen werden, dass durch die Benützung der zur Verfügung gestellten Handys und dem Abrufen der QR-Codes bereits ein Lerneffekt stattfindet.

Zusätzlich erhalten die Schülerinnen und Schüler auch die Aufgabe, einen Forschungsbericht zum QR-Code-Workshop auszufüllen. Die dort gestellten Fragen können sie aber nur mit Hilfe der über die QR-Codes abgerufenen Zusatzinformationen beantworten.

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Eingangsbereich Bezirksmuseum – Kartenverkaufsstelle, Gästebuch

Während der Landesausstullung befand sich an der weißen Rückwand, direkt vor dem Eingang ins Museumsbüro, ein großes Plakat der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn. Bei regulärem Museumsbetrieb herrscht hier aber wieder gähnende Leere. Da Hans Staininger, der Mann mit dem langen Bart, eine der Hauptattraktionen des Bezirksmuseums und auch der Stadt Braunau darstellt, müsste dieser auch entsprechend beworben werden. Im Zuge der Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“ hatte sich deutlich gezeigt, dass bei vielen Ausstellungsbesuchern gerade der Riesenbart Hans Stainingers zu den besonderen Anziehungspunkten zählte. Im Keller des Bezirksmuseums liegt seit geraumer Zeit ein überlebensgroßes, plastisches Bildnis von Hans Staininger im Dornröschenschlaf. Höchste Zeit, den Mann mit dem langen Bart aus diesem Schlaf zu erwecken und an die besagte kahle Rückwand anzubringen (siehe Fotomontage).

Fotomontage überlebensgroße Hans Staininger Figur im Eingangsbereich der Herzogsburg

Dieses plastische Bildnis hat momentan eine etwas eigentümliche, einfach gehaltene Bemalung und müsste, alten Vorlagen entsprechend, museumsgerecht aufgearbeitet werden. Ein ehemaliger Gemeindemitarbeiter, der als freischaffender Künstler die entsprechende Erfahrung mitbringt, könnte diese Restaurierung durchführen.

Zur Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“ wurde im Eingangsbereich ein Gästebuch aufgelegt, das von vielen Besuchern bestens angenommen wurde. Dieses Angebot sollte auch für den regulären Museumsbesuch weiter beibehalten werden.

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Erdgeschoss/Stiegenaufgang des Bezirksmuseums – Kripperlroas Braunau

Bei der oberösterreichischen Kripperlroas reisen zahlreiche BesucherInnen vor allem in der vorweihnachtlichen Zeit von Krippe zu Krippe durch das Land ob der Enns. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, die vielen liebevoll gestalteten Krippen zu besichtigen. Gerade in Oberösterreich haben Krippenbesichtigung und die sogenannte Kripperlroas bei Jung und Alt eine hohe Anziehungskraft mit unverwechselbarem Flair. Dies zeigt sich besonders durch die Internetplattform www.kripperl.at, auf welcher umfangreiche Informationen rund um Weihnachtskrippen und die Kripperlroas angeboten werden. Da sich in der Herzogsburg Braunau ein touristischer Leckerbissen in Gestalt einer sehenswerten Wandelkrippe befindet, wäre es von Vorteil den Eintragsservice der Internetplattform zu nutzen, damit auch die Braunauer Krippe als lohnendes Ausflugsziel bei einer vorweihnachtlicher Kripperlroas besucht wird. Die Braunauer Wandelkrippe lässt sich bis ins Jahr 1730 zurückverfolgen. Aus einer alten Abrechnung von 1730 geht hervor, dass der Bildhauer Johann Georg Libigo und seine Frau Maria Anna, die Witwe des Braunauer Bildhauers Sebastian Högenauer, die Hauptarbeiten an der Krippe durchgeführt haben. Die Braunauer Krippe, die über Generationen im Bürgerspital aufgestellt war, fand im Dezember 1975 eine neue und dauerhafte Heimstätte im Erdgeschoss der Herzogsburg Braunau. In Verbindung mit einer kleinen Sammlung alter Holzschlitten, den außergewöhnlichen, fast schon dreidimensional anmutenden Krippenbildern von Aloys Wach, einer kleinen, mechanischen Weihnachtskrippe mit beweglichen Figuren und einem Ölgemälde der Bürgerspitalkirche zur Weihnachtszeit von Piroska Juszko wäre ja bereits eine vorweihnachtliche Dauerausstellung vorhanden. Lediglich die etwas seltsam anmutende „Pflanzenwelt“ der Krippenumgebung sollte durch eine geografisch passende Flora und Fauna ersetzt werden.

Originalfoto Mechanische Weihnachtskrippe, Wach Krippenbilder (links) und zwei der insgesamt vier alten Holzschlitten (rechts)

Originalfotos der Wandelkrippe im Erdgeschoss der Herzogsburg Braunau

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Erdgeschoss/Stiegenaufgang des Bezirksmuseums – Plakatwand zur Neuen Dauerausstellung

Während der Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“ befand sich direkt am Stiegenaufgang zum ersten Stock eine große bedruckte Plakatwand mit dem Textaufdruck „Von Napoleon bis Heute“. Nach der Sonderausstellung könnte auf dieser Plakatwand ein passender Aufdruck mit Motiv und Textzug zur neuen Dauerausstellung „Kaiser, Marine und Riesenbart“ installiert werden (siehe Fotomontage).

Fotomontage zur neuen Dauerausstellung „Kaiser, Marine und Riesenbart“

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Erster Stock des Bezirksmuseums – Neue Dauerausstellung

Während der Sonderausstellung „Von Napoleon bis Heute“ befand sich im 1. Stock direkt am Ende des Stiegenaufgangs eine große bedruckte Plakatwand mit einem Ölbild, einer kleinen Glasvitrine mit einem Fernrohr und einem erläuternden Textaufdruck. Nach der Sonderausstellung sollte auf dieser Plakatwand die Glasvitrine mit einem Fernrohr belassen werden, linksseitig ein passender Aufdruck mit dem Textzug „Einblicke in die Vergangenheit“ und rechtsseitig ein Bild mit der Darstellung von Kaiser Franz Josef I installiert werden (siehe Fotomontage).

Fotomontage zur neuen Dauerausstellung „Kaiser, Marine und Riesenbart“

Kleiner Ausstellungsraum im 1. Stock

Der kleine Ausstellungsraum im 1. Stock wurde vor der Landesausstellung 2012 für die Bewirtung der BesucherInnen bei verschiedenen Veranstaltungen (Kunstausstellungen) genutzt. Hier sollte nun die Neuinstallation der Dauerausstellung „Kaiser, Marine und Riesenbart“ erfolgen. Dafür ließe sich ein Teil der Vitrinenwände, die zur Landesausstellung 2012 in der Herzogsburg installiert wurden, optimal verwenden.

Um sich das Ganze besser vorstellen zu können, sind nachfolgend Skizzen der mittleren Hinter-wand und der beiden Seitenwände des kleinen Ausstellungsraumes abgebildet. Jeweils darunter finden sich Fotografien der Vitrinenwände (zurzeit noch mit den Exponaten der Landesausstellung 2012 bestückt), die an der jeweiligen Wand für die neue Dauerausstellung verwendet werden sollen.

Seitenwand rechts im kleinen Ausstellungsraum

Skizze Seitenwand rechts mit Fenstern und Vitrinenteile

Originalfotos der beiden Vitrinenteile

Mittlere Hinterwand im kleinen Ausstellungsraum

Skizze mittlere Hinterwand mit Vitrinen

Originalfotos der drei Vitrinenteile

Seitenwand links im kleinen Ausstellungsraum

Skizze Seitenwand links mit Tür und Vitrinenteile

Originalfotos der drei Vitrinenteile

Exponate zu den Kaiservitrinen (Seitenwand links im kleinen Ausstellungsraum).

Die älteste erhaltene österreichische Filmproduktion ist die Dokumentation „Der Kaiserbesuch in Braunau/Inn“ aus dem Jahr 1903, aufgenommen vom Wanderkinobesitzer Johann Bläser. Für die Vorführung dieses Kaiserfilms, die sich im Besitz des Bezirksmuseums befindet, wird einer der größeren Monitore aus der Landesausstellung 2012 übernommen und der Film mit einer Wiederholungsschleife abgespielt.

Im Jahr 1903 besuchte Kaiser Franz Josef anlässlich der Ratshauseröffnung und der Feierlichleiten 700 Jahre Stadt Braunau die Stadt am Inn. Vor diesem Besuch ging in der Bezirkshauptmannschaft eine anonymer Brief ein, der vor einem Mordanschlag auf den Kaiser warnte. Unterlagen, Protokolle und Telegramme zu dieser Causa sind im Landesarchiv Linz vorhanden. Diese Originalunterlagen könnten entweder als Dauerleihgaben oder als Faksimile für die Vitrinen an der Seitenwand links verwendet werden.

Im Fundus der Herzogsburg befinden sich zahlreiche Originalfotos zum Kaiserbesuch anno 1903, weiters ein großes Erinnerungsbild mit allen an den Feierlichkeiten beteiligten Personen. Erinnerungsmünzen und damalige „Merchandising-Produkte“ stehen ebenfalls in großer Stück-zahl zur Verfügung. Auch die damals sehr seltene farbige Zeitungsbeilage zum Kaiserbesuch aus der Neuen Warte am Inn ist im Bestzustand vorhanden.

Im Stadttheater Braunau wurde aus Anlass des Kaiserbesuchs 1903 eine Aufführung von historischen lebenden Bildern aus der Vergangenheit der Festungsstadt Braunau aufgeführt. Zahlreiche SchauspielerInnnen stellten verschiedene Szene aus der Braunauer Geschichte in sogenannten lebenden Bildern nach. Im folgenden waren das sechs lebende Bilder mit herausragenden Schlaglichtern aus 700 Jahren:

1260, Herzog Ludwig von Bayern nimmt den Treuschwur entgegen

1567, Hans Staininger erhält die niederschmetternde Kunde vom Brande der Stadt

1705, Die Studenten der Rechte Plinganser und Meindl erstürmen, gefolgt von einer Schar bayerntreuer Bauern das von österreichischen Kriegern verteidigte Inntor“.

1806, Johann Palm wird zur Richtstätte geführt

1810, Die Übergabe der Erzherzogin Marie Luise

1903, Braunau huldigt in unverbrüchlicher Treue

Diese sechs Bilder wurden in einem großen eingerahmten Erinnerungsgemälde platziert. Auch dieses Erinnerungsgemälde befindet sich im Fundus der Stadtgemeinde Braunau.

Außerdem verfügt die Herzogsburg über Originalzeitungsberichte und über eine Broschüre zur feierlichen Enthüllung der Kaiserbüste im kleinen Park bei der Innbrücke. Hier sind auch Fotos zu diesen Feierlichkeiten vorhanden. Übrigens ließe sich auch ein Hinweis auf die Kaiserbüste, die ja mittlerweile im Kaiserpark steht, anbringen (siehe Parkanlage mit Kaiserdenkmal und Steinernem Doppeladlerwappen).

Vorstellbar wäre hier auch noch über eine weitere einzigartige Begebenheit in Braunau zu berichten. Zweimalige 700Jahr Stadterhebungsfeier in Braunau am Inn. Die erste 700Jahr Feier erfolgte zwar im Jahre 1903, später stellte sich aber heraus, dass dieser Zeitpunkt der Stadterhebung historisch nicht haltbar war. So wurde nach neueren historischen Erkenntnissen in Braunau im Jahre 1960 ein zweites Mal 700 Jahre Stadterhebung gefeiert. Dokumente und Exponate zu dieser Feierlichkeit wären in ausreichender Anzahl im Studienbibliothek-Archiv vorhanden.

All diese Exponate (Attentatsankündigung, 1. Filmaufnahme in Österreich, Zweimalige 700Jahr Stadterhebungsfeier als Kuriosa) sind bei optimalem PR-Einsatz sicherlich nicht schlechter für die „Kaiserstadt“ Braunau als die „Sisi“ für die Kaiserstadt Bad Ischl.

Exponate zu Hanns Staininger (mittlere Hinterwand im kleinen Ausstellungsraum). Als Hauptattraktion ist hier natürlich der ungewöhnlich lange (Original-)Bart (Echtheit chemisch und mikroskopisch nachgewiesen) von Hans Staininger zu nennen, der als Einzelstück in einer eigenen Vitrine untergebracht werden sollte. Über dieser Vitrine könnten das bereits vorhandene Votivölbild Stainingers und die Reproduktion eines Ölbildes von Hans Staininger, die allerdings erst angekauft werden müsste (ca 150 Euro), angebracht werden. Weiters sind vorhanden:

Wappenbrief des Kaisers Rudolph II für Hanns Staininger in Augsburg vom 30. Dezember 1601, Papierurkunde mit Wappen.

Wappenbrief für Wolfgang, Hanns und Jörg Staininger von König Ferdinand I vom 12. Oktober 1531, Pergamenturkunde mit Wappenminiatur und anhängendem, großen Königssiegel in Holzkapsel.

Eine Kupferstichplatte und die dazugehörigen Kupferstiche mit einer alten grafischen Darstellung des Hans Staininger samt Beschreibung.

Ein kolorierter Stich von Hans Staininger mit Wappen und Beschreibung (inklusive Geburtsdatum).

Ein Reliefguss mit der Abbildung Hans Stainingers und ein Aquarell, ebenfalls mit einer Darstellung Hans Stainingers.

Das Buch „Judas der Erzschelm“ von Abraham a Sancta Clara, das 1695 erschien, und in dem auch Hans Staininger wegen seines langen Bartes erwähnt wird, befindet sich im Besitz der Studienbibliothek.

Außerdem verfügt die Herzogsburg über Originalzeitungsberichte über den Erwerb des Bartes und der Dokumente im Jahre 1912.

Dem ehemaligen Braunauer Bürgermeister Josef Bautenbacher ist es zu verdanken, dass der lange Bart des Hanns Staininger im Jahre 1912 mit geringem Kostenaufwand erworben werden konnte. Staininger gilt ja bis heute als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Braunau. Daher war es sehr erfreulich, dass sein 3 ½ Ellen langer Bart nun endlich nach „Hause“ zurückkehrte.

Der Bart wurde Hanns Staininger nach seinem Tode abgenommen und als Familienerbstück von Generation zu Generation weiter gegeben. Einer dieser Nachkommen, in dessen Besitz sich der Bart zuletzt befand, war nach Augsburg ausgewandert. Zuletzt befand sich der lange Bart im Besitz des am 4. November 1911 verstorbenen Verlagsbuchhändlers Richard Preyß, der diesen in einem Tresor d er bayerischen Vereinsbankfiliale Augsburg aufbewahrte. Nach dem Willen der Erben des Herrn Richard Preyß sollte das Erbstück nun der Stadt Braunau als Geschenk überreicht werden.

Der Bürgermeister der Stadt Braunau hatte darauf weitere Schritte unternommen, um auch die übrigen Urkunden für die Stadt zu erwerben. Nach langwierigen Verhandlungen hatte er erreicht, dass das Augsburger Maximilianmuseum auf den Erwerb dieser Urkunden aus dem Nachlass von Richard Preyß verzichtete.

Exponate zur Marineakademie (mittlere Hinterwand & linke Seitenwand im kleinen Ausstellungsraum). Im goldenen Buch der Stadt Braunau befindet sich eine handgemalte Zeichnung des k. u. k. Marinewappens und Unterschriften der Marineakademieobrigkeit. Dieses Buch ist momentan in einer eigenen Vitrine untergebracht und zeigt während der Landesausstellung 2012 die Seite mit der Unterschrift Kaiser Franz Josef I anlässlich seines Besuches in Braunau im Jahre 1903. Nach der Landesausstellung bräuchte man nur die Seite mit der Zeichnung und den Unterschriften der k. u. k. Marineakademie aufschlagen und die Vitrine im kleinen Ausstellungsraum platzieren. Weiters war zurzeit der Landesausstellung ein Modellschiff aus der k. u. k. Marine in einem Vitrinenteil ausgestellt. Nach der Landesausstellung könnte man eines der hervorragend gearbeiteten Modellschiffe aus der k. u. k. Marine von Herrn Schaller Senior als Dauerleihgabe in diesem Vitrinenteil ausstellen (dazu müsste natürlich eine entsprechende Anfrage an Herrn Schaller Senior gestellt werden). Weiters sind verschiedene Abbildungen und Fotos aus der Marineakademie vorhanden: Ansicht der Marineakademie mit Wachhäuschen, Abbildung des 2. Jahrgangs der k. u. k. Marineakademie aus dem Jahr 1917, Gruppenfoto der Marineakademie zur 100-Tagfeier am 6. Mai 1916 (aus dem Archiv von Frau Renate Hoerner), ein Foto des Auszugs der Marinezöglinge aus der Marineakademie im Jahre 1918, der Originalzeitungsbericht aus der Neuen Warte am Inn 1918 über die Stürmung der Marineakademie, einige Bücher mit Stempel aus der Marineakademiebücherei.


Wie bei der Landesausstellung 2012 müssen natürlich auch bei der Dauerausstellung „Kaiser, Marine und Riesenbart“ zum einen jeweils eine allgemeine Beschreibung und zum anderen je-weils auch eine erklärende Beschreibung zu den einzelnen Exponaten hinzugefügt werden.

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Die Sage vom gespenstigen Ritter in der Herzogsburg

Wer sich an unheimlichen Orten gruseln will, muss nicht unbedingt traditionelle Spukschlösser in England besuchen. Auch hierzulande gibt es schaurig-schöne Plätze. Nicht nur englische und schottische Schlösser haben ihre Geister, auch in Österreich kennt man Spukgeschichten.

Ein Werbeslogan des Internetauftritts http://www.wienspuk.net/schloesser/index.htm

Die Herzogsburg selbst könnte mit ihrer etwas unheimlichen Sage auf dieser Website präsentiert werden. Da „Spukschlösser“ ja immer einen besonderen Anziehungspunkt für TouristInnen darstellen, könnte man damit auch die Sage vom gespenstigen Ritter in der Herzogsburg entsprechen nutzen.

Der gespenstige Ritter in der Herzogsburg zu Braunau

In der Herzogsburg Braunau soll ein Fürst in voller Rüstung eingemauert sein, der heute noch zuzeiten als Gespenst umgeht. Darüber erzählte einer, der den gespenstigen Ritter selbst gesehen hat, folgende Geschichte:
In meinen früheren Jahren war ich Nachtwächter, und was ich jetzt erzähle, trug sich so zwischen 1840-1845 zu. Bei meinen nächtlichen Kontrollgängen führte mich der Weg auch in die Altstadt und so kam es denn auch, dass ich fast täglich um eine gewisse Zeit die Gasse, die sich von der Kirche bis zum Benefiziatenhaus (neben dem Heimathaus) hinzieht, passierte.
Eines Nachts in der Neujahrswoche, es war ungefähr halb 12 Uhr, hörte ich im Schattenfroh-Brauhause (Herzogsburg) ein Geräusch, als wenn sich Türen öffnen und wieder schließen würden. Ich war damals ein junger, kräftiger und unerschrockener Mann, der selbst den Teufel nicht gefürchtet hätte, und so nahm ich mir vor, das Tor zu öffnen, und meine Bemühung war schnell von Erfolg. Ich postierte mich gerade so, dass ich den ganzen unteren Raum übersehen konnte, und mir gegenüber war ein Fenster, durch das die Mondsichel genügend Licht spendete, dass ich mich nötigenfalls zurechtfinden konnte.
Ich war vielleicht eine Viertelstunde auf meinem Posten, als sich plötzlich eine in den Boden eingelassene Tür öffnete und daraus mehrere Ritter von übermenschlicher Größe hervortraten. Obwohl ich mich mit dem festen Vorsatze, nichts zu fürchten, mich auf die Lauer begeben hatte, war ich dennoch so erschrocken, dass ich wie gelähmt war. Erst nach geraumer Zeit entfernte ich mich und ich war auf dieses Erlebnis fast krank.
Eine von diesen Gestalten war ungemein groß und übertraf mich, obwohl ich zu den größeren Männern der Stadt zählte, sicher um zwei Köpfe. Diese Gestalt war, ohne dass sie das Tor öffnete, auf die Straße hinausgetreten und ich hatte bemerkt, dass sie auf der Brust wie auf dem Rücken ein großes, weißes Kreuz trug. Sie ging aber nur so weit, als die Fenster des Hauses reichten, dann entschwand sie spurlos meinen Augen. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrmals und so entschloss ich mich, obwohl ich erwartete, dass man mich spotten und auslachen werde, von der Sache zu erzählen.
Wie ich voraussetzte, so geschah es. Man spottete mich einen furchtsamen Hasen und nannte mich einen Prahlhans. Ein Braubursche war einer der ärgsten unter denen, die sich über mich lustig machten. Ich lud ihn daher ein, wenn er meinen Worten keinen Glauben schenke, so solle er sich selbst überzeugen. Auf das hin erklärte er sich fest entschlossen, einige Nächte in den Räumlichkeiten zuzubringen, und ließ sich zu diesem Zwecke ein Bett hineintragen. Schon waren zwei Nächte vorüber, ohne dass er in seiner nächtlichen Ruhe gestört worden war, da erwachte er in der dritten Nacht. Um Mitternacht - es schlug gerade 12 Uhr – öffnete sich plötzlich am Fußboden eine Tür und daraus traten, genau wie bei mir, Ritter in Harnisch und mit Sporen versehen und diese Gestalten gingen Tür ein, Tür aus. Es entstand ein Lärm, als wenn der Teufel los wäre. Der Lärm dauerte eine Weile und mit dem Schlummer - erzählte der Braubursche – war es natürlich bei mir vorbei. Ich war im Bett in Schweiß gebadet und konnte weder sprechen noch mich rühren. Der Braubursche, der dies erzählt hatte, wurde von einer schweren Krankheit befallen und das Gelächter, das man über mich früher ergehen ließ, verwandelte sich bei allen in Furcht.“

Dass diese Geschichte auch bei allen Schulklassen aus dem Innviertel, die die Herzogsburg besuchen, bestens ankommt, muss ja nicht extra erwähnt werden (siehe dazu auch der eXc@libur Blog der VS Laab)

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Werbemaßnahmen

Zum Schluss noch in aller Kürze einige einfach umzusetzende Werbemaßnahmen, die aber bitte mit einem Augenzwinkern zu betrachten sind:

Für Bäckereien. Ein überlanger Milchstriezel (Hefezopf) in Form eines sich verjüngenden Bartes wird geflochten und ein Haarmuster mit einem Kamm in den Teig aufgebracht und schon hat man den Hans Staininger Striezel.

Für Friseure. Das Bildnis bzw. eine Karikatur mit dem über seinen Bart stolpernden Staininger ist in der Auslage zu sehen, darunter der passende Slogan „Das wär ihm mit uns nicht passiert“.

Allgemein. Ansichtskarten in doppelter Länge mit einer Karikatur Hanns Stainingers mit langem Bart. Staininger lässt seinen Bart wie Rapunzel vom 3. Stock hinunter und der Postillon klemmt mit einer Wäscheklammer den Brief an den Bart mit den Worten „Ihre Post, Herr Staininger“ (stammt aus der Neuen Warte 1949).

Ihre Post, Herr Staininger

Ein lebensgroßer Fotofigurenaufsteller von Hans Staininger, bei dem man im Gesichtsbereich eine Öffnung ausgeschnitten hat, steht im Eingansbereich des Bezirksmuseum. Ein Riesenspaß für Kinder und Jugendliche, die ein Foto von sich als Hans Staininger zur Erinnerung mit nach Hause nehmen können.

lebensgroßer Fotofigurenaufsteller von Hans Staininger

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Projektidee und Konzeptvorschlag zur Landesausstellung 2012

Der interaktive Naturerlebnispfad - Touristenattraktion in Braunau am Inn

erstellt im Dezember 2010 von Tamara und Manfred Rachbauer

HÖREN heißt VERGESSEN. HÖREN und SEHEN heißt ERINNERN. HÖREN, SEHEN und ERLEBEN heißt VERSTEHEN.
In Anlehnung an ein altes, chinesisches Sprichwort

Der interaktive Naturerlebnispfad

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Einleitung

In Braunau am Inn wurde im städtischen Augut vor mehreren Jahren ein so genannter Naturlehrpfad angelegt. Ein herrlich ruhiger Ort zum Entspannen, Joggen, Wandern und zum Kneippen (eine Kneipp-Anlage wurde im durch den Naturlehrpfad fließenden Bach installiert), der auch von Schulen für Wanderausflüge und Workshops (z.B. Wasserworkshop) immer wieder besucht wird. Der Naturlehrpfad selbst besteht zurzeit aus dem angelegten Weg mit zahlreichen, beschilderten (Informationstafeln) Bäumen und Pflanzen. BesucherInnen erreichen den Baumlehrpfad in Braunau am Inn durch den Abgang bei der Dr. Kriechbaumstiege zum Naherholungsraum Innauen und Inn- und Tauernradweg. Von dort gehen die BesucherInnen einige hundert Meter den Damm entlang und biegen links in den ca. 300m langen Baumlehrpfad ein. Besonders interessant und faszinierend ist es, den Wechsel der Jahreszeiten zu verfolgen.

Diese verschiedenen Locations ließen sich ideal mit an den jeweiligen Lehrpfad angepassten, interaktiven Erlebnishaltestellen und durch Quick Response Codes (kurz QR Codes) mit Online-Media-Komponenten (Wikipedia) erweitern.

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Unser Konzeptvorschlag

Gleich zu Beginn unserer Überlegungen haben wir zunächst Zielgruppen (Familien mit Kindern, TouristInnen, Wanderer und Schulklassen) festgelegt und uns dann noch einige weitere Fragen gestellt, die bei der Ausarbeitung des Konzepts beantwortet werden sollen.

1. Welche Schautafeln und interaktive Animationsstationen wären vorstellbar? Wie müssen sie aussehen? Welche Informationen beinhalten sie?
2. Bei welchen Schautafeln und interaktiven Animationsstationen wäre es sinnvoll QR Codes einzubauen?
3. Wie könnten die Ideen umgesetzt werden? Das heißt: Wie können QR Codes auf Tafeln integriert werden? Wohin, auf welche Internetseiten, sollte die Weiterleitung bei den QR Codes erfolgen? usw.
4. Welche Informationen sollten vermittelt werden? (Zielgruppenorientiert)
5. Welche verschiedenen Szenarien sind vorstellbar? (Zielgruppenorientiert)
6. Wie könnte die Erweiterung kostengünstig umgesetzt werden bzw. welche Finanzie-rungsmöglichkeiten gibt es?

Wichtig war uns, dass wir für die Animationsstationen und die Gestaltung der Schautafeln eigene Ideen entwickeln bzw. nur eine Anlehnung an bereits bestehende Beispiele in Naturlehrpfaden verwenden. Beim Hörspiel der Natur und Was kriecht denn da? existieren zwar bereits ähnliche Beispiele in anderen Naturlehrpfaden (mit Vogelstimmen, Klappen etc), aber sowie unsere Stationen aufgebaut sind, gibt es sie noch nicht. Beim Fernrohr der 4 Jahreszeiten war unsere Überlegung ein Aussichtsfernrohr mit einer alten Erfindung aus den 60ern/70ern verbinden. In Andenkenläden gab es kleine Spielzeughäuschen oder Fernseher, die hinten wie bei einer Kamera ein Guckloch mit einem Vergrößerungsglas hatten. Im Inneren befanden sich kleine Dias des Urlaubsortes. Wenn man nun auf einen Knopf drückte, schob sich das nächste Bild vor die Lupe und beim Durchsehen sah man die Sehenswürdigkeiten vergrößert. Das Wasserlabyrinth und das Naturschiebe-Puzzle sind interaktive Animationsstationen, die in dieser Form noch nicht existieren.

Arten von Haltestellen

Schautafeln

Schautafeln werden zur Orientierung und zur Erklärung der QR Code-Nutzung am Beginn des Naturerlebnispfades eingesetzt. Weiters werden sie zur Beschilderung (Fotos, Bilder, Bezeichnung, Kurzinformation, QR Code) der einzelnen Pflanzen verwendet und natürlich auch für die Anleitungen zu den interaktiven Animationsstationen eingesetzt.

Interaktive Animationsstationen

Bei den Animationsstationen werden die BesucherInnen zum aktiven Mitmachen eingeladen. Durch diese Art des Erlebens und Entdeckens wird die Wissensvermittlung begreifbar.

Energie-Ladestation

Hier haben BesucherInnen die Möglichkeit ihre mobilen Endgeräte mit Hilfe von Solarenergie wieder aufzuladen. Für die Erlebnispfad-iPhones wären auch flexible Foliensolarmodule möglich (ebenfalls beim Ansprechpartner z.B. Tourismusverband erhältlich), die sich mittels Klettverschluss auf der Kleidung (Jacken, Pullover, etc.) anbringen lassen. Somit wäre eine Energieversorgung der Erlebnispfad-iPhones ausreichend gesichert.

Haltestellen

Drei große Schautafeln am Eingangsbereich
Im Eingangsbereich des Naturerlebnispfades werden drei, nebeneinander angebrachte Schautafeln installiert. Diese sollen durch ihre großzügige Gestaltung einen optimalen ersten Eindruck der Einrichtung vermitteln.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Auf der ersten der drei Schautafeln findet sich eine große, grafisch gestaltete Übersichtskarte und eine kleinere Luftbildaufnahme, auf welcher der Verlauf des Naturerlebnispfades dargestellt wird. Auf dieser Tafel werden Informationen zum Thema des Naturerlebnispfades, zur Wegstrecke, zur Anzahl der Haltestellen, zur Gehzeit sowie einige wichtige Hinweise zum richtigen Verhalten im Naturgebiet gegeben. Auf der Übersichtskarte werden außerdem der momentane Standort und die Wegstrecke farblich gekennzeichnet.

Auf der zweiten Schautafel folgen Veranschaulichungen der einzelnen Haltestellen mit Fotos, Skizzen und kurzen, prägnanten Texten (kurzer Überblick, was die BesucherInnen bei den einzelnen interaktiven Animationshaltestellen erwartet). Des Weiteren ist der Naturerlebnispfad so konzipiert, dass dieser auch von Schulklassen, Wandergruppen etc. für einen Ausflug oder eine Exkursion genutzt werden kann.

Die dritte Schautafel enthält Hinweise zu den AnsprechpartnerInnen (z.B. Tourismusver-band, Informationszentrum) für das Ausleihen der Erlebnispfad-iPhones (mit vorinstalliertem QR Code Reader) und weiters eine genaue Beschreibung zur Nutzung der QR Codes im gesamten Naturerlebnispfad (Anleitung zum Auslesen der QR Codes - Mobile Tagging). Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass natürlich auch eigene Handys verwendet werden können, sofern diese bereits über die dafür benötigte Software verfügen. Bei vielen aktuellen Handys ist ein QR Code Reader bereits Standard. An dieser Schautafel können auch Orientierungsfolder aus der integrierten Halterung entnommen werden (offline), oder es besteht natürlich auch die Möglichkeit per QR Code, den Folder auf dem Erlebnispfad-iPhone zu betrachten (online).

Schautafel zur Beschilderung
Bei den einzelnen Pflanzen des Naturerlebnispfades wird jeweils eine zweigeteilte Schautafel aufgestellt.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Auf der größeren Tafel befinden sich eine Abbildung von der Pflanze (Baum, Strauch, etc.) und je nach Art der Pflanze Abbildungen von Blättern, Früchten, Blüten usw., weiters die deutsche und lateinische Bezeichnung und einige kurze Informationen (Beschreibung, Vorkommen). Zusätzlich werden Besonderheiten der Pflanze vorgestellt (Volksmedizin, Verwendung in alter Zeit, etc.). Zu guter Letzt werden noch einige Anregungen zum Nachdenken über die Pflanze gegeben, um die BesucherInnen zum Weiterrecherchieren (QR Codes) zu motivieren.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Im oberen Bereich der kleineren Tafel befindet sich der QR Code bzw. die QR Codes, über welche zusätzliche Informationen in Form von Wikipedia-Artikeln und weitere Abbildungen über Flickr abgerufen werden können. Vielleicht hat man auch nur Lust zu Twittern? - auch dafür befindet sich ein QR Code auf der Tafel, der direkt zur Twitter-Homepage weiterleitet. Im unteren Bereich der Tafel gibt es eine grafische Schnellanleitung zur Nutzung der QR Codes.

Interaktive Animationsstation - Fernrohr der 4 Jahreszeiten
Vor einer Naturszenerie wird eine höhenverstellbare Aussichtsfernrohr-Attrappe montiert. Eine Attrappe deshalb, weil die BesucherInnen beim Blick durch das Aussichtsfernrohr keine Vergrößerung, sondern ein naturgetreues Abbild der Szenerie sehen. Durch Betätigen eines Drehknopfes an der Aussichtsfernrohr-Attrappe wird den BesucherInnen dieselbe Szenerie nur in einer anderen Jahreszeit präsentiert. Eine Station, die schon durch das montierte Aus-sichtsfernrohr das Interesse und die Neugierde der BesucherInnen weckt!

Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung und dem Twitter QR Code.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Der interaktive Naturerlebnispfad

Interaktive Animationsstation - Kneippen und Wasserlabyrinth
An dieser Animationsstation können die BesucherInnen einerseits im Bach, der durch den Naturerlebnispfad fließt, durch das kalte Wasser treten (Kneippen) oder auf der Wiese neben dem Bach eine erholsame Rast einlegen. Dafür sind mehrere Holzbänke und Holzsitze halbkreisförmig um große Baumscheiben angeordnet.

Andererseits lädt das Wasserlabyrinth zum Experimentieren ein. Dabei handelt es sich um einen durchsichtigen, rechteckigen Plexiglasschaukasten, in welchem sich ein System von Röhren in Form eines Labyrinths befindet. Von außen können durch Drehschalter die Stellungen der beweglichen Klappen (ähnlich wie beim Weichenstellen der Eisenbahnschienen) im Labyrinth verändert werden. Je nach Stellung der Klappen ändert sich auch die Position des Ausgangs aus dem Labyrinth. Neben dem Wasserlabyrinth befindet sich eine Wippschaukel, an der zwei Hydraulikpumpen angebracht sind. Mit jeder Schaukelbewegung wird Wasser über ein Röhrensystem vom Bach zum Labyrintheingang gepumpt. Aufgabe der BesucherInnen ist es nun, bevor sie mit dem Schaukeln beginnen, zu überlegen, aus welchem Labyrinthausgang das Wasser abfließt. Da sich die Position des Labyrinthausgangs je nach Stellung der Klappen ändert, müssen die BesucherInnen nun aufs Neue überlegen, aus welchem Labyrinthausgang das Wasser abfließen wird

Der interaktive Naturerlebnispfad

Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung der Kneipp-Anlage (Text und QR Code zu einem YouTube Video) und des Wasserlabyrinths, QR Codes mit Informationen zum Kneippen (Wikipedia) und dem Twitter QR Code.

Interaktive Animationsstation - Was kriecht denn da?
Auf einer großen Tafel befindet sich eine Abbildung, die einen Ausschnitt der Bodenoberflä-che (Blätter, Moos, Gras, Bäume) und der unteren Bodenschichten (Querschnitt durch den oberen Waldboden) zeigt. Zusätzlich sind auf der Tafel verborgene Klappen (gleiches Motiv wie auf der Abbildung, nur durch die eingefrästen Fragezeichen sichtbar) angebracht, die die BesucherInnen öffnen können. Dahinter werden die Tiere gezeigt, die auf (z.B. Waldmaus, Hirschkäfer, Borkenkäfer) oder unter der Erde (z. B. Regenwurm, Waldameise) leben. Auf der Unterseite der Klappen sind ein kurzer Steckbrief des Tieres und QR Codes mit weiteren Informationen (Wikipedia, YouTube Videos) aufgedruckt. Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung und dem Twitter QR Code.

Der interaktive Naturerlebnispfad

(Interaktive Animationsstation) - Solarenergie-Tankstelle
Im mittleren Bereich des Naturerlebnispfades befindet sich eine wetterfeste Station, auf deren Dach Solarzellen zur Energiegewinnung angebracht sind. Im Inneren der Station besteht für die BesucherInnen die Möglichkeit, iPhones, Handys, Netbooks und weitere mobile Endgeräte verschiedener HerstellerInnen mittels Adapter aufzuladen. Neben der Solarenergie-Tankstelle befindet sich eine zweigeteilte Schautafel. Auf der größeren Tafel wird passend zur Station die Stromerzeugung mit Hilfe der Sonnenergie erklärt. Auf der kleineren Tafel befinden sich eine Anleitung zur Nutzung, weitere QR Codes mit Informationen zur Sonnenenergienutzung und der Twitter QR Code.

Interaktive Animationsstation - Hörspiele der Natur
Auf einer Tafel sind drei verschiedene Vögel - Buntspecht, Kuckuck und Nachtigall - ohne Angabe der Namen abgebildet. Unterhalb der Abbildungen befinden sich jeweils ein Knopf und ein kurzer Hinweis (bei der Abbildung des Buntspechts ein klopfender Vogel, beim Kuckuck ein rufender Vogel, bei der Nachtigall ein musikalischer Vogel). Unter den Abbildungen der Vögel fallen sofort die Klappen mit den eingefrästen Fragezeichen auf, hinter denen der Name des jeweiligen Vogels verborgen ist. Beim Drücken der Knöpfe unterhalb der Abbildungen hören (wasserresistenter Lautsprecher) die BesucherInnen beim Buntspecht das Klopfen und beim Kuckuck und der Nachtigall den jeweiligen charakteristischen Gesang. Nun sollen die BesucherInnen überlegen, um welchen Vogel es sich handelt. Durch Anheben der Klappen finden die BesucherInnen die Auflösungen und zusätzlich auch einen QR Code, der sie zu weiteren Informationen (Wikipedia) weiterleitet. Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung und dem Twitter QR Code.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Interaktive Animationsstation - Vogelnest-TV
In drei Nistkästen mit unterschiedlichen Einfluglochgrößen für verschiedene Vogelarten ist jeweils eine Infrarot-Solar-Funk-Kamera mit Mikrofon in einem Zwischenraum des aufklappbaren Daches montiert. Seitlich sind spezielle, mattierte Lichtöffnungen eingebaut, die gerade so viel natürliches Licht hereinlassen, dass die Vögel beim Brüten nicht gestört werden, aber der kleinen Kamera für die farbige Bildübertragung ausreicht. Bei Dunkelheit arbeitet sie - von den Vögeln ebenfalls unbemerkt - automatisch als Infrarot-Kamera weiter und liefert s/w-Bilder bester Qualität. Die Nistkästen sind auf unterschiedlichen Bäumen im Naturerlebnispfad angebracht. Unmittelbar vor den jeweiligen Bäumen befindet sich eine Schautafel, auf der ein kurzer Steckbrief mit Foto der brütenden Vogelart abgebildet ist. Mittels einem auf der Schautafel angebrachten QR Code werden die BesucherInnen automatisch zur Vogelnest-TV-Webseite weitergeleitet und können so auf dem Erlebnispfad-iPhone in Echtzeit mitverfolgen, was sich im Nistkasten abspielt. Durch ein SocialBookmarking Tool, mittels MMS oder EverNote besteht die Möglichkeit den Link auch von zu Hause oder von der Schule aus (Biologieunterricht) aufzurufen und so das Geschehen im Nistkasten weiter zu verfolgen. Neben der Animationsstation befindet sich eine weitere Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung, weitere QR Codes mit Informationen zu den nistenden Vögeln (Wikipedia) und dem Twitter QR Code.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Interaktive Animationsstation - Natur-Schiebepuzzle
Vor einer in die Natur integrierten Steinwand befindet sich ein alter, zersplitterter Baumstumpf mit deutlich sichtbaren Wurzelausläufern, aus dem ein Gesicht herausgearbeitet wurde. Vor dieser Szenerie ist ein großer, leerer Bilderrahmen auf einem Gestell montiert. Dieses reale Kunstwerk dient als Vorlage für ein überdimensionales Schiebepuzzle, welches neben dem Bilderrahmen montiert ist. Das Schiebepuzzle, 15-Puzzle oder Ohne-Fleiß-kein-Preis-Spiel genannt, besteht aus 15 quadratischen Bildausschnitten, die in einem Vier-mal-vier-Quadrat angeordnet sind. Das Bild ist nur dann komplett zu sehen, wenn alle Quadrate durch Verschieben wieder in die richtige Reihenfolge gebracht worden sind. Neben der Animationsstation befindet sich eine Schautafel mit einer Anleitung zur Nutzung, weiteren QR Codes mit Informationen zum 15-Puzzle oder Ohne-Fleiß-kein-Preis-Spiel und dem Twitter QR Code.

Der interaktive Naturerlebnispfad

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Eingesetzte Online-SocialMedia-Komponenten

Wikipedia

Über die QR Codes an den verschiedenen Tafeln können sich die BesucherInnen automatisch zu den passenden Wikipedia-Artikeln weiterleiten lassen (zusätzliche Informationen zu Bäumen, Sträuchern, Tierwelt, Kneippen usw.).

YouTube

Über QR Codes können an einigen Haltestellen Zusatzinformationen in Form von kurzen Videoclips abgerufen werden (z.B. Anleitung zum Wassertreten). Weiters besteht für die NutzerInnen der Erlebnispfad-iPhones die Möglichkeit, eigene Videoclips per Fingertipp auf YouTube zu veröffentlichen.

Flickr

Schnappschüsse können mit der auf den Erlebnispfad-iPhones installierten Flickr-Applikation FlickIt per Fingertipp schnell und unkompliziert auf Flickr veröffentlicht werden (vgl. FlickIt, 2010).

Twitter

Über QR Codes an den verschiedenen Tafeln können sich die die BesucherInnen automatisch zu Twitter weiterleiten lassen.

EverNote

Mit dem auf den Erlebnispfad-iPhones vorinstallierten Online-Notizbuch EverNote können die BesucherInnen Daten unterschiedlichster Formate sammeln. Die BesucherInnen können beliebige Textschnipsel, Bilder, Screenshots oder Tabellen in EverNote eingeben. Bei Bedarf lassen sich direkt aus Evernote heraus Fotos oder Sprachnotizen aufnehmen. Die digitalen Notizen werden automatisch mit dem bei EverNote angelegten, persönlichen Account im Web synchronisiert und können später jederzeit vom PC aus abgerufen und weiterverarbeitet werden (Privat-PC, Schulcomputer, usw.). EverNote lässt sich hervorragend als Schulordner einsetzen, in dem man alles Material aus dem Unterricht ablegen kann. Die Zuordnung zu den Fächern stellt man über entsprechende Tags her (vgl. EverNote, 2010).

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Voraussetzungen zur Nutzung der Online-SocialMedia-Komponenten

Quick Response Code (QR Code)

Der QR Code (Englisch für Quick Response, bedeutet schnelle Antwort) ist ein zweidimensionaler Code, der eine Weiterentwicklung des handelsüblichen Barcodes, wie er auf jedem Produkt zu finden ist, darstellt. Seit dem Jahr 2000 ist der QR Code ISO-zertifiziert (ISO/IEC18004) und patentbehaftet, darf aber frei verwendet werden (vgl. Wikipedia, 2010).

QR Code Generator

Die durch entsprechende Generatoren erstellten Codes können als Bild abgespeichert und beliebig weiterverarbeitet werden. Auf diese Weise kann man einfach eigene QR Codes für beliebige Zwecke erstellen. Außerdem gibt es eine Firefox-Extension, die per Klick die aktuelle URL im Browser in einen QR Code umwandelt (vgl. Wikipedia, 2009a).

Bei unseren Recherchen im Internet sind wir auf den kostenlosen Online-Generator goQR.me gestoßen. Dabei ist es möglich eine bis zu 300 Zeichen große Textbotschaft, eine URL, eine Telefonnummer, SMS-Nachricht und eine Visitenkarte (vCard) in einen QR Code umzuwandeln (vgl. goQr.me, 2010).

Da wir hauptsächlich auf Wikipedia-Artikel, Flickr, YouTube und Twitter verlinken, stellen wir hier die QR Code Generierung anhand einer Wikipedia URL vor:

1. Schritt: Wikipedia Artikel wählen
Auf Wikipedia den betreffenden Artikel suchen und die dazugehörige URL in die Zwischenablage kopieren.

Der interaktive Naturerlebnispfad

2. Schritt: Den QR Code generieren
Die kopierte Wikipedia-URL in das Formularfeld im Online-Generator goQR.me einfügen, eventuell noch Größeneinstellungen mit dem Schieberegler vornehmen und auf die Schaltfläche Herunterladen klicken.

Der interaktive Naturerlebnispfad

3. Schritt: Den QR Code anbringen
Den erzeugten QR Code entweder auf wasserfeste, aufklebbare Folie ausdrucken und auf den Schautafeln anbringen oder noch besser, den Code direkt von der Druckerei auf die Schautafeln drucken lassen. Sobald dies erledigt ist, sind die Inhalte verlinkt und Wissen, das vorher versteckt war, ist nun für andere zugänglich, und zwar genau dort, wo es als Anregung gebraucht wird.

Mobile Endgeräte mit Kamera, Webbrowser und QR Code Reader

Mittlerweile verfügen die meisten aktuellen mobilen Endgeräte (Handys, iPhones, PDAs u. ä.) über eine eingebaute Kamera und einen vorinstallierten QR Code Reader, welcher das Auslesen von QR Codes ermöglicht. Für viele weitere mobile Endgeräte steht eine entsprechende Reader-Software kostenlos im Internet zum Download bereit. Die Quick Response Codes übernehmen somit die Rolle der Hyperlinks aus dem Internet. Anstatt den Hyperlink mit der Maus anzuklicken, benutzen die interessierten BesucherInnen ihr Kamerahandy, um den QR Code zu fotografieren und gelangen mit nur einem Klick zu den gewünschten Informationen. Lästiges und fehleranfälliges Eintippen, sowie unnötiges und zeitaufwendiges Suchen im mobilen Internet gehören somit der Vergangenheit an.

Der interaktive Naturerlebnispfad

Erlebnispfad-iPhones

Im Fall unseres gemeinsamen Projektes Der interaktive Naturerlebnispfad haben wir uns aus folgenden Gründen für die Verwendung von iPhones entschieden (vgl. Apple, 2010):

* Einfache Bedienung per Touchscreen
* Robustes und kratzfestes 3,5-Zoll-großes Display (vorteilhaft für Vogelnest-TV)
* Einfache Synchronisation zwischen iPhone und PC
* WiFi-Funktion für eine schnelle, drahtlose WLAN-Verbindung
* Auslesen von QR Codes mit der zuverlässigen Reader-Applikation Barcode (Freeware)
* Safari-Browser - sehr schneller und fortschrittlicher Webbrowser
* Aufnehmen und Bearbeiten von Sprachnotizen über das integrierte Mikrofon
* Aufnahme und Bearbeitung von hochwertigen Videos, die per Fingertipp auf YouTube veröffentlicht werden können
* Schnappschüsse sind per Fingertipp möglich
* Mit der Flickr-Applikation FlickIt (Freeware) lassen sich diese schnell und unkompliziert auf Flickr veröffentlichen
* Schutz vor Nässe, Schmutz und Beschädigungen durch das iPhone-Armband oder der Umhängetasche

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Benötigte Materialien, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Benötigte Materialien

Trägergestelle

Die Trägergestelle der Schau- und Animationstafeln im Naturgebiet, die mit dem Erdboden in Berührung kommen, sind aus dem landschaftsgerechtesten, extrem witterungsbeständigen und vor allem umweltfreundlichen Rohstoff Holz (z.B. Eiche) gefertigt. Konstruktionen, in denen sich Wasser ansammeln kann, werden vermieden, wofür alle Abschlusskanten abgeschrägt und gegebenenfalls Abflusslöcher gebohrt werden (Ebers, 1998). Dadurch sind sie kaum anfällig gegen Vandalismus, haben bei Überdachung eine lange Haltbarkeit und passen sich im Naturgebiet gut an.

Schautafeln

Die Schautafeln mit den Informationen (Screens) sind so genannte HPL-Tafeln. Mit dem Kür-zel HPL (= High Pressure Laminate, Hochdrucklaminat nach EN 438) sowie den Bezeichnungen Resoplan® / Resopal® wird eine Spezialform des Laminats bezeichnet. Unter hohem Druck wird ein UV-beständiger Digitaldruck durch ein extrem hartes Kunstharz (Melamin) mit der Trägerplatte verbunden. Dies ermöglicht die Produktion von Schautafeln mit einzig-artigen Eigenschaften in Bezug auf Dauerhaftigkeit und Beständigkeit. Eine HPL-Schautafel ist daher optimal für den Ausseneinsatz (Naturlehrpfad, Zoo, Tierpark usw.) geeignet.

Die Umweltaspekte von HPL Platten
Bei den HPL Dekorplatten handelt es sich um Hochdruck-Schichtpressstoffplatten entsprechend EN 438-1 mit einer Melaminharzdeckschicht. Die Platten bestehen aus Papier (mehr als 60 Gewichtsprozente) und unter Wärme, Druck und Rückkühlung aushärtenden Reaktionsharzen. Die übrigen Teile bestehen aus ausgehärtetem Phenolharz für den Kern und Melaminharz für die Deckschicht. Beide Harze gehören zu den Duroplasten. Kein anderes Produkt im dekorativen Oberflächenbereich ist in Haltbarkeit und Sauberkeit so einfach einzusetzen. HPL ist z.B. sowohl für den Lebensmittelbereich, als auch für den Einsatz in Krankenhäusern zugelassen. Da kein Trägermaterial wie z.B. Aluminium-Blechplatten, Forex, Dibond usw. verwendet wird, wird die Umwelt weniger belastet. Sollten Schilder aus Folie oder Aluminium ausgedient haben, müssen diese als Sondermüll entsorgt werden. Gemäß TA-Abfall, Kategorie I Nr. 571, werden HPL-Platten als sonstiger ausgehärteter Kunststoffabfall eingestuft. Kategorie I bedeutet, dass ein Material hausmüllähnlich ist. HPL-Platten dürfen in behördlich genehmigten Industriefeuerungsanlagen verbrannt werden, außerdem können HPL Abfälle auf kontrollierten Deponien abgelagert werden. Auch die eingesetzten UV-Farben sind umweltverträglich. Sie enthalten keine Lösungsmittel, sind wasserlöslich und passen so in das Konzept der umweltfreundlichen Fertigung. (vgl. Lehrpfad Service 2010).

Interaktive Elemente

Die interaktiven Elemente bei den Animationsstationen müssen durch geeignete Fachkräfte hergestellt und installiert werden. Auch hier wird darauf geachtet, dass die verwendeten Materialien umweltverträglich sind. Die meisten der Animationsstationen sind aus dem landschaftsgerechtesten, extrem witterungsbeständigen und vor allem umweltfreundlichen Roh-stoff Holz und HPL Platten hergestellt (Was kriecht denn da? und Natur-Schiebepuzzle).

Beim Wasserlabyrinth kommt Plexiglas zum Einsatz, das laut Herstellerangaben EVONIK Industries umweltverträglich in zertifizierten Werken hergestellt wird (Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001, Umweltzertifikat DIN EN ISO 14001). Es ist frei von Bisphenol A, Schwermetallen (z. B. Cadmium, Quecksilber) und Asbest, Formaldehyd, FCKW, PCB, PCT etc., umweltverträglich und langlebig.

Bei der Animationsstation Hörspiele der Natur wird die Energieversorgung des integrierten Lautsprechers ebenfalls wie bei der Animationsstation Vogelnest-TV über Solarenergie sichergestellt.

Erlebnispfad-iPhones

Ebenso muss eine ausreichende Anzahl an Erlebnispfad-iPhones angeschafft werden, damit möglichst alle BesucherInnen in den vollen Genuss des interaktiven Naturerlebnispfades kommen. Hier muss natürlich eine regelmäßige Wartung durchgeführt werden, um eine reibungslose Nutzung der Leihgeräte zu gewährleisten. Es wird zwar an der Ausleihstelle (z.B. Tourismusverband, Informationszentrum) eine kurze Einschulung zur Nutzung der Erlebnispfad-iPhones stattfinden, zusätzlich erhalten die BesucherInnnen aber auch leicht verständliche Kurzanleitungsfolder (Schritt-für-Schritt mit Bild und Text).

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Neben den anfallenden Kosten für die benötigten Materialien ist die Mithilfe einer Grafik-Fachkraft (z.B. für das Corporate Design) empfehlenswert. Hier entstehen je nach Zeitaufwand Kosten für Satz-, Layout- und Design-Arbeiten, sowie für Nutzungsrechte.

Eine Kontrolle des Naturerlebnispfades und der Austausch beschädigter oder unbrauchbar gewordener Einrichtungen sind regelmäßig durchzuführen.

Abschließend sollten auch Werbemaßnahmen (Folder, Inserate usw.) in die allgemeine Kostenrechnung miteinbezogen werden.

Da Naturlehrpfade und deren Instandhaltung meist von Gemeinden und Tourismusverbänden der jeweiligen Regionen finanziert werden, lässt sich hier die weitere Finanzierung für den Ausbau zum interaktiven Naturerlebnispfad sicherlich leicht realisieren. Je attraktiver das Angebot, desto mehr AusflugstouristInnen und BesucherInnnen und damit verbunden Geldeinnahmen sind zu erwarten.

Umwelt- und Naturschutzvereine, ortsansässige Unternehmen (Banken, Sparkassen usw.) könnten als Sponsoren gewonnen werden.

Für kostenintensive Aufträge wie z.B. den Entwurf eines Corporate Designs und andere grafische Elemente bietet sich die Möglichkeit einer Ausschreibung an Universitäten und Kunstakademien oder auch über Wettbewerbe in Zeitungen bzw. Internet an.

Zur Mitfinanzierung der Erlebnispfad-iPhones bietet sich das Sponsoring über verschiedene MobilfunkbetreiberInnen und Handy-Shops an (Werbemöglichkeit z.B. in den Kurzanleitungsfoldern).

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Tourismus

Ein Ausflug in den interaktiven Naturerlebnispfad beginnt für gewöhnlich im Informationszentrum, das sich im Eingangsbereich des Erlebnispfades befindet.

Die BesucherInnnen erhalten hier relevante Informationen wie z.B. Thema des Naturerlebnispfades, Länge der Wegstrecke, Anzahl der Haltestellen sowie einige wichtige Hinweise zum richtigen Verhalten im Naturgebiet.

Auch häufig gestellte Fragen rund um den Erlebnispfad wie z.B. Wie lange bin ich unterwegs? Gibt es Broschüren, Übersichtskarten, Folder etc. zum Mitnehmen? Was erwartet mich bei den interaktiven Animationsstationen? Wie funktioniert das mit den Erlebnispfad-iPhones? usw. werden beantwortet.

Weiters erfolgt nach Bedarf eine kurze Einschulung zur Nutzung der Erlebnispfad-iPhones und zur Funktionsweise der QR Codes, über welche weitere Informationen aus dem Internet abgerufen werden können. Alle BesucherInnen erhalten zusätzlich auch leicht verständliche Kurzanleitungsfolder (Schritt-für-Schritt mit Bild und Text).

Anschließend haben die BesucherInnen die Möglichkeit den interaktiven Naturerlebnispfad entweder self-guided (selber entdecken und erleben - diese Form wird von vielen TouristInnen bevorzugt) oder mit Begleitbroschüre (Übersichtskarte, Informationen zu den interaktiven Animationsstationen) zu erforschen.

Vorbei an den drei großen Übersichtsschautafeln im Eingangsbereich betreten die BesucherInnen den interaktiven Naturerlebnispfad.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Naturerlebnispfads liegt im direkten Erleben und Wahrnehmen von Natur und Landschaft. Durch die interaktiven Animationsstationen und durch den Einsatz der QR Codes erhalten die großen und kleinen BesucherInnen außergewöhnliche Eindrücke und erleben so den Naturerlebnispfad als unterhaltsame und lehrreiche Wanderung. Zum Beispiel die interaktive Animationsstation Hörspiel der Natur macht schon alleine durch die eingefrästen Fragezeichen auf den Klappen neugierig. Nach dem Durchlesen der Anleitung und des Textes unter den Abbildungen der Vögel, hören sich die BesucherInnen die Vogelstimmen an (Knopf befindet sich unter der jeweiligen Abbildung) und raten nun, um welche Vogelart es sich wohl handeln könnte. Nachdem alle ihren Vorschlag abgegeben haben, finden die BesucherInnen durch Anheben der Klappen die Auflösungen und zusätzlich auch einen QR Code, der sie zu weiteren Informationen (Wikipedia) weiterleitet.

Die Schautafeln bei den einzelnen Pflanzen regen die BesucherInnen durch ihre textliche Gestaltung (Fragestellungen wie z.B. Warum wird der Katsurabaum auch Kuchenbaum genannt?) an, mehr über die jeweilige Pflanzenart herausfinden zu wollen. Die BesucherInnen können einerseits die Informationen auf den Schautafeln lesen und verwerten, und andererseits durch die QR Codes ihren Wissensstand erweitern. Zudem können die BesucherInnen (vor allem bei den Kindern sehr beliebt) über die Erlebnispfad-iPhones Wissenswertes über die jeweiligen Pflanzen in audiovisueller Form (YouTube-Videos) abrufen.

Der Bach, der durch den Naturerlebnispfad fließt, ist besonders bei den Familien mit Kindern ein beliebter Rast- und Ruhepunkt. Gerade im Sommer holen sich die Eltern und Kinder liebend gerne eine Erfrischung durch das Wassertreten in der großzügig im Bachbereich angelegten Kneipp-Anlage. Weiters können sie über die Schautafel allerlei Wissenswertes über Sebastian Kneipp und seine Wasserkuren erfahren. Die halbkreisförmig um große Baumscheiben angeordneten Holzbänke und Holzsitze im Uferbereich laden zum Verweilen, Relaxen und Picknicken ein. Auf der Liegewiese kann man einfach die Seele baumeln lassen und den Blick in die Baumkronen genießen. Andererseits lädt das Wasserlabyrinth, das sich in unmittelbarer Näher der Kneipp-Anlage befindet, zum Experimentieren ein. Während beispielsweise die Eltern auf der Wippschaukel für die Wasserversorgung verantwortlich sind, raten die Kleinen wo das Wasser aus dem Labyrinth fließt. Von außen können durch Drehschalter die Stellungen der beweglichen Klappen im Labyrinth verändert werden. Dadurch ändert sich auch die Position des Ausgangs aus dem Labyrinth und die BesucherInnen müssen nun aufs Neue überlegen, aus welchem Labyrinthausgang das Wasser abfließen wird. Logisches Denken und Konzentration werden hier auf spielerische Art ebenso gefördert wie auch soziale Kompetenzen (z.B. Teamfähigkeit, Kommunikation, denn das Spiel funktioniert nur zu dritt - zwei müssen schaukeln und mindestens einer muss raten).

Eine Besonderheit des Naturerlebnispfades stellt die Solarenergie-Tankstelle dar. Hier werden den BesucherInnen auf Schautafeln vor einer wetterfesten Station, auf deren Dach Solarzellen zur Energiegewinnung angebracht sind, anschaulich die Vorteile der Stromerzeugung mit Hilfe der Sonnenenergie näher gebracht. Auch hier befinden sich weitere QR Codes mit Informationen zur Solartechnologie. Im Inneren der Station können sich die BesucherInnen gleich live von den Vorteilen der Solarenergienutzung überzeugen. Mittels Adapter können sie hier ihre Erlebnispfad-iPhones, Handys, Netbooks und weitere mobile Endgeräte verschiedener HerstellerInnen aufladen.

Bei Gruppenausflügen haben die einzelnen BesucherInnen, auch wenn sie sich an verschiedenen Stationen des Naturerlebnispfades befinden, mit Hilfe der Erlebnispfad-iPhones untereinander Informationen auszutauschen. Dazu können sie die beispielsweise miteinander twittern (über die Twitter QR Codes auf den einzelnen Schautafeln), Fotos oder selbst gedrehte Videoclips auf Flickr und YouTube hoch zu laden und die zugehörigen Links zuzusenden (die Fotos und Videoclips sind damit auch nach Rückgabe der iPhones jederzeit wieder abrufbar).

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Literatur

Apple (2010). Das iPhone 4 [online] http://www.apple.com/de/iphone/features/ (abgefragt am 22. Dezember 2010)

Ebers, S. (1998). Vom Lehrpfad zum Erlebnispfad - Handbuch für Naturerlebnispfade. NZH Verlag, Wetzlar. 1998.

Evernote (2010. What is Evernote? [online] http://www.evernote.com/about/ what_is_en/ (abgefragt am 22. Dezember 2010)

FlickIt (2010). Flickit bringt Fotos vom iPhone direkt auf Flickr [online] http://www.macnotes.de/2009/02/10/flickit-bringt-fotos-vom-iphone-direkt-auf-flickr (abgefragt am 22. Dezember 2010)

goQr.me (2010). goQr.me [online] http://goqr.me/ (abgefragt am 22. Dezember 2010)

Lehrpfad Service (2010). Schautafeln für jede Anwendung [online] http://www.lehrpfad-service.de/schautafeln.html (abgefragt am 22. Dezember 2010)

Wikipedia (2010). QR Code [online] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=QR_Code (abgefragt am 22. Dezember 2010)

Wikipedia (2010a). Strichcode [online] http://de.wikipedia.org/wiki/Strichcode (abgefragt am 22. Dezember 2010)

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Projektidee und Konzeptvorschlag zur Landesausstellung 2012

Erwünschtes Erbe - Dauerausstellung Egon Ranshofen-Wertheimer

erstellt im Dezember 2010 von Tamara Rachbauer MA & Manfred Rachbauer

Daheim, nicht in der Fremde, möchte ich eines guten Todes sterben oder, wenn es sein muss, eines bösen.

Aber sterben möchte ich daheim, nicht in der Fremde.

Egon Ranshofen-Wertheimer, Die Heimkehr (1946)

Erwünschtes Erbe

Egon Ranshofen-Wertheimer wurde am 4. September 1894 als Sohn des liberalen Großgrundbesitzers Julius Wertheimer und seiner Frau Karoline, geborene Bartosch, auf dem Landgut Ranshofen geboren. In dieser landwirtschaftlich geprägten Umgebung verbrachte er eine unbeschwerte und glückliche Kindheit.

Über 20 Jahre seines Lebens bemühte er sich, zunächst in den 30iger Jahren als Beamter des Völkerbundsekretariats und später in den 50iger Jahren als Missionschef der Vereinten Nationen, auf der weltpolitischen Bühne um die Erhaltung des Weltfriedens. Im amerikanischen Exil kämpfte Egon Ranshofen-Wertheimer beharrlich für die Befreiung Österreichs und setzte sich mehrfach bei verschiedenen US-Regierungsstellen und sogar bei Präsident Franklin D. Roosevelt für die österreichische Unabhängigkeit ein.

Keine Selbstverständlichkeit, nachdem Wertheimer im Jahre 1938 angesichts der immer bedrohlicher werdenden Situation durch die Nationalsozialisten in die USA emigrieren musste. Bereits im Jahr 1926 wurde durch einen königlich-preußischen Offizier bei der Bezirkshauptmannschaft Braunau der Vorwurf erhoben, dass sich in Ranshofen eine gefährliche, kommunistische Zentrale befände, und zwar in der Person des Gutsbesitzers Egon Werteimer. Ab 1930 war er als Beamter im Völkerbund laufend heftigen Angriffen seitens der nationalsozialistischen Presse ausgesetzt. Auf Berufung einer Verordnung vom 3. Juli 1938 wurde dem Völkerbundsekretariat am 17. August 1938 offiziell mitgeteilt, dass man Egon Wertheimer und seine Frau nicht länger als österreichische Staatsbürger betrachte. Mit seinem Heimatland Österreich und vor allem mit Ranshofen blieb Egon Wertheimer dennoch auf besondere Weise verbunden. Im amerikanischen Exil inmitten des Krieges schrieb er, dass dieses Dorf und diese Menschen für ihn das Maß aller Dinge sind und auch bleiben werden.

Trotz seines vorbildlichen Engagements für sein Heimatland und trotz seiner nicht unbedeutenden Rolle im weltpolitischen Geschehen ist Egon Ranshofen-Wertheimer in Österreich fast in Vergessenheit geraten. Einzig in Gerald Lehners Buch „Die Biographie des Philosophen und Ökonomen Leopold Kohr“ ist ein Abschnitt dem gebürtigen Ranshofner gewidmet.

Mit dem Projekt Erwünschtes Erbe - Dauerausstellung Egon Ranshofen Wertheimer könnte diese Persönlichkeit wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.

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Konzeptüberlegungen

Unter der Schlagzeile Peacemakers Manual schrieb Leoplod Kohr, es sei eine interessante Fügung, dass zwei so verschiedene Menschen in der gleichen Gegend zur Welt kamen. Der eine, Adolf Hitler, zerstöre die Völker Europas in einem verheerenden Krieg, während der andere, Egon Ranshofen-Wertheimer, sich in den Vereinigten Staaten Gedanken mache, wie man den Menschen in Europa einen dauerhaften Frieden bringen könne.

Auch die 16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage, die vom 28. bis zum 30. September 2007 stattfanden, beschäftigten sich mit dem bewegten Leben des in Ranshofen bei Braunau geborenen Dr. Egon Ranshofen-Wertheimer. Im Zuge der Vorbereitungen auf ein Referat über Egon Ranshofen-Wertheimer wurden nach umfangreichen Recherchen zahlreiche Dokumente, Briefe, Zeitungsartikel, Bücher, Film- und Fotomaterial aus der ganzen Welt gesammelt und chronologisch geordnet.

Im Frühjahr 2008 schrieb ich, Tamara Rachbauer, als Studentin der Media Design Hochschule im Studienfach "Wissenschaftliches Arbeiten" eine Seminararbeit mit dem Titlel "Egon Ranshofen-Wertheimer - Chronologie eines bewegten Lebens".

Zu diesem Zeitpunkt entstand die Idee in Ranshofen oder in Braunau ein "Wertheimer-Zimmer" zu installieren, um die mittlerweile sehr umfangreiche Wertheimer-Sammlung der Öffentlichkeit zugänlgich zu machen. Leider waren damals weder räumliche noch finanzielle Gegebenheiten vorhanden, was sich ja nun im Zuge der Vorbereitungen zur Landesausstellung 2012 in Ranshofen geändert hat.

Was läge also näher als Erwünschtes Erbe sozusagen im Schloss Ranshofen eine Egon Ranshofen-Wertheimer Dauerausstellung zu installieren und auch für die Initiative Friedensbezirk Braunau würde sich die Person Egon Ranshofen-Wertheimer bestens eignen.

Egon Ranshofen-Wertheimer schreibt über seine Kindheit:

Die Tür zum ersten Stock, wo ich zur Welt gekommen war, wo meine Eltern den größten Teil ihres Lebens verbracht hatten, war versperrt. Aber die holzgeschnitzte Tür zum zweiten Stock stand halb offen, und wir traten auf den Korridor. Dieser Stock hatte mir gehört, war unzertrennbar mit meiner Existenz verbunden. Hier hatte ich mir seit meinen Knabenjahren meine eigene Welt aufgebaut. Hier hatte ich mein geliebtes, schwarzes Zimmer gehabt, in dem ich als Knabe die große Entdeckungsfahrt in die Weltliteratur und über Bücher ins Leben angetreten hatte. Schlaflos war ich hier, erregt und überhell, über Büchern gesessen. Hatte ich mir die Augen Wund gelesen, so trat ich ans Fenster und schaute über die Kronen der großen Lindenbäume in die Dämmerung des werdenden Tages oder auf die aufsteigenden Inn-Nebel, während das Haus in tiefer Stille lag. Nur von Zeit zu Zeit rieselte es geheimnisvoll hinter den Tapeten. Bis die Hähne zu krähen begannen, die Vögel schrille Rufe zusandten, das schwere Schlosstor, vom Nachtwächter geöffnet, in den Angeln knirschte, und die ersten Arbeiter aus dem Dorf mit schweren Schritten über den Kies durch den Schlosshof zum Wirtschaftsgebäude stampften.

Aufgrund dieser Beschreibung Wertheimers über seine Kindheit dürfte es auch kein Problem darstellen, ein geeignetes Zimmer (möglicherweise das oben von Wertheimer erwähnte geliebte schwarze Zimmer) für eine Dauerausstellung zu finden.

Informationstafeln

An den Wänden des Zimmers werden Informationstafeln mit der zusammengefassten Lebensgeschichte Wertheimers angebracht. Befindet man sich im Inneren des Zimmers beginnt der Lebenslauf Wertheimers mit der Geburt rechts vom Eingang/Ausgang, dargestellt auf einer Informationstafel. In chronologischer Reihenfolge (im Uhrzeigersinn) werden die weiteren Lebensabschnitte auf jeweils drei Informationstafeln pro Wand dargestellt. Die Lebensgeschichte Wertheimers endet mit seinem Begräbnis, das auf einer Informationstafel links vom Eingang/Ausgang dargestellt wird.

Informationstafel rechts neben dem Eingang/Ausgang: Egon Ranshofen-Wertheimers Geburt und Kindheit

Informationstafel links neben Eingang/Ausgang: letzte Heimkehr und Begräbnis

Erwünschtes Erbe

Im Rundgang auf den drei Zimmerwänden mit insgesamt neun Informationstafeln:

Gymnasium Salzburg, Studienzeit, Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, Kriegsgegner, Revolutionärer Hochschulrat, Künstlerkreis, Eheschließung, Studentischer Zirkel, Promotion und Journalistische Aktivitäten, Völkerbund und Flucht ins Exil, Universität Washington D.C. und die Vereinten Nationen, Elder Statesmen in Österreich

Erwünschtes Erbe

Buchstaben aus transparentem Plexiglas

Auf dem Boden des Zimmers, diagonal von einer Zimmerecke in die andere verlaufend, sollten ca. 100 cm hohe hohle Großbuchstaben (Schriftzug EGON) aus transparentem Plexiglas installiert werden. In diesen Plexiglas-Buchstaben werden im Inneren verschiedene Dokumente, Unterlagen und Bücher von und über Egon Ranshofen-Wertheimer ausgestellt. So sind die Exponate durch das transparente Plexiglas geschützt und können von den BesucherInnen von allen Seiten betrachtet werden.

Erwünschtes Erbe

Touchscreen-Terminal

Als visueller Abschluss der Dauerausstellung sollte ein Infoterminal als so genannter Point of Interest zum Abrufen von Filmaufnahmen (z.B. Briefe, Dokumente, Fotos und Filmaufnahmen des Begräbnisses auf dem Friedhof Ranshofen) über den Touchscreen-Monitor eingesetzt werden.

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Weitere Ausstellungspunkte

Mit dem Rundgang müsste aber die Dauerausstellung nicht enden. Auf dem Touchscreen-Terminal könnten die bisherigen und natürlich auch die zukünftigen EmpfängerInnen des Egon Ranshofen-Wertheimer Preises und ihr Leben vorgestellt werden.

Der Egon Ranshofen-Wertheimer Preis wird seit 2007 von der Stadt Braunau und dem Verein für Zeitgeschichte an AuslandsösterreicherInnen, die sich in besonderer Weise für Österreich eingesetzt haben, verliehen.

Erstmals wurde dieser Preis im Rahmen der 16. Braunauer Zeitgeschichte-Tage, am 29. September 2007, an die Trapp-Familie vergeben. Die Enkelin von Georg Ritter von Trapp, Elisabeth von Trapp Walker, nahm den Preis entgegen. Die Laudatio hielt der Leiter der Kulturpolitischen Sektion im Bundesministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten, Botschafter Emil Prix.

Am 3. Mai 2008 wurde Dr. Ernst Florian Winter mit dem Egon Ranshofen-Wertheimer Preis in Braunau am Inn ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Diplomat und Mitarbeiter der Diplomatischen Akademie Wien Michel Cullin.

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Benötigte Materialien, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Benötigte Materialien

Informationstafeln

Die Informationstafeln mit den Informationen (Screens) sind so genannte HPL-Tafeln. Mit dem Kürzel HPL (= High Pressure Laminate, Hochdrucklaminat nach EN 438) sowie den Bezeichnungen Resoplan® / Resopal® wird eine Spezialform des Laminats bezeichnet. Unter hohem Druck wird ein UV-beständiger Digitaldruck durch ein extrem hartes Kunstharz (Melamin) mit der Trägerplatte verbunden. Dies ermöglicht die Produktion von Informationstafeln mit einzigartigen Eigenschaften in Bezug auf Dauerhaftigkeit und Beständigkeit.

Die Umweltaspekte von HPL Platten

Bei den HPL Dekorplatten handelt es sich um Hochdruck-Schichtpressstoffplatten entsprechend EN 438-1 mit einer Melaminharzdeckschicht. Die Platten bestehen aus Papier (mehr als 60 Gewichtsprozente) und unter Wärme, Druck und Rückkühlung aushärtenden Reaktionsharzen. Die übrigen Teile bestehen aus ausgehärtetem Phenolharz für den Kern und Melaminharz für die Deckschicht. Beide Harze gehören zu den Duroplasten. Kein anderes Pro-dukt im dekorativen Oberflächenbereich ist in Haltbarkeit und Sauberkeit so einfach einzu-setzen. HPL ist z.B. sowohl für den Lebensmittelbereich, als auch für den Einsatz in Krankenhäusern zugelassen. Auch die eingesetzten UV-Farben sind umweltverträglich. Sie enthalten keine Lösungsmittel, sind wasserlöslich und passen so in das Konzept der umweltfreundlichen Fertigung.

Buchstaben aus transparentem Plexiglas

Bei den Buchstaben könnte transparentes Plexiglas zum Einsatz kommen, das laut Herstellerangaben EVONIK Industries umweltverträglich in zertifizierten Werken hergestellt wird (Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001, Umweltzertifikat DIN EN ISO 14001). Es ist frei von Bisphenol A, Schwermetallen (z.B. Cadmium, Quecksilber) und Asbest, Formaldehyd, FCKW, PCB, PCT etc., umweltverträglich und langlebig.

Touchscreen-Terminal

Hierbei sollte ein All In One Touchscreen mit integriertem Abspielgerät oder PC System verwendet werden. So entsteht kein unnötiger Kabelsalat. Das Gerätesystem ist kompakt und durch die voll integrierte Bauweise besonders robust und handhabungsfreundlich.

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Neben den anfallenden Kosten für die benötigten Materialien sollten auch Werbemaßnahmen (Folder, Inserate usw.) in die allgemeine Kostenrechnung miteinbezogen werden.

Im Zuge der Landesausstellung 2012 wurde ein bestimmtes Investitionsvolumen für die Region Braunau-Ranshofen vom Land Oberösterreich zugesagt. Hier könnte durchaus auch im Hinblick auf die Nachnutzung des Schlosses Ranshofen ein geringfügiger Teil zur Finanzierung der Dauerausstellung verwendet werden.

Auch ortsansässige Unternehmen (AMAG - Ranshofen, Banken, Sparkassen usw.) könnten als Sponsoren gewonnen werden.

Für kostenintensive Aufträge wie z.B. die der Buchstaben aus Plexiglas bietet sich die Möglichkeit einer Ausschreibung für Projektarbeiten an Höheren Technischen Lehranstalten oder auch über Wettbewerbe in Zeitungen bzw. Internet an.

Die Studienarbeit Egon Ranshofen-Wertheimer - Chronologie eines bewegten Lebens für die Inhalte auf den Informationstafeln wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Dokumente, Briefe, Fotos, Bücher und andere Unterlagen werden ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch eine Filmaufnahme (DVD-Format) vom Begräbnis Egon Ranshofen-Wertheimers auf dem Friedhof Ranshofen kann mit Hinweis auf den Urheber kostenlos zur Verfügung gestellt werden

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Projektidee und Konzeptvorschlag zur Landesausstellung 2012

Kulturelle und Kulinarische Radwanderungen rund um Braunau am Inn

eingereicht im Oktober 2010 und per Email im Mai 2011

von Tamara Rachbauer MA & Manfred Rachbauer

Radfahrer sind die einzigen sympathischen Leisetreter. Ernst Schröder

Radwanderung

Leitthema für das kulturtouristische Rahmenprogramm zur Landesausstellung 2012 in Ranshofen war das Rad. In Braunau am Inn und Umgebung warten zahlreiche kulturelle Ausflugsziele auf die Besucherinnen und Besucher, die sich leicht mit dem Fahrrad erreichen lassen. Auch ein abwechslungsreiches kulinarisches Programm in Form von Gaststätten, Cafes, Spezialitätenrestaurants und erholsamen Gastgärten erwartet alle Besucherinnen und Besucher.

Da ist es doch naheliegend eine Kulturelle und Kulinarische Radwanderung rund um Braunau anzubieten.

In nachfolgender Konzeptüberlegung wird nur eine einfache kulturell-kulinarische Radwanderung vorgestellt, die natürlich jederzeit um weitere zahlreich vorhandene, attraktive Ausflugsziele erweitert werden kann.

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Konzeptüberlegungen

Ausgangspunkt unserer kulturell-kulinarischen Radwanderung ist Ranshofen bei Braunau am Inn, der Austragungsort der Landesausstellung 2012. Da das Schloss Ranshofen selbst Bestandteil dieser Landesausstellung war, haben wir diese historische Anlage nicht mehr in unsere Konzeptüberlegungen mit einbezogen.

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Ausgangspunkt - Ranshofen bei Braunau am Inn

Kultureller Teil

Einzig stilrein erhaltener Karner (Osarium) im Bezirk Braunau

Schon der bayerische Geschichtsschreiber Aventin beschreibt den Blick von der Ranshofener Friedhofsmauer auf das landschaftlich schöne Inntal in begeisternden Worten. Im inneren des Friedhofs Ranshofen steht unmittelbar neben dem Eingang ein achteckiger, gotischer Tuffbau, Heilige-Geist-Kapelle genannt. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Beinhaus oder Ossarium, in welchem sich die Gebeine der vor langer Zeit Verstorbenen befinden, die dort aufbewahrt wurden, um wieder Platz für weitere Bestattungen zu schaffen. Häufig findet sich das Beinhaus in Kombination mit einer Friedhofskapelle. In dieser Form wird das Ossarium, vor allem in Bayern und Österreich, auch als Karner bezeichnet. Das obere Geschoß war in der Regel dem Erzengel und Seelenbegleiter Michael geweiht, während der kellerartige untere Teil die Gebeine der Verstorbenen aufnahm. Die meist sichtbar aufgestappelten Gebeine waren eine eindrucksvolle Mahnung an die Vergänglichkeit. Das Beinhaus in Ranshofen wurde anno 1337 vom wohlhabenden Braunauer Bürger und Handelsherr Ulrich Schön errichtet und ist der einzig stilrein erhaltene Karner im ganzen Bezirk Braunau. Über die Heilige-Geist-Kapelle berichtete schon der Burghauser Anzeiger am 29. August 1899. Damals war der untere Teil noch verschüttet: Schon die vom Oberbaue ganz verschiedene Bauart des Fundaments bezeugt, dass das frühgotische Octogon auf schon vorhandenen Bau-Fundamenten zur Herstellung gelangte. Im Inneren dieses Octogons zeigt eine Tafel die Namen von zwölf hier beigesetzten Chorherren und zwei Prälaten, was wiederum auf die Existenz eines gewölbten Raumes unterhalb des Fußbodens mit Recht schließen lässt.

Totenleuchte aus dem 15. Jahrhundert

Sehenswert auf dem Friedhof in Ranshofen ist auch die ca. zwei Meter hohe Steinsäule, die sich in unmittelbarer Nähe der Heiligen-Geist-Kapelle befindet. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt dieses aus Tuffstein gehauene Bauwerk aus der selben Zeit, in welcher auch die Heilige-Geist-Kapelle erbaut wurde. Diese sogenannte freistehende Totenleuchte bestand üblicherweise aus einer Säule aus Stein, an deren oberen Ende sich ein zur Aufnahme des Arme-Seelenlichtes bestimmtes Gehäuse befand. Der Begriff Totenleuchte wird hauptsächlich in heimatkundlichen Werken verwendet und dient als Sammelbegriff für freistehende Säulen mit Lichtgehäuse als auch für die an Kirchen angebrachten Lichthäuschen und Lichtnischen. In früheren Zeiten kannte man neben den Lichtern an den einzelnen Gräbern auch die gemeinschaftlichen Totenleuchten. Als kollektive Arme-Seelenlichter sollten diese für alle auf dem Friedhof Ruhenden leuchten. Der Brauch, die letzte Ruhestätte unserer Toten mit Lichtern zu schmücken, ist auch heute noch, vor allem zu Allerheiligen und Allerseelen, sehr lebendig. Empfängt uns doch gerade an diesen Tagen beim Betreten des Friedhofes ein wahres Lichtermeer. Durch verheerende Seuchen, vor allem durch die Pest, die in früheren Zeiten in ganz Europa wütete, war damals die Anzahl der Verstorbenen so hoch, dass auf dem Friedhof selbst schon bald kein Platz mehr vorhanden war, und die Opfer deshalb außerhalb der Friedhöfe in sogenannten Pestgruben gemeinsam vergraben wurden. An diesen Orten wurden dann kleinere Totenleuchten für die Verstorbenen errichtet, von denen auch heute noch viele erhalten sind. Ihre ursprüngliche Bestimmung geriet teilweise in Vergessenheit, und durch Anbringung eines Bildes wurden sie einfach zu Bildstöcken umgeformt.

Osarium      Totenleuchte

Kulinarischer Teil

Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.

Schlosstaverne Ranshofen

Die Schlosstaverne in Ranshofen verfügt über einen eigenen Gästeparkplatz und bietet ihren Besucherinnen und Besuchern im Sommer einen wunderschönen Gastgarten vor dem Schloss Ranshofen. Eine behindertengerechte Einrichtung, zahlreiche Angebote für Kinder, sowie ein Stüberl runden das Ambiente ab.

Hoftaverne Wolfgruber Ranshofen

Die Hoftaverne Wolfgruber in Ranshofen verfügt über einen von der Straße gesicherten Spielplatz für Kinder und bietet ihren Besucherinnen und Besuchern im Sommer einen gemütlichen Gastgarten mit Terrasse. Ein Tagungsraum, ein Extrazimmer und ein Stüberl runden das Angebot ab. Als Besonderheit gibt es zur Jausenplatte als Geschenk einen Hoftaverne-Taschenfeitel gratis dazu!

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Nächster Haltepunkt - Braunau am Inn

Kultureller Teil

Das heutige Hotel Post als Ort historischer Begebenheiten und Treffpunkt wichtiger Persönlichkeiten

Das Gasthaus Weinfink (Hotel Post) als Schauplatz, in dem Johann Philipp Palm verurteilt wurde

Der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm wurde auf Befehl Napoleons zum Tode verurteilt und am 26. August 1806 in Braunau am Inn durch Erschießung hingerichtet, da er angeblich im Verlag seiner Buchhandlung das gegen Napoleon gerichtete Pamphlet "Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung", veröffentlicht hatte.

Im Verhör am 23. August 1806 durch Adjutant - Kommandant Binot gab Palm zwar zu, dass er Bücherballen an die Stagesche Buchhandlung abgesendet hätte, erklärte aber, dass er vom Inhalt der auch ihm Speditionsweise zugekommenen Bücherballen keine Kenntnis hatte. Als Begründung gab er an, dass Buchhändler für das Öffnen der so erhaltenen Bücherballen kein Recht hätten. Am 24. August 1806 wurde Braunau durch den Kommandanten der bayerischen Garnison Major Gieß in den Belagerungszustand versetzt. Am nächsten Tag, Montag dem 25. August, wurden die Stadttore erst um 8 Uhr morgens geöffnet und allen Einwohnern durch dienstlichen Auftrag empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Flussübergänge Obernberg, Schärding und Burghausen wurden ebenfalls gesperrt. Im Saale des Gasthauses Zum Weinfink - heute Hotel Post - fand sich die Gerichtskommission um halb 10 Uhr vormittags desselben Tages ein, und um 10 Uhr wurden die Sitzungen des Kriegsgerichts eröffnet.

Johann Philipp Palm    Johann Philipp Palm

Auch der berühmte Philosoph Arthur Schopenhauer verweilte im Jahre 1804 über eine Woche lang als "Gast" im heutigen Hotel Post.

Allerdings dürfte er keine besonders gute Erinnerung an diesen ungewollten Aufenthalt gehabt haben, wie in nachfolgender Geschichte deutlich wird. Arthur Schopenhauer reiste mit seinen Eltern von Mai 1803 bis Anfang 1805 durch Holland, England, Belgien, Frankreich, die Schweiz, Österreich und Deutschland. Es folgt eine sinngemäße Wiedergabe der Ereignisse nach den Reisetagebüchern von Johanna und Arthur Schopenhauer. Wir ließen das Land der Bayern hinter uns und fuhren durch den hässlichen schwarzgelben Schlagbaum, nicht ahnend, welches Unheil uns noch bevorstand. Mehrere Zollbeamte kontrollierten mit wichtiger Miene unsere Pässe und erklärten, da diese von keinem österreichischen Gesandten unterschrieben waren, für ungültig. Unsere vom Senat in Hamburg ausgefertigten Pässe, die in allen von uns besuchten Ländern anerkannt worden waren, sollten hier in Österreich, im Lande des Kaisers, unter dessen Schutz die freie Reichsstadt Hamburg damals noch stand, für ungültig erklärt werden? Wir gingen also sofort zum Polizeikommissar und diskutierten über eine Stunde lang mit ihm. Aber es half alles nichts! Uns wurde nur die Alternative gelassen, entweder sofort umzukehren oder aber eine Stafette (Eilzustellung durch einen Postreiter) mit unseren Pässen nach Wien zu schicken, um uns die benötigte Unterschrift zu verschaffen. Wir fügten uns in das Unabänderliche und nahmen Quartier im ersten Stock des besten Gasthauses, das in Braunau zu bekommen war. Die Stafette nach Wien wurde augenblicklich losgeschickt, und wir waren guter Dinge, unsere Reise in spätestens drei bis vier Tagen fortsetzen zu können. Als ob dieser ärgerliche Zwischenfall nicht schon genug gewesen wäre, kamen noch weitere Unannehmlichkeiten auf uns zu. Die Zollbeamten überprüften pflichtbewusst unseren Wagen und durchsuchten all unsere Koffer auf das Gründlichste, nicht der kleinste Winkel blieb unberührt. Diese unangenehme Inquisition unter den Augen der neugierigen Bevölkerung dauerte mehrere Stunden lang und endete mit der Sicherstellung unseres Reisewagens, damit uns nicht etwa einfallen würde, bei Nacht und Nebel davonzufahren. Der nächste Tag verging mit allerlei kleinen Arbeiten ganz annehmbar und unsere Lage erschien uns gleich in einem weit erträglicheren Licht. Gegen Abend wollten wir einen kleinen Spaziergang in der näheren Umgebung machen, wurden aber am Stadttor angehalten und nach unseren Pässen gefragt. Da wir diese natürlich nicht vorweisen konnten, wurden wir sogleich als verdächtige Personen zu dem uns schon bekannten Polizeikommissar gebracht. Nun ging die ganze tragikkomische Szenerie von vorne los. „Wer seid’s denn? Wo kommt’s denn her? Wo wollt’s denn hin?“, lauteten die Fragen. Der Polizeikommissar, der uns am Vortag eine Stunde lang befragt hatte, tat plötzlich so, als habe er uns noch nie gesehen. Trotz unserer misslichen Lage konnten wir es nicht unterlassen dem guten Manne mit lachendem Gesicht zu versichern, dass er doch über alles ganz genau Bescheid wissen müsste. Daraufhin bekamen wir eine Torkarte, die uns erlaubte, nach Belieben durch die Tore der Stadt hinaus zu gehen. Die Tage vergingen, der zweite, der dritte, der vierte und auch am fünften Tage waren unsere Pässe noch immer nicht aus Wien zurückgekommen. Erst am siebten Tag erschien die couriermäßig bezahlte Stafette zu Fuß in Gestalt eines alten Weibes in Braunau. Vermutlich hatte der Postmeister, der zugleich auch unser Gastwirt war, die Stafette in einen Fußboten umgewandelt, um uns als zahlende Gäste so lange als möglich in Braunau behalten zu können. Glücklich über unsere wieder gewonnene Freiheit absolvierten wir die notwendigen Besuche bei Polizei und Zoll, stiegen in unseren freigegebenen Reisewagen und rollten in Windeseile aus der Stadt am Inn hinaus.

Reisewagen

Von einem Fenster der niederwegerischen Weingastgebbehausung (Hotel Post) erteilte Papst Pius VI der herbeigeströmten Menschenmenge seinen Segen.

Mit dem Tode der Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1780 erlangte ihr Sohn Joseph II die alleinige Regierungsgewalt. Nun konnte er sein von der Aufklärung stark geprägtes Reformprogramm endlich in die Tat umsetzen. Einige dieser radikalen Reformmaßnahmen griffen tief in den Bereich der Kirche ein und führten damit auch zu einer erheblichen Einschränkung des päpstlichen Einflusses in bisherige, rein kirchliche Angelegenheiten. Papst Pius VI sah sich dadurch veranlasst persönlich nach Wien zu kommen, um mit Kaiser Joseph II über ein besseres Verhältnis von Kirche und Staat zu verhandeln. In langwierigen Verhandlungen versuchte Papst Pius VI mehrfach die Religionspolitik des Kaisers zu beeinflussen. Die Verhandlungen führten jedoch zu keiner Lösung des Konfliktes, da Joseph II auf die Weiterführung seiner Reformmaßnahmen bestand. Während seines Aufenthalts in Wien hatte der Papst eine Einladung des bayerischen Kurfürsten erhalten, nach München zu kommen. Aus diesem Grund reiste er am 22. April 1872 von Wien aus über Oberösterreich und Bayern wieder nach Rom zurück. Damit kam es zu dem freudigen Ereignis, dass ein Papst in den Mauern unserer Stadt am Inn verweilte. Am Abend des 22. April 1782 übernachtete Pius VI im Benediktiner Stift Melk in Niederösterreich, am nächsten Tag im Chorherrenstift St. Florian im Traunviertel und am dritten Tag in Ried im Schloss des Herrn von Stieber. Am 25. April frühmorgens verließ der Papst Ried im Innkreis und kam um 1 Uhr Nachmittags im Grenzstädtchen Braunau am Inn an. Von einem Fenster der niederwegerischen Weingastgebbehausung (heute Hotel Post) erteilte Pius VI der aus dem Innviertel und dem benachbarten Bayern herbeigeströmten Menschenmenge seinen Segen.

Papst Pius VI    Papst Pius VI

Das heutige Hotel Post als Quartier wichtiger Persönlichkeiten während der französischen Einfälle

Während des zweiten französichen Einfalles 1805-1807 kam Kaiser Franz Joseph I um 6 Uhr abends in Braunau an und blieb über Nacht beim Weinfink (Hotel Post).

Während des dritten französichen Einfalles 1809-1810 traf Erzherzog Karl am 9. April 1809 in Braunau ein und stieg beim Weinfink (Hotel Post) ab. Am 12. April 1809 kam auch Kaiser Franz Joseph I wieder nach Braunau und nahm beim Weinfink (Hotel Post) sein Absteigquartier.

Kaiser Franz Joseph    Erzherzog Karl

Auch Otto von Habsburg übernachtete im Hotel Post

Doktor Otto Habsburg übernachtete in der Nacht auf Montag, den 19. Juni 1967, im Hotel Post in Braunau am Inn. Er war abends mit seinem Mercedes angekommen und mit einem Begleiter durch die Stadt gebummelt, von den meisten der Passanten, die am Abend den Stadtplatz bevölkerten, nicht erkannt.

Kulinarischer Teil

Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.

Hotel Post

Das romantische Stadthotel mit günstigen Preisen befindet sich mitten am Braunauer Stadtplatz und seit circa 100 Jahren im Besitz der Familie Lettner. Der familiäre Service am Gast zeichnet das radfahrerfreundliche Hotel im Herzen von Braunau aus. Im Haus befindet sich auch das Stadtcafe - Restaurant.

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Nächstes Reiseziel - Haselbach bei Braunau am Inn

Kultureller Teil

Kopfurnen in der Kirche zu Haselbach Kopfurnen, ein Brauchtum gegen Kopfleiden

Der akademische Maler, Heimatforscher und Archäologe Hugo von Preen schrieb im Jahre 1901 in den Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien eine Abhandlung über den Brauch der Opferung aus Tonkopfurnen in der Wallfahrtskirche zum Heiligen Valentin in Haselbach, die er mit einer kleinen Beschreibung der Kirche einleitete. "Von Weiden umschlossen, die den Stadtbach zieren, inmitten von Obstgärten und malerischen Bauernhäusern erhebt sich die alte, mit spitzem Turm versehene Wallfahrtskirche. Man könnte fast sagen, dass der Bau auf einem grünen Eiland sich erhebt, von so viel Gewässern ist er umgeben. Während die Außenseite der Kirche einen altersgrauen, verwetterten Eindruck macht, ist das Innere das reine Gegenteil. Heiterer Barockstil tritt uns hier an Altären und Deckengemälden, welche das Leben des Schutzpatrons St. Valentin verherrlichen, entgegen." Dass der Heilige Valentin wiederholt nach Passau kam, ist gewiss, nicht minder, dass er seine Wanderung durch die ringsum dicht bewaldete Gegend auf der römischen Heerstraße machen musste, welche an Haselbach vorüberführte; dort bestand nämlich eine römische Niederlassung, wie der einst daselbst der nun zu Ranshofen aufbewahrte Votivstein bewies. Der Brauch der Opferung aus Tonkopfurnen in der Wallfahrtskirche zum Heiligen Valentin in Haselbach Man musste Getreide von neun verschiedenen Bauern in die sogenannten Kopfurnen füllen (Opferung), um von Kopfleiden, Augenleiden und der Fallenden Sucht (Epilepsie) befreit zu werden. Die Kopfurnen waren nach einem menschlichen Kopf nachgebildete Tongefäße. Die Pilger füllten eine Urne mit Getreide, setzten sich diese auf den Kopf, umschritten dreimal den Hochaltar und schütteten das Getreide in eine Holzkiste, die hinter dem Altar stand. Anmerkung: Der Votivstein, Kopfurnen und die Holzkiste können im Bezirksmuseum Braunau betrachtet werden.

Kopfurnen

Das Augenbründl in der Nähe der Valentinskapelle, ein Quellenheiligtum

Vorbei an der Haselbacher Mühle und dem großen Stechl-Weiher kommen wir nach kurzer Zeit zur Valentins Kapelle. Die kleine Kapelle wurde im Jahre 1902 auf Bestreben des damaligen Pfarrers Dominik Fiedler erbaut. Eine kleine Steintreppe führt zum sogenannten Augenbründl, eines der ältesten Quellenheiligtümer unseres Landes. Der Überlieferung nach soll der Leichnam des Heiligen Valentin bei der Überführung vom Dom zu Trient in den Passauer Dom auch in der Gegend um Haselbach zur Verehrung ausgesetzt worden sein. Dabei soll an der Stelle, wo man den Leichnam am Boden absetzte, eine kleine Quelle entsprungen sein. Einer weiteren Überlieferung zufolge hat der Heilige Valentin als Wanderbischof bei einer Durchreise an der Quelle gerastet. Diese Legenden sind vermutlich der Ausgangspunkt der Bründl Legende. Im Volksglauben wird der Quelle heilende Kraft bei Augenleiden und Kopfschmerzen zugeschrieben. Bei einer anderen Krankheit, dem Zahnweh, war folgendes zu tun: Der mit dem Leiden Behaftete ging zur Quelle, tauchte seine Hand ins Wasser und bestrich die Wange, wo der schmerzende Zahn war, vom Ohr angefangen abwärts, auf keinen Fall umgekehrt, mehrere Male mit der nassen Hand. Dann wurde er gesund, aber nur, wenn er den festen Glauben hatte, dass der Heilige Valentin ihm helfen würde. Die Heilige Quelle diente aber besonders zum sogenannten Augenwaschen. In diesem Fall versprach man sich der Heiligen Maria und opferte zudem noch zwei Augennachbildungen aus Wachs.

Augenbruendel

Kulinarischer Teil

Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.

Brauhaus Bogner in Haselbach

Das Brauhaus Bogner in Haselbach bietet unvergessliche Stunden im außergewöhnlichen Ambiente der kleinsten Weißbierbrauerei der Welt. Im Sommer findet sich unter den mächtigen Kastanienbäumen des Brauhausgartens ein schattiges Plätzchen. Täglich, auch an Sonn- und Feiertage, besteht nach Anmeldung auch die Möglichkeit einer Brauereibesichtigung.

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Nächster Haltepunkt - St. Peter am Hart

Kultureller Teil

Übergabe der Erherzogin Marie-Luise als Kaiserin der Franzosen in St. Peter am Hart

Am 11. März 1810 wurde die Tochter des österreichischen Kaisers Franz, Erzherzogin Marie-Luise, dem Kaiser Napoleon vermählt. Napoleon hatte sich von Josephine getrennt, um "standesgemäß" zu heiraten und einen standesgemäßen Erben zu bekommen. Kaiser Franz entschloss sich nur schwer, seine Einwilligun zur Vermählung seiner Tochter mit Kaiser Napoleon zu geben. Er gab seiner Tochter Marie-Luise bis Enns das Geleite. Bei Braunau am Inn sollte die feierliche Übernahme durch die französischen Gesandten stattfinden. Zu diesem Zwecke war in St. Peter vor Braunau ein Holzbau mit drei Sälen errichtet worden. Hier trafen unter anderem die Schwester Napoleons, die Königin Karoline von Neapel sowie Erzherzog Anton ein. Die Zeremonie der Übergabe hat Marie-Luise in einem Brief vom 16. März 1810 festgehalten:

"Heute kam ich um 2 Uhr in dem französischen Lager in der Baracke zu Braunau an. Nachdem ich mich einige Zeit in der österreichischen Baracke aufgehalten, verfügte ich mich auf einen Thron im neutralen mittleren Raum. Nachdem die Akten abgelesen wurden, küssten mir noch alle meine Leute die Hand und in diesem Augenblick wusste ich wirklich nicht was ich machte. Ein kalter Schauer überfiel mich und ich kam so ausser Fassung, das der Fürst von Neuschatel zu weinen anfing. Der Fürst Trautimansdorff übergab mich ihm und es wurde mir mein ganzer Hofstaat angeführt. Oh Gott, welcher Unterschied zwischen den französischen und wienerischen Damen. Die Königin von Neapel kam mir im anderen Zimmer entgegen, ich umarmte sie und sie zeigte sich erstaunlich freundlich, doch traue ich ihr nicht ganz. Ich glaube, dass nicht Diensteifer allein die Ursache ihrer Reise war. Sie fuhr mit mir nach Braunau und hier musste ich eine zwei Stunden lange Toilette halten. Ich versichere sie, dass ich schon ebenso parfümiert als wie alle anderen Französinnen bin."

Übergabe Marie-Luise

Zur Erinnerung an die Übergabe der Erzherzogin Marie-Luise als Braut Napoleons befindet sich an einer Hauswand der Volksschule St. Peter am Hart ein Bildnis von dieser Begebenheit (angefertigt von einem Braunauer Künstler, dem akademischen Maler und Professor, Martin Stachl).

Kulinarischer Teil

Die Beschreibungen der einzelnen kulinarischen Ausflugsziele wurden aus schriftlichen oder digitalen Publikationen entnommen und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine genaue Beschreibung dieser Ausflugsziele sollte natürlich gemeinsam mit dem zuständigen Personenkreis der gastronomischen Einrichtungen erstellt werden.

Gasthof Berger

Der Gasthof Berger in St. Peter am Hart verfügt über ein Gastzimmer mit einem eigenen Raucherbereich und bietet ihren Besucherinnen und Besuchern natürlich auch ein gemütliches Nichtraucher-Gastzimmer mit Kinderspielecke. Im Sommer lädt ein rückwärtig gelegener Gastgarten zum Verweilen ein. Ein teilbarer Festsaal, der sich bestens für Feierlichkeiten eignet, rundet das Angebot ab.

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